Ein Spaziergang durch Laras Welt: Tomb Raider auf PlayStation VR

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Ein Spaziergang durch Laras Welt: Tomb Raider auf PlayStation VR

Wir haben die aufregenden neuen Modi der kommenden PS4 Action-Fortsetzung angespielt


Gillen McAllister, SIEE:

Ich habe ein paar Schritte in den Weinkeller von Croft Manor gemacht und zögere, den nächsten zu wagen. Die Umgebung ist muffig und dunkel. Ein einzelnes kleines Fenster am Ende des Flurs hilft nicht wirklich, die Katakomben unter Laras Elternhaus zu beleuchten. Überall gibt es Schatten und Spinnweben und ich erschaudere unwillkürlich. Ganz ehrlich? Ich habe ein bisschen Angst.

So wirksam überzeugt Playstation VR von einer anderen Realität.

Tomb Raider

Ich konnte dieses hervorstechende Feature von Rise of the Tomb Raider vor dem Release testen: 10 Minuten, in denen ich Laras Elternhaus, Croft Manor, erforsche. 10 verdammt kurze Minuten, um das Action-Adventure-Franchise auf eine ganz neue Art zu erleben.

Die Nebenmission spielt chronologisch mitten in der Haupthandlung und lässt sich als eins von mehreren Extras im Hauptmenü anwählen. Lara kehrt darin nach Hause zurück, um ein Familiengeheimnis zu lüften. Sie muss ihre Umgebung erkunden, Hinweise zusammensetzen und Geheimnisse aufdecken, damit sie das halb verfallene Croft-Anwesen behalten kann.

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In Blood Ties geht es rein ums Erforschen, aber ihr könnt den Ort in Lara’s Nightmare, einer actiongeladenen, übernatürlichen Zombie-Variante noch einmal besuchen. Und auch wenn ihr Blood Ties in der üblichen Third-Person-Perspektive spielen könnt, bietet die Sicht mit PlayStation VR eindeutig das beste Erlebnis. Wobei ich persönlich wirklich empfehlen, erst die übliche Variante zu testen und dann in VR einzutauchen – sei es nur, um wirklich zu erleben, was für einen erschütternden Unterschied PlayStation VR macht.

Der erwähnte Weinkeller ist absolut erdrückend. Ich konnte den typischen Kellergeruch beinahe riechen. Im Kontrast dazu fühlen sich die Haupträume des Anwesens wie große Höhlen an, deren Decken man im dimmrigen Licht kaum erkennen kann. VR trickste mich dabei aus und ich hatte das Gefühl, in einem viel größeren Raum zu stehen als dem kleinen Demozimmer, in dem ich mich tatsächlich befand. Für September war es ziemlich warm, aber ich spürte trotzdem den Hauch der Kälte, wenn virtueller Wind an mir vorbei wehte.

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Durch VR gibt es eine zusätzliche Dimension der Interaktion mit Objekten. Etwas hochzuheben und hin und her zu bewegen, um nach Hinweisen zu suchen, ist ein nettes Minipuzzle im Spiel. Mit VR bewegt ihr durch Dualshock 4 und seine Bewegungssensoren wirklich physisch das Objekt selbst, um es genauer zu untersuchen. So hat man über die haptische Wahrnehmung einen weiteren Schritt in die virtuelle Welt getan. Ein weiteres cooles Feature: Der Controller wird in dunklen Umgebungen zur frei beweglichen Taschenlampe.

Sehr viele Dinge können untersucht und kennengelernt werden, auch wenn es keine echte Berührung gibt. Jeder Quadratzentimeter des Anwesens ist so detailreich gestaltet, dass ich ungelogen eine ganze Minute lang einfach nur ein Bild im Detail betrachtet haben, um die Pinselführung zu beurteilen. Nicht nur Archäologie, sondern auch Kunstkritik – das hat niemand erwartet.

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Es gibt auch Unmengen an Easter Eggs und Verweise auf die ursprünglichen Tomb Raider-Spiele. In den (bisher ungesehenen) „Chroniken der jungen Lara Croft“ finden sie sich in neuer Verpackung an neuer Stelle im Gesamtkontext des Spieluniversums.

Ihr könnt aus zwei Steuerungsarten für euer VR-Erlebnis wählen: Der freie Modus und der Komfortmodus. Der erste Modus ist der üblichen Tomb Raider-Steuerung ähnlicher, aber wir sehen uns heute den zweiten genauer an. Wenn ihr L2 gedrückt haltet und mit dem Controller zielt, könnt ihr eine virtuelle, durchsichtige Lara überall im Blickfeld positionieren. Mit R2 könnt ihr zu der Position teleportieren. Mit diesen Tasten kann man in kleinen Schritten eine 360°-Drehung absolvieren – das ist schnell ganz intuitiv.

Insgesamt ist diese Erfahrung für Lara-Fans unverzichtbar und eine wirklich attraktive Ergänzung zu einem ohnehin guten Paket, zu dem noch zwei andere Nebenmodi gehören. Der erwähnte Lara’s Nightmare ist eine wiederspielbare Actionsequenz, in der Lara drei übernatürliche und angriffslustige Schädel jagen muss. Sie sind quer über das Anwesen verteilt und ihre Position (und die aller Waffen und der Schlüssel zu weiteren Zimmern) wechselt zufällig mit jedem Playthrough.

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Außerdem gibt es noch den Coop-Endurance-Survival-Modus. Ihr landet mit einem Partner mitten in der eiskalten Wildnis. Überall lauern Angreifer und es gibt wenige Verbrauchsgüter oder Ausrüstung. Gesundheitswerte und Körpertemperatur fallen ständig. Zusammenarbeit ist lebensnotwendig. Wie viele Tage könnt ihr im Spiel überleben, bevor ihr den Elementen erliegt? Eine vielversprechende Prämisse, wie eine Roguelike-Variante von Journey.

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Aber selbst nachdem die übernatürlichen Zombies mich überwältigt haben und die Kälte mir jeden Lebenswillen geraubt hat, will ich doch noch einmal zurück zur Croft Manor, um PlayStation VR aufzusetzen und mich tiefer in die Katakomben zu trauen. Vielleicht werde ich es dieses Mal schaffen.

Vielleicht.