Wie sich die Unfähigkeit, die Zeit zurückzudrehen, auf das Life is Strange-Prequel Before the Storm auswirkt

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Wie sich die Unfähigkeit, die Zeit zurückzudrehen, auf das Life is Strange-Prequel Before the Storm auswirkt

Das Spiel beschreitet aufgrund fehlender zweiter Chancen einen ganz anderen Weg als das gefeierte Original

Clara Hertzog, SIEE:


Es gibt viele Gründe, warum Life is Strange solche leidenschaftlichen Anhänger um sich geschart hat. Man könnte den unverwechselbaren Grafikstil als Grund vorbringen; die geistreiche Handlung; vielleicht die überraschende, emotionale Tiefe; die lebhaften und vielfältigen Charaktere.

Wenn man bedenkt, wie gut Dontnod Überraschungshit 2015 bei den Kritikern angekommen ist, ist es keine Überraschung, dass sich ein Nachfolger in Arbeit befindet. Was dagegen sehr wohl eine Überraschung ist, ist die Tatsache, dass Life is Strange 2, an dem Dontnod gerade fleißig arbeitet, nicht das einzige neue Spiel der Reihe ist, das auf uns zukommt. Ein Prequel, kreiert von Deck Nine Games, befindet sich ebenfalls in der Entwicklung.

Als großer Fan des Originals war ich anfangs etwas skeptisch, aber die kurze Demo, die ich bei Square Enix Europe gespielt habe, hat mich davon überzeugt, dass sich das Studio all den Dingen, die Life is Strange so besonders gemacht haben, akribisch gewidmet hat.

Before the Storm konzentriert sich auf Chloe, Max‘ punkige Rockerfreundin aus dem ersten Teil von Life is Strange. Da Before the Storm drei Jahre vor dem Original in Arcadia Bay spielt, ist die Chloe, die wir treffen und spielen werden, erst 16 Jahre alt – noch ohne blaue Haare und ein typischer Teenager. Ihre Freundin Max ist nirgendwo zu finden und der Tod ihres Vaters liegt noch nicht so lange zurück, wie im ersten Spiel.

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In meinem kurzen Einblick in Before the Storm folgte ich Chloe bei dem Versuch, sich auf einen geheimen Gig zu schleichen. Sie hat noch nicht das Selbstbewusstsein und die Zuversicht, die sie ein paar Jahre später haben wird, aber bereits jetzt ist sie rebellisch, eigenwillig und ein wenig zu eifrig, wenn es darum geht, ihre Meinung kundzutun.
Ich will euch nicht zu viel über den Abschnitt verraten, aber ich kann euch versichern, dass Chloe sich erfolgreich in Schwierigkeiten bringen wird, und das noch vor ihrem ersten Treffen mit Rachel Amber, einem der zentralen Charaktere im Prequel und Arcadia Bays Version von Laura Palmer.

Was das Gameplay angeht, so unterscheiden sich die Situationen und Möglichkeiten, aus denen Chloe wählen kann, deutlich von denen, die wir von Max gewohnt waren.

Ihre Persönlichkeiten sind sehr unterschiedlich – was zu Entscheidungsmöglichkeiten führt, die sich viel gewagter anfühlen als die, aus denen Max wählen konnte. Ihr müsst auch viel vorsichtiger vorgehen, da ihr nicht in der Lage seid, die Zeit zurückzudrehen.

Falls ihr, wie ich, im Originalspiel die wahnwitzigsten Entscheidungen getroffen habt, nur um zu sehen, was passiert, und dann Max‘ Fähigkeit benutzt habt, um einen Weg einzuschlagen, der euch mehr liegt, wird euch die Endgültigkeit von Chloes Entscheidungen zum Nachdenken animieren.

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Doch gerade, weil eure Taten jetzt unumkehrbare Folgen haben können, sind selbst die kleinsten Entscheidungen viel spannender. Da es kein Sicherheitsnetz in Gestalt einer Zeit verändernden Superkraft gibt, geht ihr nicht mehr gleichgültig durch das Spiel und schenkt den Gesprächen mehr Aufmerksamkeit.

Aber das Studio bietet einen Kompromiss an, nämlich Chloes scharfen Verstand; mit der „Widerworte“-Mechanik kann Chloe versuchen, sich aus unerwarteten Situationen rauszureden, aber das ist riskant und geht vielleicht nicht immer so aus, wie ihr es erwartet.

Ohne die an Science-Fiction erinnernde Rückspultaste habe ich das Gefühl, eine viel bodenständigere Erfahrung zu machen, die eine alternative Herangehensweise fördert. Dies ist wohl eine der größten Stärken des Prequels und hebt es auf subtile Weise vom Vorgänger ab.

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Wenn ihr Life is Strange gespielt habt, werdet ihr natürlich viele bekannte Gesichter wiedersehen und hier und da auch ein paar Anspielungen bemerken, aber dennoch ist Before the Storm ein absolut eigenständiges Spiel.

Zu wissen, was einige der Charaktere in der Zukunft erwartet, schmälert die Faszination nicht im Geringsten; wenn überhaupt, macht es die Entdeckungen noch viel interessanter. Die Rückkehr nach Arcadia Bay und das Wiedersehen mit der seltsamen Stadt und ihren einzigartigen Persönlichkeiten hat sich großartig angefühlt, und ich kann es kaum erwarten, mehr zu sehen, wenn die erste von drei Episoden am 31. August für PS4 erscheint.

Kommentare sind geschlossen.

1 Kommentar

  • Ich bin noch skeptisch, ob LiS auch wie ein konventionelles Adventure funktioniert, da gerade die Rückspulmechanik den Charme ausgemacht hat. Da ich LiS aber genial fand, werde ich mir das Prequel zumindest mal ansehen.