Ein Rennbolide wird geboren: Das „Making of“ der WipEout Tigron-Renndrohne

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Ein Rennbolide wird geboren: Das „Making of“ der WipEout Tigron-Renndrohne

Antigrav-Rennen sind Zukunftsmusik? Seht euch an, wie schon heute das Gefährt von Morgen entsteht!

Bei wem gehen bei der Abkürzung DCL die Glühbirnen an? Ok, ist nicht ganz so einfach, aber nein, dabei handelt es sich nicht um einen Buchstabendreher für herunterladbare Inhalte! Hinter der Abkürzung steckt die Drone Champions League, und wie der Name bereits vermuten lässt, dreht sich dabei alles um die aufregende Welt der Wettkampfdrohnen!

Einigen von euch gehen jetzt vermutlich zwei Fragen durch den Kopf: Was sind Wettkampfdrohnen und was hat PlayStation damit am Hut? Lasst uns diese und ein paar weitere Fragen klären!

Was ist eine Wettkampfdrohne?

Eine Wettkampfdrohe ist aus technischer Sicht ein „Quadcopter“ – also ein Fluggerät mit vier Motoren und vier Propellern. FPV-Renndrohnen unterscheiden sich komplett von ihren Artgenossen, den Kameradrohnen. Sie sind äußerst agil, leicht zu steuern und werden von den Piloten mittels RC-Controller und FPV-Brillen gesteuert.

Was ist Drone Racing?

Dabei handelt es sich um eine neue Art Motorsport, mit einer wachsenden Beliebtheit im Alterssegment von 15-45. Piloten treten gegeneinander auf Rennbahnen an und wer das Rennen am schnellsten beendet, hat gewonnen. Die Bahnen bestehen aus bestimmten Checkpoints und Toren, die die Piloten passieren müssen, um gewertet zu werden. Momentan gibt es 3 verschiedene Disziplinen:

  • Time Trial: Klassisches Format. Die Piloten fliegen alleine und die schnellste Runde gewinnt.
  • Drag Race: 2 oder mehr Drohnen fliegen zur selben Zeit auf einer geraden 100m Strecke. Beschleunigung ist hier besonders wichtig.
  • Rotorcross: Ähnlich dem Time Trail, aber mehrere Drohnen fliegen gleichzeitig.

Was hat WipEout mit Drohnen zu tun?

Renndrohnen sind verdammt schnell, verdammt wendig und schlagen der Erdanziehungskraft ein Schnippchen — man könnte sie also in gewisser Weise als die Uhrahnen der AG-Rennfahrt bezeichnen.

Da war der Brückenschlag zu WipEout naheliegend und wir dachten uns: Vielleicht können wir den Rennboliden der Zukunft schon heute auf die Piste schicken!

Gesagt, getan und wenige Tage später begann die Entstehung des Tigron Drohnenmodells!

Die Entstehung des Tigron Drohnenmodells

14 Tage hat es gedauert, das Modell von der Planung in die Luft zu bekommen und wie das alles vonstatten gegangen ist, hat das Konstruktionsteam der DCL in einem Tagebuch festgehalten.

