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Empfehlung der Redaktion: Warum Dead Cells eines der besten Spiele 2018 ist

5 Gründe, warum nicht ihr Motion Twins phänomenalen Side-Scroller spielt, sondern er euch spielt

By Fred Dutton, SIEE, Editorial & Content Senior Manager


Auf den ersten Blick könnte man Motion Twins hoch gelobten Roguelike-Plattformer Dead Cells vorwerfen, es sei inhaltlich etwas seicht – nur eine Handvoll “Gebiete” und vier Bosse, die es zu meistern gilt. Und doch lieferte das couragierte Studio aus Frankreich den Zeitmagneten 2018 ab. Ein Spiel, das von Anfang an fesselt und nicht mehr loslässt.

In den Monaten seit der Veröffentlichung ist es zum reinen Komfort-Spiel geworden – ich kann nicht aufhören. Also warum kann es angesichts seiner Kompaktheit so lange fesseln? Dröseln wir das mal auf:

1. Perfektes “Spielgefühl”

Stellt euch ein Spiel vor. Vergisst Erzählung, Leveldesign, Rätsel und visuelles Design. Wäre nur die Fortbewegung und Interaktion mit der Welt des Spiels immer noch spaßig? Wenn die Antwort Ja lautet, dann ist das tolles “Spielgefühl” in Aktion. Es ist eine seltene Qualität, aber Dead Cells trifft den Nagel auf den Kopf.

Dead Cells

Bewegung in Dead Cells ist äußerst verfeinert, jede Aktion bietet fantastisches Feedback der Umwelt. Die Art und Weise, in der Türen wie Balsaholz zersplittern, wenn man durch sie hindurch bricht; der Goldregen, wenn man eine Truhe aufbricht; der mechanische Krach der Fahrstühle, wenn sie sich in Bewegung versetzen. Jede Interaktion ist eine Freude.

Und könnt ihr in einen befriedigenderen “Bodenstampfer” in Videospielen nennen, als das atemberaubende “THHHHUNK” des Protagonisten, wenn er einen Powerslam in den Boden schlägt? Nur Kratos ‘Axt-Fang kann mit ihm als der angenehmste Knopfdruck 2018 konkurrieren.

Da Dead Cells es fordert, dieselben Level immer und immer wieder für bescheidene zusätzliche Belohnungen zu spielen, ist das “Gefühl” des Spiels von zentraler Bedeutung für den Erfolg. Es ist oft ein Spiel, bei dem die Reise das Ziel ist. Und diese Reise ist ein Kreis, keine gerade Linie. Also geht es immer wieder herum und herum und herum…

2. Geheimnisse, Rätsel und Gerüchte

Dead Cells stellt dessen Einflüsse offen zur Schau. Das ausufernde Design der Karte ist von Castlevania inspiriert; die Engine für die prozedurale Generation zollt Spelunky Respekt; und der verblümte, weniger-ist-mehr-Aufbau der Welt ist voll und ganz Dark Souls.

Es ist ein Spiel voller Geheimnisse und Rätsel. Wer ist der Protagonist. Warum sind sie hier? Was ist hinter all den verschlossenen Türen? Was – und viel wichtiger, wo – ist die Kreatur, die aus den vergifteten Abwasserkanälen geflüchtet ist? Dead Cells beeilt sich nicht, euch alles zu zeigen, was es zu bieten hat. Sogar in meinem 213en Lauf bietet es neue Überraschungen.

Dead Cells

Letztens prahlte ein Freund damit, einen versteckten Raum mit einem Spiel-verändernden Dark Souls-ähnliches Leuchtfeuer gefunden zu haben. Davon hatte ich noch nie gehört – und je länger ich spielte ohne es zu finden, desto eher vermutete ich, dass es sich um ein Gerücht aus dem Internet handeln musste, das sich wie ein Lauffeuer verbreitet hat. Dann, nach 80 Stunden Spielzeit, rollte ich durch eine Lücke in der Wand und fand die Kammer, die genau dieser Beschreibung entsprach.

