Kingdoms of Amalur Re-Reckoning: Von den Toten auferstanden

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Kingdoms of Amalur Re-Reckoning: Von den Toten auferstanden

Ihr habt das Original vor acht Jahren nicht gespielt? Dann schaut euch das Remaster an!

Eigentlich hätte ja nun wirklich nichts schief gehen können: Ausgestattet mit einem dicken Scheck über eine satte 75 Millionen US Dollar-Bürgschaft vom Bundesstaat Rhode Island machten sich die Entwickler der frisch gegründeten 38 Studios daran, einen WoW-Killer auf die Beine zu stellen. Für die Story des Singleplayer-RPGs holte man sich den Genre-affinen Autor R.A.Salvatore, das Art-Design stammte von keinem geringeren als Todd McFarlane und mit Ken Rolston wurde der kreative Kopf hinter den Elder Scrolls-Games „Oblivion“ und „Morrowind“ angeheuert. 

Im Jahr 2012 erschien dann mit „Kingdoms of Amalur“ das Ergebnis der geballten Spiele-Kompetenz und das Action-RPG kam bei Spielern und Kritikern gut weg, die Einnahmen deckten aber wohl nicht die Kosten und als die Raten für den Kredit ausblieben,  ging schnell das Licht in den Studios für immer aus. Schade eigentlich! Das dachten sich auch die Lizenzeinkäufer des rührigen Publishers THQ Nordic und hauchten dem Spiel mit dem Remaster Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning ein neues Leben ein. 

Ein toter Held?

Wie es sich für ein Fantasy-Rollenspiel mit erheblichen „Herr der Ringe“-Anleihen gehört, darf natürlich eine entsprechend epische Story auf keinen Fall fehlen. In Amalur gibt es deftige Probleme mit den Tuatha Deohn, einer Rasse, welche den Brunnen der Seelen bewacht und streng darauf achtet, dass dessen Macht nicht missbraucht wird. Der kann tatsächlich die Toten zurückbringen, aber nicht so wie ihr jetzt denkt. Stirbt eine Mensch, Elf oder was auch immer wird seine Essenz, seine Seele in einem neuen Körper wiedergeboren. Ehrlich, davon hätten wir auch gerne ein paar Fläschchen. Die Geschichte beginnt gleich mit einem großen Frevel, als der Gnomen-Wissenschaftler Fomorous Hugues es wagt, einen Menschen wieder zu beleben. Richtig geraten, genau dieser Mensch ist dann euer Avatar mit dem ihr euch aufmacht eine Masse an Haupt- und Nebenquests zu absolvieren und schlussendlich ein ganz schön düsteres Geheimnis aufzudecken.

Fateshifter: Spiel doch, wie du willst!

Zu Beginn erstellt ihr in einem Heldenbaukasten einen eigenen Charakter, stattet ihn mit einigen Attributen aus und wählt aus der Rollenspiel-Dreifaltigkeit Krieger, Schurke und Magier euren Spielstil, mit dem ihr die Gegner angehen wollt. So weit, so bekannt. Aber der Protagonist ist ein sogenannter Fateshifter, eine Person ohne Schicksal, die ihr nach eigenen Vorstellungen im Lauf des Spiel formt. Ihr seid also nicht auf den weit verzweigten Skilltree eurer Auswahl festgelegt, sondern könnt nach Belieben die Fähigkeiten lernen, die euch am meisten Spaß im Einsatz machen. Ihr wollt munter die magischen Möglichkeiten eines Zauberers mit der Kraft eines Kriegers oder dem Schleichen und Schlösserknacken eines Rogue mischen? Dann macht das einfach und stellt euch eine individuelle Klasse zusammen. 

Grafik und Technik deutlich überarbeitet

Optisch aufpoliert und an die heutigen Standards angepasst: So präsentiert sich das bereits damals schicke RPG. Allerdings solltet ihr jetzt kein „Witcher 3“ erwarten, schon das Original war ein Budget-Produkt, an dem mit rund 160 Mitarbeitern ein eher mittelgroßes Team gearbeitet hat. Aber der Charme, der enorme Umfang und der Ideenreichtum macht das Fehlen von ausufernden CGI-Zwischensequenzen mehr als wett. Klasse: Die Gegner passen sich dynamisch dem Level und den Fähigkeiten eures Helden an, das war nicht immer so. Im Original mit festem Gegner-Level war euer Charakter schon nach einem Drittel des Spiels derart übermächtig, dass ihr den Rest als Spaziergang absolviert habt. Natürlich immer vorausgesetzt, ihr habt euch schön mit den zahlreichen Nebenquests abgegeben und so fleißig Punkte gesammelt. Genug zu tun und zu bestaunen werdet ihr definitiv in der aufwändig designten Zauberwelt finden und dazu gehört natürlich auch Loot. Viel, viel Loot. Aber nicht von der Sorte, die ihr gleich liegen lasst oder nach dem nächsten Kampf wieder austauscht. Es macht wirklich Sinn, sich die Waffen und Ausrüstungsgegenstände genau anzuschauen und je nach gewünschtem Spielstil auszurüsten.  Und was ganz wichtig ist: Das Kämpfen macht richtig viel Spaß, egal ob ihr mit Bogen, Zauberstab oder gleich zwei Schwertern in die Schlachten gegen die tödlichen Kreaturen zieht.

Wenn ihr auf der Suche nach einem epischen Rollenspiel mit Old-School-Tugenden seid, dann solltet ihr euch das Remaster unbedingt genauer anschauen. Die Entwickler von KAIKO, die bereits mit Darksiders Warmastered Edition oder Red Faction Guerrilla Re-Mars-tered gezeigt haben, wie sich ältere Games ordentlich aufpolieren lassen, hauchen dem Action-RPG neues Leben ein, genau wie dem Protagonisten zu Beginn des Spiels. Schön: Euch erwarten neue Abenteuer, wenn die angekündigte Erweiterung Fatesworn die Story weiter führt.

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1 Kommentar

  • Habe es vor kurzem Angespielt und wusste wieder warum ich mir das gefallen lasse,das mich mein Hobby zig Tausende von Euro kostet.Warum findet man Heute zu Tage kein Tiefgang,Herz,Story und den Umstand,das daß Spiel mich fesselt.Ghost of Tushima,The Last of Us 1und 2 und Hero Zero Dawn waren die Einzigen Aussnahmen bei der Genaration nach der PS3.Die alten PS3 Spiele machen mir Persöhnlich den Meisten Fun.