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Das Klangerlebnis in Death Stranding

Wie die Songs aus dem Timefall-Album ihren Weg in das Spiel finden

Franziska Behner, freie Redakteurin


Death Stranding ist ein ganz spezielles Werk. Das war bereits nach den ersten Bildern und Sequenzen klar, die Producer und kreativer Kopf hinter dem Projekt, Hideo Kojima, gezeigt hat. Doch was macht es eigentlich zu etwas ganz Besonderem? Wir wollen uns heute nicht auf die Bildsprache, das von Kojima neu erfundene Genre oder die verdrehte Story konzentrieren, sondern mit euch gemeinsam eine musikalische Reise antreten.

Isländischer Pop trifft japanisches Spiel

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Noch bevor Death Stranding erschien, hat die Electropop-Band CHVRCHES aus Island den gleichnamigen Titelsong veröffentlicht, der bei Kritikern und den Fans gleichermaßen gut ankam. Das Überraschende dabei: Es klingt ganz und gar nicht japanisch. Eher im Gegenteil – die Musik der Band aus dem hohen Norden wirkt irgendwie anders und so, als würden sie in keine Sparte passen. Optimal also, um in einem Hideo Kojima-Werk aufzutauchen.

Ähnlich steht es um den zweiten Song, Ghost, der in Zusammenarbeit mit der jungen Singer/Songwriterin Au/Ra und dem DJ Alan Walker komponiert wurde. Dieser Track ist deutlich trauriger und beschreibt eine Person, die sich furchtbar allein und wie ein Geist fühlt.

Sie kann regelrecht spüren, wie sie immer wieder verschwindet und davon verfolgt wird, so zu sein, wie sie ist. Dieser sich immer wieder mit leichten Veränderungen wiederholende Text kann vielseitig ausgelegt werden. Wer ist allein und fühlt sich wie ein vereinsamter Geist, der verschwindet? Sprechen wir von Sam, der seit dem Tod seiner Kameraden allein losziehen muss und als Wiederkehrer verschwindet – und doch wiederaufersteht?

„Damals fühlte ich mich sehr abgeschnitten von meinen Freunden und meiner Familie und ich musste einfach etwas schreiben, das mein Gefühl der Isolation auf den Punkt bringt. Das passt ganz gut zum Konzept von ‚Death Stranding’ – die Isolation in der Welt und von den Menschen, die der Protagonist, Sam Porter, zu überwinden versucht.” – so Au/Ra über die Entstehung von Ghost.

Das Album – Timefall

Im Gegensatz zu der Möglichkeit, die Beschreibung auf eine spezifische Person zu legen, könnte man es im weiten Sinne auch als Charakterisierung der GDs sehen, die im Zeitregen immer wieder auftauchen – und verschwinden. Ihre Erscheinung kann sich nur im Timefall mehr oder weniger manifestieren. Passend dazu ist der Titel des dazugehörigen Albums ebenfalls „Timefall”.

Der Longplayer wird in Zusammenarbeit zwischen Sony Interactive Music und RCA Records veröffentlicht. Darauf findet ihr nicht nur „Death Stranding” und „Ghost”, sondern auch durch das Spiel inspirierte Songs von bekannten Künstlern wie Bring me the Horizon oder Major Lazer & Khalid. Das Album ist eine Reise der Gefühle und schlägt unterschiedliche Töne an, die auf seltsame Weise miteinander harmonieren – ähnlich wie die Gameplay-Elemente aus Death Stranding.

Musikalische Untermalung

Wir haben bereits am Anfang kurz angesprochen, dass Death Stranding auf viele Arten besonders ist. Das trifft auch auf die Implementierung der Musikstücke zu. Üblicherweise läuft im Hintergrund eine Musik, die in Actionszenen zu stärkeren Tönen wechselt und sich passend zu jeder Situation verändert. Gleiche Tätigkeiten, wie das Wandern über weite Felder, werden häufig mit gleicher oder zumindest ähnlicher Musik untermalt – nicht so aber Death Stranding.

Während ihr Pakete ausliefert, führt euch der Weg oft durch das veränderte Amerika. Die isländischen Einflüsse, die Kojima auf seiner Reise gesammelt hat, sind stark zu spüren. Protagonist Sam muss durch Flüsse waten und riesige Berglandschaften oder Wiesenabschnitte überqueren, um alle Pakete (möglichst heil) abzuliefern.

TITLETITLE

In Gebieten, in denen der Zeitregen einsetzt, ist es meist überraschend still. Doch wenn ihr euch im Sonnenschein durch die Landschaft bewegt, wird in verschiedenen Spielabschnitten die Musik einsetzen. Neben den meist sehr loungigen Tönen hört man dann nur noch Sam, der nach einem Schluck Wasser fragt oder keuchend über einen Stein klettert.

Die einzelnen Songs sind präzise geplant und setzen an strategischen Punkten im Spiel ein. Sie unterstützen die Bildsprache vor allem dann, wenn ihr euch in einem neuen Gebiet befindet und/oder kurz davor seid, eine neue Basis zu erreichen. Der Name des Musikstücks und des Interpreten werden dabei permanent wie Credits mitten auf dem Bildschirm angezeigt.

In einem blassen Ton fügt sich diese Schrift in das Gesamtbild ein. Mit musikalischer Untermalung geleitet ihr Protagonist Sam Porter Bridges zu seinem neuen Ziel, das bereits am Horizont zu sehen ist. In solchen Momenten fühlt sich Death Stranding wieder wie ein spielbarer Film an, bei dem ihr nur die Figur bewegen und die Atmosphäre genießen müsst.

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