  • Tag 1 — Die Idee ein WipEout AG-Schiff als Drohne zu kreieren ist geboren! Wir versuchen an unserem PC herauszufinden, wie man das Konzept realsieren kann. Wir sind entwas nervös. Das ist verdammt viel Arbeit…
  • Tag 2 — Wir versuchen die perfekte Größe für das 3D-gedruckte Gehäuße zu finden – basierend auf der Propellergröße, Flugzeit und der Balance der Drohne. Wir haben uns für eine einfache Variante (190mtm True-X Design, 5″ Propeller) aufgrund der knappen Zeitspanne entschieden. 5″ Propeller sind die kleinste Größe — allerdings wird der Quad fast einen halben Meter lang sein und mit dem Cover ca. 1kg wiegen.
  • Tag 3-4 — Wir remodellieren die Hülle und entwickeln eine Montagelösung für das Gehäuse an der Stützstruktur. Das Gewicht muss passen, um sicherzustellen, dass das Schiff richtig fliegt. Sonntag 12 Uhr gehen die Daten an einen 3D Drucker-Service. Wir hoffen, dass alles gut geht; der Druck dauert sehr lange (120 Stunden) und kann ob der Deadline nicht wiederholt werden, sollte etwas schief gehen. Testdruck lief gut, aber wir haben uns dann doch für eine SLS-Nylon-Lösung entschieden.
  • Tag 5-6 — Design der Stützstruktur – der eigentliche Rahmen, der alle Komponenten wie Flugcontroller, motoren, Geschwindigkeitsregler und Batterien trägt. Haben Nachricht vom 3D Drucker-Service erhalten, dass der Drucker über das Wochenende gestoppt hat und neu gestartet werden musste. Deadline ist in 5 Tagen und ein Feiertag ist auch noch dazwischen. Verdammt!
  • Tag 7-8 — Wir erstellen den Rahmen aus Kohlenstofffaserblättern und montieren die erste Hardware darauf, wie z.B. Motoren und Propeller, um zu testen, ob alles funktioniert. Wir halten durch und freuen uns auf den ersten Testflug.
  • Tag 9 — ERSTER TESTFLUG DES RAHMENS – Er fliegt perfekt! Hoffentlich auch mit dem schweren Cover – es macht 60% des Gewichtes aus. Wir testen welcher Propeller am besten funktioniert und haben uns dazu entschieden, es mit einem Quadblade wie eine Jetturbine klingen zu lassen. Letzte Details wie LEDs und Verkabelung werden angebracht.
  • Tag 10 — Wir fahren 10 Stunden lange mit dem Zug, um das 3D-Modell rechtzeitig zusammenzusetzen. Kommen verdammt spät wieder zu Hause an. Sind super müde. Passt es auf den Rahmen? Wir erreichen den „Point of no Return“.
  • Tag 11 & 12 — Der 3D-Druck passt! Perfekt! Dank dem SLS-Druck. Aber fliegt er? Wir finalisieren die Montagestellen und versuchen ihn fliegen zu lassen (er hat das doppelte Gewicht einer Drohne der selben Größe, und die Gewichtsverteilung war nicht bekannt) – Lift-Off! Yeah! Ein bisschen wie ein Schlachtschiff, aber er fliegt! Wir bauen alles auseinander und wieder zusammen, um die Schritte zu filmen. Unser Vater hilft uns beim Auschneiden der Sticker, da es schon 9 Uhr Abends ist und wir morgen nach Wien aufbrechen müssen.
  • Tag 14 — Ankunft in Wien. Testflug in der Marx Halle. Wir treffen uns mit dem Rest des Teams und bereiten den Test vor. Filmcrew hält alles fest… YEAH! WIR HABEN ES GESCHAFFT!

Ganz schön aufreibendes Programm für 2 Wochen. Wie sich unser Trigon Gleiter beim ersten Testflug schlägt, könnt ihr euch im folgenden Video ansehen!

Was hat PlayStation nun mit der DCL am Hut?


Wer sich jetzt gedacht hat, wir lassen diesen schicken Drohnengleiter nur bauen, um ein cooles Video zu drehen, hat sich geschnitten, denn wir wollen wissen, was unser Modell wirklich drauf hat. Und was wäre besser dazu geeignet, als der Auftakt der Drone Champions League Saison 2017, am 4. Juni in Paris?

Bei dem Rennen an der Champs-Élysées (die Stecke wird sonst übrigens nur für die Tour de France gesperrt!) messen sich in wenigen Tagen 42 Piloten auf einer Länge von 1,2km und das vor den Augen von bis zu 200.000 begeisterten Fans. Eine perfekte Umgebung also, um unseren Gleiter richtig durchstarten zu lassen!

Stay tuned für weitere Infos!