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Wie die Entwickler von Resident Evil 7 die Hauptfigur Chris Redfield für den morgen erscheinenden DLC Not a Hero erschaffen haben

Vom Modelcasting bis zum fotorealistischen Rendering – wie der Kultcharakter sein Comeback in der Horror-Reihe feiert

Koji Nakanishi, Director, Resident Evil 7 Biohazard:


Hallo, liebe PS Blog-Leser. Ich heiße Koji Nakanishi und ich bin der Director von Resident Evil 7 Biohazard. Das Release der Gold Edition und des kostenlosen DLCs “Not a Hero” steht unmittelbar bevor – ein guter Zeitpunkt, um euch ein paar Einblicke zu geben, wie wir den schon längst zum Inventar der Reihe gehörenden Chris Redfield für seinen Auftritt in Resident Evil 7 erschaffen haben.

1. Neue Möglichkeiten

Durch den Wechsel auf PlayStation 4 stand uns plötzlich eine gewaltige Menge an Rechenkraft zur Verfügung. Das hat natürlich auch die Erwartungen der Fans an das Spiel hochgeschraubt und die Messlatte deutlich höher gelegt. Um diese fotorealistische Qualität zu erreichen, gleichzeitig aber dem Charakter von Chris gerecht zu werden, haben wir entschieden, eine Technik namens Photogrammetrie einzusetzen. Bei diesem Prozess wird ein echter Mensch als Basis für das Charaktermodell eingescannt.

Resident Evil 7

Zunächst haben wir ein Casting veranstaltet, um Models mit dem Look zu finden, den wir uns für Chris vorgestellt haben. Dabei war natürlich wichtig, dass das Gesicht des Models nach Chris aussieht – ich wollte aber auch jemanden mit einem wilden, rauen Look. Außerdem sollte unser Model eine militärische Ausstrahlung haben, wenn er das Outfit für den Scan anhat. Denn Chris’ Haltung und die Art und Weise, wie er sich bewegt, sind ein wichtiger Teil des Charakters.

Nachdem wir den richtigen Mann gefunden hatten, haben wir ihm eine echte Militäruniform angezogen. Wir hatten schon früher Militärausrüstung als Referenzmaterial oder als Basis für Texturen verwendet … aber jetzt haben wir zum ersten Mal Aufnahmen eines echten Menschen in der Uniform gemacht, deswegen wollten wir sichergehen, dass alles stimmt. Wir haben sogar einen militärischen Berater engagiert, der uns bei der Auswahl der Uniformen und bei der Gestaltung für das Shooting geholfen hat.

2. Ein Star wird geboren

Chris’ Gesicht beruht zwar auf den Photogrammetrie-Scans, wird jedoch nicht zu 100 % exakt so verwendet, wie es aus den Scans kam. Unsere Designer haben einige Details des Gesichts angepasst, um sicherzugehen, dass es unserer Vision von Chris entspricht.

Resident Evil 7

Wir haben die gescannten fotografischen Daten in 3D-Modell-Daten umgewandelt – bis hin zu den kleinsten Details des Outfits und der Accessoires.

Resident Evil 7

Die Texturen enthalten nicht nur Farbinformationen, sondern auch detaillierte Tiefeninformationen aus den Scans.

3. Ein passendes Outfit

Auch beim Körper gibt es einige Details, die helfen, Chris zu identifizieren und zu zeigen, was er an diesem Punkt der Timeline für ein Charakter ist. Seiner Uniform fehlen beispielsweise die Abzeichen oder Medaillen, die normalerweise den Rang oder die Einheit kennzeichnen.

Resident Evil 7

Das ist die 3D-Modell-Version der Gesichtsdaten. Wie ihr sieht, werden selbst die kleinsten Texturen des Gesichts unseres Models erfasst.

Zusammen mit der schwarzen Farbe der Uniform bekommt man so den Eindruck, dass Chris für eine Geheimorganisation arbeitet, die Zugang zu modernsten Technologien hat – wie beispielsweise der visierähnlichen Gasmaske, die er trägt.

Selbst das Design der Waffe und der Schutzausrüstung, die Chris verwendet, wurde leicht futuristisch gestaltet.

Resident Evil 7

Resident Evil 7

4. Das bis dato realistischste Modell

Das Chris-Model, das wir durch diesen Prozess erschaffen haben, ist unglaublich realistisch. Allein das Gesicht besteht aus fast 40.000 Polygonen und über 250 Gelenken. Dank dieses Modells und dank der Tools, die uns in unserer selbst entwickelten neuen RE Engine zur Verfügung stehen, konnten wir eine Qualität erreichen, die Lichtjahre von allem entfernt ist, was in früheren Hardware-Generationen möglich war.

Danke fürs Lesen, und wenn ihr das Spiel noch nicht gespielt habt, dann sorgt dafür, dass euch jemand die Resident Evil 7 Biohazard Gold Edition unter den Weihnachtsbaum legt!

3 Kommentare
1 Autorenantworten
1

Ja. Mir wäre es trotzdem lieber gewesen, wenn dieser Chris irgendeine Ähnlichkeit mit dem alten Chris haben würde. Und wenn man schon einen Charakter redesignt, das ist ja erlaubt, dann sollte man auch zum Redesign stehen – und in anderen Medien und Spielen nicht plötzlich wieder das alte Design verwenden.

Martin Schubert 12 Dezember, 2017 @ 12:29
2

Ich fand die RE7-Variante anfangs auch befremdlich, aber ich muss sagen, dass er mir nach einer kurzen Gewöhnungsphase schon jetzt besser gefällt. Vermutlich hilft es, dass er jetzt tatsächlich wie ein Mensch aussieht und nicht eine Mischung aus Dwayne Johnson, dem man eine Marvel vs Capcom-Dosis verpasst hat.

2.1

Ich bin durchaus bereit den neuen Chris zu akzeptieren, zumal der deutsche Chris immerhin seinen Sprecher behalten durfte. Aber dann soll Capcom ihn auch richtig “durchziehen”. Sowohl im letzten RE-Film, als auch im angesprochenen Marvel vs Capcom kam plötzlich wieder der alte Chris Muskelberg vor.

Man könnte natürlich argumentieren, dass beides bereits in Entwicklung war und man ihn deswegen nicht mehr austauschen konnte – aber Dantes Redesign aus Devil May Cry hat Capcom ja auch wieder fallen gelassen 😉

Martin Schubert 12 Dezember, 2017 @ 16:42
2.2

Fand ich eigentlich schade, dass DmC so schlecht ankam, ich fand den Stil eigentlich verdammt cool. Naja, Geschmäcker und so…

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