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Wie London Studio einen 5-in-1-Soundtrack für PlayStation VR Worlds komponierte

Erlebt eine inoffizielle Vorpremiere der Musik von Komponist Joe Thwaites

Joe Thwaites, PlayStation VR Worlds:

Hallo zusammen, mein Name ist Joe Thwaites, ich bin der Komponist von PlayStation VR Worlds. Das Audioteam hat das Spiel gerade fertig abgemischt und es klingt einfach fantastisch!

Ich arbeite jetzt schon seit fast drei Jahren für PlayStation VR und es macht unglaublich viel Spaß. Die virtuelle Realität ist ein unglaublich aufregendes neues Medium und hat für Komponisten wie mich jede Menge interessante Möglichkeiten geschaffen, die es in der Vergangenheit einfach nicht gab. VR bietet eine völlig neue Dimension, in ein Spiel einzutauchen, stellt aber auch einige der Methoden, die wir in der traditionellen Spieleentwicklung für selbstverständlich erachten, vor eine Herausforderung.

Als wir mit der Entwicklung von PlayStation VR Worlds begannen, gab es zahlreiche Diskussionen darüber, wie wichtig es ist, die reale Welt zu simulieren, und das warf Fragen über die Relevanz nicht-diegetischer (Offscreen-)Musik auf. Aber wie sich herausgestellt hat, waren unsere Sorgen unbegründet.

PS VR Worlds

Die virtuelle Realität ist ein mächtiges Medium, das die vielfältigsten fesselnden Erlebnisse bietet. Abstrakte Welten können genauso überzeugend sein wie realistischere 3D-Umgebungen. Solange die Inhalte eines Spiels sowohl auditiv als auch visuell stimmig sind und glaubwürdig vermittelt werden, stellt der Spieler seine Zweifel beiseite und lässt sich auf das Spiel ein.

Die Musik für PlayStation VR Worlds zu komponieren, war wahrscheinlich eins der schwierigsten und zugleich tollsten Projekte, an denen ich bisher gearbeitet habe. Zu Beginn der Entwicklung verbrachte ich viel Zeit mit Kreativdirektor Russ Harding & Soundchefin Joanna Orland, um einen Style-Guide zu entwerfen, der die Vision des Projektes zusammenfassen sollte.

Das Spiel bietet fünf sehr unterschiedliche Erlebnisse, von der Steuerung eines Gangsters im Londoner East End bis hin zum futuristischen Kopfball-Schlägersport Danger Ball. Zu Beginn kam mir das Projekt wie eine ungeheuer riesige Aufgabe vor!

Die größte Herausforderung war es, individuelle Stile zur Untermalung der einzelnen Erlebnisse zu gestalten und dabei gleichzeitig eine Einheitlichkeit zu bewahren, die alles zu einem Gesamtpaket vereinte. Um das zu realisieren, setzten wir unter anderem auf die durchgängige Verwendung eines einzelnen musikalischen Motivs. Diese musikalische Verknüpfung der einzelnen Erlebnisse, die in sich selbst sehr unterschiedliche Klangpaletten verwenden, schuf ein Gefühl der Einheitlichkeit.

Hier ein paar akustische Leckerbissen, auf die ihr euch beim Spielen freuen könnt:

  • Ocean Descent erzeugt durch eine Kombination aus synthetischen und orchestralen Klangfarben ein Gefühl der Ehrfurcht und Spannung, während ihr in die
  • Unterwasserwelt hinabsteigt. Lauscht nach den Quallen, die stereofon platzierte Töne von sich geben, wenn ihr sie anseht!
  • Für die Arcade-Atmosphäre von Danger Ball sorgen elektronische Klänge; sie helfen auch dabei, Spannung aufzubauen, während ihr Punkte anhäuft.

  • Scavenger’s Odyssey ist ein ausgewachsenes Orchester-Epos mit Wagner-Tubas und jeder Menge Streichern und fängt sowohl die Fremdartigkeit der Umgebung als auch das Drama des Kampfes ein.
  • VR Luge setzt vorrangig auf Schlagzeugrhythmen und spiegelt den Adrenalinrausch des Sports wieder, während ihr zwischen Autos hindurch den Berg hinabrast. Je schneller ihr seid, desto mehr Schlagzeugklänge sind zu hören!
  • The London Heist besitzt einen „The Clash trifft auf James Bond”-Vibe, gepaart mit einem Hauch „The Italian Job”. Wenn ihr das Spiel abschließt, bekommt ihr zur Belohnung eine alternative Version aus betrunkenem Kneipengesang – oi oi oi!
  • Im Hauptmenü findet alles zusammen, und während ihr durch die Spiele scrollt, wird der Mix durch Elemente aus den einzelnen Erlebnissen vervollständigt.

Nachdem wir für jeden Titel im Spiel ein Demo hatten, machte der unglaublich talentierte Orchestrierer Jim Fowler daraus komplette Kompositionen, die schließlich in den Air Studios London aufgenommen wurden. Wir engagierten Weltklassemusiker und nahmen die Stücke vier Tage lang mit einem 60-köpfigen Orchester und einer vierköpfigen Punkband auf. Im Video unten seht ihr einen kurzen Ausschnitt aus Scavenger’s Odyssey – viel Spaß!

Die PlayStation VR-Tour läuft auf Hochtouren

Habt ihr euch schon für ein Event in eurer Nähe angemeldet? Falls nicht, solltet ihr das schleunigst nachholen! Mehr Infos.

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