Veröffentlicht 8. November

Interview zu Dead Space 3: Sci-Fi-Survival-Horror bekommt Multiplayer-Frischzellenkur

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Im kommenden Februar wird der dritte Teil der hochgelobten Sci-Fi-Survival-Horror-Serie Dead Space von EA veröffentlicht. Während die ersten beiden Spiele einem sehr ähnlichen Spielprinzip folgten, bietet die neueste Ausgabe wirklich etwas anderes: Sie führt eine vollständig als Koop spielbare Hauptkampagne ein.

Die optionale Multiplayer-Funktion, bei der man beliebig ein- und aussteigen kann, ermöglicht es einem zweiten Spieler, mit dem neuen Charakter Sergeant John Carver ins Geschehen einzugreifen. Das Spiel kann zwar komplett im Einzelspieler-Modus gespielt werden, spielt man aber gemeinsam mit einem Freund, erlebt man eine erweiterte Handlung mit einer Reihe zusätzlicher Sequenzen und eigenständiger Szenen.

Wir haben uns mit Spiele-Produzent Steve Papoutsis unterhalten, um zu erfahren, wie und warum Entwickler Visceral Games das neue System implementiert hat und was die Fans vom neuesten Abenteuer unseres unfreiwilligen Helden Isaac Clarke erwarten dürfen.

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Welche Ziele hattet ihr euch gesetzt, als ihr mit der Arbeit an Dead Space 3 begonnen habt?

Steve Papoutsis: Als wir mit der Arbeit an Dead Space 3 anfingen, stellten wir uns ein paar Fragen. Zum Beispiel, wie wir das beste Spiel entwickeln könnten, das wir jemals produziert haben. Und unsere seltsame Antwort lautete: Wir wollen ein AAAA-Spiel. Alle anderen sagen, dass sie ein AAA-Spiel produzieren wollen. Also sagten wir, „Wisst ihr was? Zum **** damit, wir machen ein AAAA-Spiel.” Das klingt vielleicht komisch, aber wir mussten uns ein Ziel setzen.

Der andere Punkt, den wir verwirklichen wollten, war der, die Essenz eines „Dead Space”-Spiels zu transportieren. Wir halten nichts von Stereotypen wie „es ist ein Action-Spiel” oder „es ist ein Horror-Spiel” und so weiter. Es ist ein „Dead Space”-Spiel. Das bedeutet intensive Atmosphäre, fesselnde Handlung, aufregende Action, Horror, Überleben, Spannung. Das sind die Dinge, die ein „Dead Space”-Spiel bieten muss. Das sind die Bausteine, die wir verwenden.

Ihr habt in Dead Space 2 einen wettbewerbsorientierten Multiplayer-Modus eingeführt, der gemischte Reaktionen bei den Spielern auslöste. Meinst du, dass das Koop-Spiel von Dead Space 3 eine bessere Wahl ist?

Steve Papoutsis: Diesmal gibt es kein wettbewerbsorientiertes Multiplayer – das hatten wir schon. Er war aber eine große Hilfe, um zu verstehen, wie man ein Online-Spiel aufbaut. Mit unserem Koop-Modus wollen wir sicherstellen, dass sich alle unsere umgesetzten Ideen einzigartig anfühlen. Wir wollen nicht einfach einen KI-Bot, der dem Spieler folgt und auf Knopfdruck von irgendjemand gesteuert wird. Das würde sich nicht wie Dead Space anfühlen.

Die andere Herausforderung bestand darin, einen Koop-Modus zu entwickeln, der das Erlebnis erweitert. Man muss ihn nicht spielen – man kann Dead Space 3 als Einzelspieler spielen und hat ein ähnliches Erlebnis wie in den vergangenen Spielen.

Und wir mussten einen Charakter erschaffen, der in diese Welt passt und sich nicht wie eine Wegwerf-Figur anfühlt. Wir haben John Carver zunächst in einem Comic-Roman vorgestellt, sodass er eine einzigartige Persönlichkeit und Hintergrundgeschichte besitzt. Er wertet das Spiel auf. Man lernt ihn und seine persönlichen Dämonen kennen. Das ist etwas Neues und wir halten es für sehr innovativ.

