Replayed: Dino Crisis

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Der Name Shinji Mikami hat in der Geschichte der Videospiele eine große Bedeutung. Ihm ist es zu verdanken, dass die Welt unter der gewissenslosen Umbrella Corporation und ihrem vernichtenden T-Virus (und all seinen Vorgängern und Nachfolgern) leidet. Resident Evil formte den Begriff des Survival-Horror-Spiels und bot damit die Plattform für eine ganze Reihe nervenzerfetzender Spiele voller Gefahren und mit ganz wenig Munition.

Einer der eindrucksvollsten Titel, die aus diesem Trend hervorgingen, stammte dabei vom Trendsetter selber: 1999 tat sich Mikami erneut mit Capcom zusammen und schaffte eine neue Franchise – Dino Crisis.

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Ein Forschungsprojekt auf einer abgelegenen Insel, Dinosaurier… Man könnte meinen, diese Elemente wurden in der jüngeren Popkultur schon einmal benutzt. Die Dinosaurier in Dino Crisis sind aber keineswegs eine gewünschte Nachzüchtung aus den DNA-Fetzen in irgendwelchen Moskito-Leichen. Auf der Insel, die die Bühne für den Titel bietet, forschte der zwar noch junge, aber trotzdem schon hochdekorierte Forscher Dr. Kirk nach einer mysteriösen neuen Energieform, der dritten Energie. Eben jene hatte einen unerwünschten Nebeneffekt – Raum und Zeit wurden ein wenig durcheinandergewirbelt. So kam es dazu, dass die überdimensionalen Reptilien aus der Urzeit auf einen Besuch vorbeischauten.

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Hätte das Team von Spezialagenten der amerikanischen Regierung davon gewusst, sie hätten wohl Kuchen (oder etwas schwereres Geschütz) mitgebracht. Ihre Mission war es, den eigentlich als verstorben geltenden Dr. Kirk zu finden und in die Heimat zu überführen. Doch schon die ersten Schritte auf der Insel legten nahe, dass dieser Auftrag nicht nach Schema F ablaufen würde.

Wir schlüpfen in die Rolle der eindrucksvollen Agentin Regina und kämpfen sehr bald mehr um unser Leben als um die Erfüllung unserer Mission. Starke Frauen als Protagonisten in Videospielen waren damals schwer in Mode und konnten eigentlich niemanden mehr besonders überraschen. Trotzdem war alleine die toughe Dame mit den kurzen roten Haaren ein Eyecatcher. Es war aber ratsam, den Blick recht bald wieder von ihr abzuwenden, schließlich verlangte das Gameplay dem Spieler jederzeit höchste Konzentration ab.

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Immer wieder sorgte der Soundtrack dafür, die Nerven bis zum Zerreißen zu spannen. Befand man sich in einer der zahlreichen Plattform- oder Puzzle-Passagen, war meist nur das monotone Summen der Maschinen oder die Schritte auf dem Boden zu hören. Der Spieler weiß aber recht bald, dass es sich um eine trügerische Ruhe handelte. Jederzeit konnte ein Dinosaurier durch das Fenster schießen, an dem man gerade vorbeilief und einen, von grandiosem Freejazz unterlegten, Kampf auf Leben und Tod beginnen.

Falls eure gute alte PSOne gut versteckt im Keller verstaut ist, oder ihr eure Dino Crisis Disc nicht mehr findet, habe ich hier ein Video für euch herausgesucht, in dem ihr den stimmungsvollen Auftakt in den Titel noch einmal erleben könnt.

Zu jedem Anfang gehört auch ein Schluss. Hier ist ein Video von einem der drei möglichen Enden des Spiels. Der letzte Gegner den man im Spiel befeuern muss, ist, wie könnte es anders sein, der unglaublich anhängliche T-Rex. Es ist fast ein bisschen frustrierend, dass man ihn, nach all dem Ärger den man mit ihm hatte, schlussendlich nicht selber erledigen kann. Man darf sich aber auch einfach darüber freuen, heil von der Insel runtergekommen zu sein. Ist ja auch was..

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