
Erfahrt alles über das rasante Arcade-Racing, den neuen Anime-Style und das taktische Echo-System im PS5-Check.
So mancher langjähriger Racing-Game-Fan könnte sich womöglich noch an die Bleifuss-Reihe aus dem Haus Milestone erinnern. Das Franchise katapultierte das damals nicht nur das noch kleine italienische Entwickler auf die große Bühne, sondern galt jahrelang als Synonym für aufregende Asphaltschlachten mit Sogwirkung. Nun bringt Milestone die Reihe nach mehr als 30 Jahren unter seinem Originaltitel Screamer wieder zurück.
Hierfür spendiert das Team dem Arcade-Racer eine Komplettüberholung: Neuer Anime-Style, überarbeitetes Gameplay und ein großer Story-Fokus. Ob dieser Plan aufgeht, davon konnten wir uns vor Ort in Mailand selbst ein Bild machen und eine weit fortgeschrittene PS5-Version für etwas mehr als eine Stunde anspielen.
Wir haben ein Turnier zu kapern!
Die meiste Zeit haben wir mit dem Story-Modus verbracht, dessen erste sechs Missionen wir hautnah miterleben durften. Darin haben wir erfahren, dass der mysteriöse Mr. A ein großes Turnier veranstaltet und für den Sieger des Wettstreits ein gigantisches Preisgeld ausruft. Unseren Hauptcharakteren geht es allerdings um etwas ganz anderes.
In der Rolle von Hiroshi, unserem Screamer-Protagonisten, mussten wir uns in den ersten Rennen für den Wettbewerb qualifizieren. Hiroshi und seine Freunde Frederic sowie Róisín geht es jedoch nicht um Geld oder Ruhm, sondern um Rache: Sie wollen Gabriel, einen anderen Teilnehmer des großen Turniers, unbedingt zur Strecke bringen!
Erzählt wird all dies sowohl in Dialogboxen als auch in einigen wirklich toll inszenierten sowie wunderbar abgedrehten Zwischensequenzen. Hier explodieren Autos (mitsamt Hund an Bord!), da werden waghalsige Überholmanöver gestartet und insgesamt geht es schön rasant zur Sache. Dabei nimmt sich das Spiel glücklicherweise selbst nicht allzu ernst und präsentiert seine abgefahrene Ideen mit einem gewissen Augenzwinkern.
Was zählt ist auf der Strecke
Das macht sich zum Beispiel auch bei der Sprachausgabe bemerkbar, denn ähnlich wie in den Tekken-Games spricht jeder Charakter in seiner Landessprache. Einige sprechen Englisch, einer Japanisch, ein anderer wiederum Deutsch und eine weitere Figur Hindi. Doch auf der Strecke spricht natürlich jeder dieselbe Sprache und zwar Vollgas!

Direkt die gute Nachricht: Das Fahren in Screamer fühlt sich toll an! Jede Aktion hat ein spürbares Gewicht und obwohl es sich insgesamt wunderbar direkt steuert, spielt es sich gleichzeitig auch anspruchsvoll. Das liegt vor allem daran, dass Milestone großen Wert auf die Drifts legt, die ihr, anders als in einigen Genre-Kollegen, nicht durch ein Wechselspiel aus L2 (Bremse) und R2 (Gas) auslöst, sondern mit dem rechten Analogstick.
Ein Umstand, an den wir uns erst gewöhnen mussten. Doch nach einigen Runden haben wir die eine oder andere Kurve bereits ganz ordentlich genommen. Da der Analogstick sehr sensibel auf Eingaben reagiert hat, ist hier jedoch sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt. Allerdings ist das nur ein kleiner Teil des Fahrspaßes im neuen Arcade-Racer.
Was ist wichtiger: Sync oder Entropie?
Deshalb kommen wir nun zum neuen Echo System, das die Story von Screamer mit dem Gameplay des Arcade-Racers verbindet. Dieses wurde von einem Charakter entwickelt, den ihr im Laufe der Geschichte kennenlernt. Dank dieser fortschrittlichen Technologie können beispielsweise tödlich verunglückte Fahrer direkt zurückkehren. Das demonstriert er übrigens anhand seines armen Hundes, den er mitsamt eines Autos in die Luft jagt.