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Die gruselige Atmosphäre von Dead Space wird oft durch das Gefühl der Einsamkeit und des Alleinseins erschaffen. Wird ein zweiter Spieler diesen Schrecken nicht abschwächen?

Steve Papoutsis: Einsam und allein einen Korridor zu durchqueren, das wird es auch in Dead Space 3 geben. Aber jetzt, mit einem zweiten Charakter an der Seite, wird eine Szene eine andere Art von Schrecken verbreiten – er ist mehr psychologischer Natur. Das ist ein neues Gefühl, das es in einem „Dead Space”-Spiel noch nicht gegeben hat. Auf diese Weise erzeugen wir Horror im Koop-Spiel.

Ich finde auch, dass Horror mehr ist, als nur Dinge, die ohne Vorwarnung auftauchen. Da gibt es die Atmosphäre, den Sound, die Ereignisse, Dinge, die man in der Umgebung sieht – das alles hat unterschiedliche Wirkungen auf den Spieler. Auch wenn man die Umgebung mit zwei Personen erkundet, verliert das alles seine Wirkung nicht.

Letztendlich wird es darauf ankommen, mit wem man spielt. Ich stelle mir das wie einen Kinobesuch vor. Nehmen wir einmal an, wir beide sehen uns einen Horrorfilm an – wir sind Horrorfans und tauchen wirklich in die Handlung ein. Dann werden wir uns während des Films eher nicht unterhalten, sondern es vor Spannung kaum aushalten und von der Handlung gefangen genommen werden.

Hat man aber einen anderen Freund dabei, der keine Horrorfilme mag, dann redet er oder sie vielleicht während des Films oder lacht über die Handlung. Das hat natürlich einen Einfluss darauf, wie man den Film erlebt.

Das intensive Einzelspieler-Erlebnis kann man also weiterhin haben. Und wenn man im Koop-Spiel ein ebenso intensives Erlebnis haben möchte, dann sollte man mit jemandem spielen, der auf diese Art spielen möchte. Will man aber Spaß haben wie in einem vergnüglichen Film, lachen und eine gute Zeit verbringen, dann sollte man mit einem Freund spielen, der genau das auch will.

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Wie schwierig ist es, ein Spiel zu machen, das wirklich gruselig ist?

Steve Papoutsis: Ich lese recht oft die Reaktionen auf unser Spiel und finde es interessant, dass sie so unterschiedlich sind. Manche Leute sagen, „Mann, das ist das Gruseligste, was ich je gespielt habe”, während andere nur meinen, „Pah, hat mir überhaupt nichts ausgemacht.”

Es ist wirklich schwer einzuschätzen, ob sich die Leute gruseln werden oder nicht. Das ist sehr subjektiv. Es gibt da keine Zauberformel. Wir setzen die Idee um, von der wir glauben, dass sie die gewünschte Wirkung beim Spieler erzielt. Für uns sind das normalerweise Dinge, die man zuordnen kann. Sehen Sie sich den Charakterentwurf der Necromorphs an – sie sind menschenähnlich. Man kann sich in jemanden einfühlen, der keinen Kiefer besitzt und in dessen Armen seltsame Stacheln stecken. Da kann man sich vorstellen, dass das sehr schmerzhaft sein muss. Man kann einfach darauf reagieren.

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Wie viel vom Spiel wird man verpassen, wenn man nur als Einzelspieler spielt?

Steve Papoutsis: Man wird gar nichts verpassen. Der Multiplayer-Modus ist ein Zusatz. Als Einzelspieler wählt man das Erlebnis des einsamen Isaac. Will man etwas über Carver erfahren, spielt man mit einem Freund und erhält diese zusätzlichen Informationen. Das beeinflusst aber nicht, wie die Geschichte ausgeht. Beeinflusst wird nur Carvers Geschichte.

Isaac hatte im Verlauf der ersten beiden Spiele eine recht schreckliche Zeit. Wird er in Dead Space 3 schließlich auch einmal durchatmen können?

Steve Papoutsis: Wir werden sehen! Ich kann nur sagen, dass Isaac in diesem Spiel nicht nach einem Abenteuer gesucht hat. Belassen wir es dabei und sehen wir, wo es hinführt.

