New Highscore! – Lethal VR angespielt

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New Highscore! – Lethal VR angespielt

Taucht mit diesem Arcade-Shooter in virtuelle Welten ein - und zeigt euren Freunden, wer der Chef am Schießstand ist

Die virtuelle Realität hält – langsam aber sicher – Einzug in die Welt der Videospiele. Und manche Genres gelten bereits jetzt als absolut VR-tauglich – so auch der klassische Arcade-Shooter. Lethal VR fällt exakt in diese Kategorie und macht auf Sonys VR-System eine durchaus ordentliche Figur, wenngleich das Vergnügen ziemlich knapp bemessen ist. Aber das war damals in den Spielhallen ja auch nicht anders.

Genre:
Arcade-Shooter

Systeme:
PS4

Wer hat’s gemacht?
Gegründet von Fiona Sperry und Alex Ward, die in der Vergangenheit bereits das berühmte Studio Criterion Games (Black, Burnout Paradise, Need for Speed: Hot Pursuit) ins Leben riefen, fuhr ihr Indie-Studio Three Fields Entertainment mit dem originellen Dangerous Golf einen Achtungserfolg ein. Mit Lethal VR wagt sich der Entwickler nun in Virtual Reality Gefilde vor, das internationale Spielelabel Team 17 fungiert hier als Publisher.

Worum geht’s?
Ihr steht auf einer Plattform, die ungefähr vier bis fünf Meter groß ist. Durch einige technische Vorrichtungen kann die Umgebung ausgedehnt werden – bis rund 20 Meter. Zusätzlich ist es möglich, sie mit Wänden, Hindernissen oder anderen Objekten zu ergänzen. Je nach Level wird mit unterschiedlichen Schusswaffen auf Ziele geballert oder mit Klingen auf jene geworfen, wobei sich die Targets regelmäßig sehr schnell bewegen – sowohl vertikal als auch horizontal. In über 30 Abschnitten, die sich über sechs Schwierigkeitsgrade erstrecken, wird eure aktuelle Performance in Punkten bewertet.

Das Grundkonzept von Lethal VR, dem ersten VR-Game des Indie-Studios Three Fields Entertainment, entspricht der Arcade-Action eines klassischen Spielhallen-Shooters. Damit das Abarbeiten an Aufgaben aber nicht schnell monoton wird, haben die Entwickler einige abwechslungsreiche Waffen für euch parat. Neben den üblichen Verdächtigen wie automatischer Pistole, Uzi und sechsschüssigem Revolver etc., darf erfreulicherweise auch mit der OCP-Pistole von Robocop höchstspersönlich auf Ziele geballert werden, während auf Knopfdruck nachgeladen wird. Die Standard-Ziele präsentieren sich im klassischen Look von Schießstand-Objekten und weisen zwei Kerntrefferzonen (Kopf und Brust) auf, andere hingegen zeigen sich als Pappaufsteller im Comic-Look. Im späteren Spielverlauf wird die Action unter anderem um Vasen, Statuen und Flaschen ergänzt, die selbstverständlich allesamt zu zerstören sind.

Wie spielt es sich?
Um die doch etwas starre Gameplay-Mechanik etwas aufzulockern, gibt es Herausforderungen, bei denen ihr gänzlich auf Schusswaffen verzichten müsst. Immer wieder stehen euch stattdessen lediglich scharfe Objekte wie Messer oder Wurfsterne zur Verfügung, gelegentlich befindet sich sogar Odd-Jobs Hut (ganz recht, vom legendären Bond-Widersacher) in eurem Besitz, dessen Einsatz besonders viel Spaß bereitet. Auch Spielvarianten wie Quickdraw (zu Beginn der Challenge muss die Waffe an der Hüfte gehalten werden), verdeckte Ziele und Levels, wo ihr eine Schusswaffe in der linken sowie ein Messer in der rechten Hand habt, lockern das Geschehen auf.

Dennoch eignet sich der Titel vor allem für die ein oder andere schnelle Runde zwischendurch. Denn die auf Highscore basierende Ballerei habt ihr nach rund ein bis zwei Stunden durch; danach ist es vor allem ein lokales Duell gegen eure Freunde, um sich gegenseitig die höchste Punktzahl wegzunehmen. Letzteres besitzt aber durchaus viel Party-Potenzial, da das Spielprinzip simpel ist und in Gesellschaft schnell eine enorme Sogwirkung entfalten kann. Zudem versprüht Lethal VR einen rauen Arcade-Charme, der direkt aus einer Spielhalle der 1980er Jahre zu stammen scheint.

Mitunter sorgen auftauchende Zivilisten für eine weitere Herausforderung: Nicht nur Zielgenauigkeit und schnelle Reflexe sind dann gefragt, sondern auch ein gutes Auge, die guten von den bösen Jungs im Bruchteil einer Sekunde zu unterscheiden. Schade aber, dass es bis auf die letzte Mission eigentlich kaum Grund gibt, als Spieler die Position zu wechseln oder sich in Deckung zu begeben. Diesbezüglich wurde eindeutig einiges Potenzial verschenkt.

Während die Feuergefechte meist akkurat und – abhängig von der jeweiligen Waffe – punktgenau ablaufen, wird euch so mancher Klingenkampf den Schweiß aus einem anderen Grund auf die Stirn treiben: Denn die ziemlich unrealistischen Flugkurven von Messer, Machete und Co. müssen erst einmal verinnerlicht werden, bevor ihr auch mit jenen Mordinsturmenten optimal umgehen könnt. Mit der Zeit werdet ihr jedoch damit zurecht kommen – und Freunde ob eurer Geschicklichkeit in den Wahnsinn treiben.

Quickie oder Langzeitbeziehung?
Als Einzelspieler eindeutig eine schnelle Nummer für zwischendurch, erlangt der Arcade-Shooter im lokalen Mehrspielermodus eine ganz neue Bedeutung. Die nächste Party kann kommen!

Gefällt euch, wenn ihr…
…gern klassische Arcade-Shooter spielt und euch mit Vorliebe lokale Highscore-Duelle mit Freunden liefert.

Ideal, um…
…lokal gegen Freunde seine Highscore verbissen zu verteidigen. Schließlich kann es nur einen Schützenkönig geben.

Besonderheiten:
Neben dem erstaunlich gut vermittelten Arcade-Charme, ist es vor allem das kurzweilige Spielprinzip, mit dem Lethal VR begeistern kann. Das zeigt sich besonders bei lokalen Shootouts gegen Freunde, wo Runde um Runde sehr viel Adrenalin im Spiel ist.

Können meine Kinder damit spielen?
Der Titel ist ab 16 Jahren freigegeben. Zwar gibt es keine derbe Gewaltdarstellung, doch es geht immerhin darum, mit realistisch anmutenden Waffen auf menschliche Abbilder zu schießen und diese zu eliminieren. Für jüngere Spieler bietet sich hingegen das unterhaltsame Adventure Wayward Sky an, das ab 12 Jahren empfohlen wird und ebenfalls für PlayStation VR erhältlich ist.

Womit überrascht Lethal VR?
Dank der Zugänglichkeit eignet sich der VR-Titel hervorragend als Partygame. Es ist einfach ein befriedigendes Gefühl, den mühsam errungenen Highscore eines Freundes im Handumdrehen auszulöschen und sich selbst an die Spitze zu schießen. Vorläufig, denn euren menschlichen Widersachern verlangt es gewiss nach einer Revanche.