Wichtiger ist jedoch das Zusammenspiel zweier hiermit verbundener Spezialleisten, die ihr mit verschiedenen Aktionen aufladet. Mit Drifts erhaltet ihr Sync-Energie, die ihr wiederum für Boosts (L1) benötigt. Zündet ihr diesen, bekommt ihr Entropie, was ihr für Takedowns (R1), also Attacken auf gegnerische Fahrer, benötigt. Euer fahrerisches Können wird in der Bleifuss-Neuauflage also gleich in mehrerlei Hinsicht auf die Probe gestellt.
Zu verstehen, wie das Echo System funktioniert und dessen Stärken gezielt während eines Rennen einzusetzen, war somit der Schlüssel zum Erfolg in Screamer. Wichtig ist dies auch deshalb, weil sich die Gegner-KI bereits auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad ziemlich clever angestellt und unsere Fehler oftmals eiskalt bestraft hat.
Rasanter wie taktischer Arcade-Rennspaß – Solo und im Team
Hieraus ergibt sich letztendlich in Kombination mit dem schicken, von Anime-Titeln inspirierten Cel-Shading-Grafikstil und dem herrlich treibenden Soundtrack ein großartiges Spielerlebnis. Dieses hat uns mehr und mehr in seinen Bann gezogen, insbesondere aufgrund der taktischen Tiefe, die sich aus den unterschiedlichen Spielmechaniken ergibt. Kein Rennen war wie das vorherige und hat uns vor neue Herausforderungen gestellt.

Besonders wichtig war dies übrigens auch abseits der Screamer-Story. Während unseres Studiobesuchs bei Milestone durften wir nämlich des Weiteren in den Race! beziehungsweise Team-Race-Modus reinschnuppern. Hierbei handelt es sich um „Schnelle Rennen“, die wir wahlweise alleine oder als Mitglied eines Duos/Trios bestreiten durften.
Team-Rennen funktionieren hierbei noch einmal ein bisschen anders, denn nicht nur eure Schlussposition ist wichtig, sondern auch die Anzahl der Punkte, die ihr während des Rennens sammelt. Für jede Aktion, insbesondere für das Ausschalten gegnerischer Fahrzeuge, erhaltet ihr Punkte, die in die Endwertung mit einfließen. Je mehr euer Team sammelt, desto weiter oben landet es bei der finalen Endplatzierung.
Nur noch ein Rennen
Bei Race!/Team Race durften wir darüber hinaus auch hinter dem Steuer anderer Boliden Platz nehmen. Obwohl wir nur etwas mehr als eine Hand voll Rennen spielen durften, war direkt klar, wie unterschiedlich sich die Autos auf der Strecke anfühlen. Während Hiroshis Wagen ein guter Allrounder ist, driftet ein anderer schöner oder ist schwerer zu bändigen. Wir sind gespannt, wie sich dies auf den kompletten Fuhrpark des finalen Spiels überträgt.

Zugegeben, ein paar blinde Flecken sind nach unserer Zeit mit dem Spiel doch noch geblieben. Wie mitreißend die Story-Kampagne ausfallen wird, wagen wir nach der kurzen Zeit zum Beispiel noch nicht einzuschätzen. Selbiges gilt für Anpassungsoptionen sowie die den Multiplayer-Part. Auf beiden durften wir bei Milestone leider keinen Blick werfen.
Dennoch mussten die Mitglieder des Entwicklerteams unseren anwesenden Kollegen und uns die DualSense-Controller regelrecht aus den Händen reißen, denn wir alle wären liebend gerne noch ein (oder zwei) weiteres Rennen gefahren. Wir können es kaum erwarten, was das Bleifuss-Comeback noch alles zu bieten haben wird!
Jetzt seid ihr dran: Freut ihr euch auf die mitreißende Arcade-Racing-Action in Screamer? Verratet es uns wie immer sehr gerne unten in den Kommentaren!









Nimm an der Konversation teil
Einen Kommentar hinzufügenSei kein Idiot!
2 Kommentare
Loading More Comments