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Kommentare

4 Kommentare 0 Antworten vom Autor
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Haihappen 8. November 2012 @ 16:02   1

Ja. Ganz toll… Die Dead Space braucht auch unbedingt Multiplayer / Koop -_-
Es hat sich schon praktisch niemand für den Multiplayer des 2. Teils interessiert, aber weil es ein EA Spiel ist, MUSS es eine Online Komponente haben.
Und die weiteren Änderungen – von denen ich gehört habe – gegenüber den Vorgängern:
Ein Deckungssystem, Feuergefechte, und Universalmunition.
Ich kann mich noch erinnern, wie nach der Ankündigung von DS2 die Entwickler betonten, dass es weniger Horror und mehr CoD Action haben soll. Und in dem Kommentaren zu den Artikeln haben sich alle überdeutlich dagegen ausgedrückt. Aber so ganz können die Mannen von Visceral Games es wohl nicht lassen, also versucht man es bei Teil 3 wieder. Es muss ja schließlich noch mehr Käufer ansprechen.
Resident Evil ist auch schon diesen Weg gegangen…

 
killzon72 8. November 2012 @ 22:36   2

der koop modus wird keinen einfluss auf die story haben und die entwickler wissen was sie machen,aber für mich ist der erste teil bis heute der bessere von beiden.kommt eh erst 2013.atmosphäre vom ersten konnte man regelrecht schneiden so gut war der teil.aber doom 3 war damals noch einen tick besser.warte auf doom 4. freu !

 
Haihappen 9. November 2012 @ 07:03   3

Ich denke, wenn die Entwickler wissen was sie machen, liegt es hauptsächlich e daran, dass die wirklichen Dead Space Fans ihnen immer wieder sagen müssen, was sie zu lassen haben. Allein schon dieses Gelaber, dass es zugänglicher werden muss. Die ersten Spiele – speziell der 1. Teil – wären vielen zu gruselig gewesen usw. Meine Güte, dann sollen diese Leute etwas anderes spielen.
Was Doom 3 angeht, hatte ich über BFG Edition ähnliches gelesen: Nämlich, dass es insgesamt weniger Monster und mehr Munition geben würde.
Auf Dead Space hatte ich mich damals auch richtig gefreut, vor allem weil es DIE Alternative zu dem war, was Resident Evil gewesen ist. Grundsätzlich würde ich mich auch über ein neues Dead Space freuen. Aber diese Elemente, wie Koop, Feuergefechte und Deckungssyteme gehören für mich absolut nicht in ein Survival Horror Spiel. Ich behaupte nicht, dass Teil 3 schlecht wird, aber ich ich bin äußerst spektisch. Ist auch erstmal besser: Falls es so wird, wie ich befürchte, kann ich es als weiteres Opfer des Mainstream Phänomens abstellen. Falls nicht, kann ich mich immer noch positiv überraschen lassen

 
MARVIN_1980 9. November 2012 @ 15:36   4

Muss Haihappen da Leider Recht geben, Dead Space Entfernt sich immer mehr von dem was ein Gutes Survival Horror Spiel Ausmacht. Im Teil eins gab es zig Schreckmomente und man Fragte sich des Öfteren ” Wie Überlebe ich bloß den Abschnitt ” Die Munition war auch nicht So Großzügig im Spiel Verteilt ( Es heisst ja Auch, ÜBERLEBE ) wie im Teil 2. Im Teil 2 gab es auch ein Parr gute Passagen mit guten Horror Elemente.Aber Strecken Weise hatte man das Gefühl in Einem Shooter zu Sein, Und nicht in Einem Survival Horror Game.Den Multiplayer in Teil 2 Fand ich zum Beispiel Gut, Auch wen ein Grossteil der DS 2 Gamer Anderer Meinung ist.Aber der Multiplayer Reicht auch,Was will ich mit Co Op ? Da geht die ganze Atmosphäre Flôten, Und so Aller COD, Schon gar Nicht. Im Einem Survival Horror Game geht es ums ÜBERLEBEN , Und nicht um Deckungs System, Feuergefechte,Munitions Überschuß ect. Wen ich Call of Duty Ähnliche Spiele spielen will, Dann kaufe ich mir COD. aber in Dead Space hat Sowas nichts zu Suchen. Werde es mir ganz Genau Überlegen, Ob ich mir Dead Space 3 An Tun werde, Oder Nicht.