Regen aus Stahl – Titanfall 2 angespielt

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Regen aus Stahl – Titanfall 2 angespielt

Wenn die mechanische Riesen vom Himmel stürzen, bebt die Erde. Auseinandersetzungen unbekannter Größe sind die Folge - und ihr steckt mitten drin!

Wir sind mittlerweile daran gewöhnt, bei Sequels fast alles vorzufinden, was zuvor das Original definierte. Ein neuer Spielmodus hier, eine etwas veränderte Mechanik da – viel mehr ist meist nicht drinnen an Veränderung. Anders Titanfall 2, das endlich eine Kampagne bietet und so für eine behutsame Neuausrichtung der Reihe sorgt.

Genre:
Ego-Shooter

Systeme:
PS4

Wer hat’s gemacht?
Die Shooter-Spezialisten von Respawn Entertainment (die Gründer waren früher bei Infinity Ward, dem Entwickler von Call of Duty) sorgen mit ihrem zweiten Teil für reichlich Aufsehen. Electronic Arts freut’s, schließlich fungieren sie als Publisher des Titels und nehmen damit – zusammen mit dem grandiosen Battlefield 1 – die Konkurrenz ordentlich in die Mangel.

Worum geht’s?
Ein anfangs unbedeutender Soldat namens Jack Cooper wird im Einsatz auf einem fremden Planeten zum Piloten eines Kampfroboters, des titelgebenden Titanen, und in der Folge zum Retter von Welten. Die zugegeben etwas vertraut klingende Geschichte wird jedoch durch vielfältige Ideen in Sachen Gameplay entschädigt: Akrobatische Sprünge, packende Massenschlachten, einzigartige Landschaften und herausfordernde Bosskämpfe ergeben zusammen ein gelungenes Sci-Fi-Actionfest, das sich angenehm von der breiten Masse an Shootern abhebt. Nicht zu vergessen die stählernen Riesen, die in Titanfall 2 erneut eine tragende Rolle spielen.

Wie spielt es sich?
Die Sequenzen im Cockpit des gewaltigen Titanen sind ebenso überzeugend wie jene als agiler Pilot und fügen sich zu einem homogenen Abenteuer zusammen. Und mit der Zeit wächst einem beinahe sein stählerner Kamerad ans Herz, der mit seinen trockenen Kommentaren nicht selten für etwas Humor auf den sonst so dramatisch inszenierten Schlachtfeldern sorgt. Insgesamt hebt sich der Titel auch spielerisch angenehm von den – oftmals sehr realistisch gestalteten – Konkurrenzprodukten ab und weist dadurch erstaunlich viel Eigenständigkeit auf.

Gutes Teamwork wird vor allem in den Gefechten gegen versierte Gegner unverzichtbar; eigensinnige Spieler, die vorzugsweise allein vorgehen, sehen sich hingegen bald nahezu unbesiegbaren Titanen gegenüber. Zudem wurden die Anti-Titanen-Waffen in ihrer Wirkungskraft reduziert, was die gewaltigen Roboter gefährlicher denn je macht. Teamplayer hingegen werden die taktisch anspruchsvollen Matches lieben, die dank der guten Server- und Spielstabilität reibungslos ablaufen.

Quickie oder Langzeitbeziehung?
Endlich gibt es eine Kampagne, die noch dazu sehr gelungen ist. Da diese aber bald erledigt ist, muss der Multiplayer natürlich umso mehr bieten: Mit zwölf verschiedenen Spielmodi und neun unterschiedlichen Maps treten Teams von Piloten gegeneinander an; erst später im Match können die mächtigen Titanen angefordert werden. Und in einer Variante („Pilot vs. Pilot“) wird sogar gänzlich auf diese verzichtet. Die größte Neuerung ist im Mehrspieler-Modus jedoch die Progression: In sieben unterschiedlichen Klassen können Piloten nach und nach Unlocks erwirken und sich dadurch individuell entwickeln und ausrüsten. Aber auch den Titanen steht dieses Privileg zu, von denen es nun sechs völlig neue Modelle gibt. Es gibt also viel zu tun.

Gefällt euch, wenn ihr…
…gern Ego-Shooter spielt. Wem gut durchdachte Science-Fiction-Welten sowie gigantische Roboter zusagen, wird Titanfall 2 sowieso lieben, dann ist das euer Spiel!

Ideal, um…
…dem Wort „episch“ eine neue Bedeutung zu geben: Mit Hilfe des Titanen in intensiven Gefechten euren Feinden das Fürchten zu lehren oder zu Fuß einen der feindlichen Riesen spektakulär niederzuringen.

Besonderheiten:
Wie der Name schon sagt, gibt es hier Titanen. Sie sind riesig, aus Stahl und schrecklich mächtig. Das Beste: Man kann sie auch selbst steuern und sieht die Welt dann scheinbar mit anderen Augen. Die Piloten ihrerseits zeichnen sich durch rasante Beweglichkeit, Doppelsprüngen und Wallruns aus – ein weiteres Markenzeichen der Reihe. Und dank der Zugänglichkeit ist es auch Anfängern vergönnt, rasch erste Erfolge zu feiern.

Können meine Kinder damit spielen?
Wie für das Genre üblich, gibt es auch hier nur eine hohe Altersfreigabe – ab 18 Jahren laut USK (gilt für Deutschland) bzw. Ab 16 Jahren laut PEGI (gilt für die restlichen Länder). Kinder spielen stattdessen lieber World of Final Fantasy (ab 12 Jahren) oder LEGO Harry Potter Remastered (ab 6 Jahren).

Womit überrascht Titanfall 2?
Die größte Neuerung gegenüber dem ersten Titanfall ist sicherlich die neue vollwertige Einzelspieler-Kampagne. Neben einem beeindruckenden Leveldesign und griffigem Gameplay verzückt sie auch mit ungewöhnlichen Locations: Die Sci-Fi-Welt von Titanfall 2 ist wilder und abwechslungsreicher denn je. Endlich kommen auch Solospieler auf ihre Kosten!