Mit jedem Spieldurchlauf beantwortet und stellt Dead Cells ein paar weitere Fragen. Es verwehrt einem, es hinzulegen und zum nächsten Spiel zu wechseln.

3. Muss. Alles. Sammeln.

Über die Jahre haben Videospiele alle Arten von detaillierten Infografiken und Diagramme benutzt, um Spieler-Fortschritt zu kommunizieren. Manche sind elegant, manche sorgen für Migräne – aber keines ist so herrlich wie Dead Cells.

Zu Beginn eines jeden Laufs, kurz vor der Tür zum ersten Areal, hängen eure gesammelten Powerups in einer glänzenden Ansammlung an Glasbehältern von der Decke. Es ist eine wunderschöne visuelle Mechanik.
Aber die tragische Sache? Einige der Glasbehälter sind leer. Nur ein leerer Punkt, wo ein glitzerndes, wertvolles, kleines Item drin verweilen könnte.

Legt euer Ohr an den Fernseher und ihr könnt sie vielleicht flüstern hören: “Füll mich. Füll mich. Füll mich”. Also, egal wie entmutigend euer letzter Tod war; auf die Beine und zurück in den Kampf für eine weitere Runde Dead Cells.

Dead Cells

4. Entscheidungen haben Auswirkungen

Es gibt Teile von Dead Cells, die mich wirklich nicht interessieren. Die vergifteten Abwasserkanäle sind eine elende Tortur; der Conjunctivius Boss-Gegner passt überhaupt nicht zu meinem Spielstil; und ich könnte auch einfach einen rostigen Löffel statt des infernalen Breitschwertes verwenden.

Und das ist okay, denn das Spiel zwingt einen nicht dazu, das Obere durchzustehen. Die Erfahrung ist fast komplett anpassbar. Von der Route, die man durch das Spiel nimmt, bis zu den Items, die man wählt.

Dead Cells

Ob ihr aus der sicheren Entfernung euren Gewehrturm-Skill verwenden möchtet, einige neu gekaufte Items austestet oder der Vorsicht Lebewohl sagt und all die Speedrun-Tore öffnet – Dead Cells ist für euch da, es bietet jedes Mal eine andere Erfahrung.

5. Eine perfekte Lernkurve

Wie alle guten Spiele liefert Dead Cells dieses gewisse “leicht zu spielen, schwer zu meistern”. Nach und nach eröffnet es euch Items, Kräfte und schwerlich erspielte Erfahrung, bis, ohne es zu bemerken, ihr euch von einem bemitleidenswerten Schwächling zu einem Mutanten-tötenden Agenten der Massenzerstörung verwandelt. Es ist ein Spiel, bei dem ihr konstant besser werdet – auch wenn ihr kläglich scheitert.

Ich erinnere mich daran, wie ich am ersten Wochenende nach der Veröffentlichung Notizen mit den Kollegen verglich. Ich hatte acht Stunden gespielt und war dem ersten Boss ein paar Male begegnet. Ich konnte mir nicht vorstellen, dieses Ding jemals zu erledigen. Spult 80 Stunden nach vorne und es ist ein Zuckerschlecken.

Dead Cells

Jetzt gerade teile ich dieses Gefühl bei der Hand des Königs auf NG+. Jedes Mal, wenn ich dem letzten Boss gegenüberstehe, bleibe ich ein paar Sekunden länger am Leben. Und auf dem Weg zu dieser unvermeidlichen Niederlage, schärfe ich meine Fähigkeiten, verstärke ich meinen Glücks-Skill, schalte ein oder zwei neue Items frei und rücke dem Sieg Zentimeter für Zentimeter näher. Schon bald kann ich dieses Spiel endlich abschließen und nach vorne blicken. Oder?

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