Das gruselige PS4-Horrorspiel Knock Knock erscheint nächsten Monat

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Das gruselige PS4-Horrorspiel Knock Knock erscheint nächsten Monat

Erfahrt mehr über den ungewöhnlichen Ursprung der jüngsten Veröffentlichung von Ice Pick Games


Alexandra Golubeva, Knock Knock:

Hallo! Wir sind Ice-Pick Lodge und wir freuen uns, für den 10. September die Veröffentlichung von Knock Knock auf PS4 ankündigen zu können – einem gruseligen Horrorspiel mit einer ziemlich ungewöhnlichen Hintergrundstory.

Was macht ein kleines bis mittelgroßes Entwicklerstudio für Indie-Spiele in der Regel, wenn es eine E-Mail voller mysteriöser Skizzen, Notizen und Audio-Dateien zusammen mit einer vagen Beschreibung eines möglichen Spiels erhält?

Ganz ehrlich: In der Mehrzahl der Fälle formuliert man eine mehr oder weniger höfliche Absage – vielleicht geht man auch ein wenig auf die Ideen des Absenders ein. Aber das geschah im November 2011 nicht in den Studios von Ice-Pick Lodge. Anstatt das einzig Vernünftige zu tun, machten wir uns daran, ein Horrorspiel zu entwickeln, das die verstörende Natur und die subtil düsteren Untertöne des uns zugesandten .zip-Archivs enthalten sollte. Gleichzeitig wollten wir Genre-Klischees wie spritzendes Blut, Irrenanstalten oder Schockeffekte vermeiden.

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Ein gutes Gefühl, wenn man sich selbst Herausforderungen stellt. Viele innovative und reizvolle Spiele beginnen mit einer Idee, die danach drängt, umgesetzt zu werden. Mit dem Wunsch, eine neue Mechanik auszuprobieren oder – sagen wir mal – bestimmte Traditionen miteinander zu verbinden. In dieser Beziehung ist Knock Knock gar nicht so anders – wir hatten es uns allerdings zur Aufgabe gemacht, einen Ort, eine Stimmung und eine Idee nachzuempfinden, die aus den paar unzusammenhängenden Schnipseln, Bruchstücken und Teilen bestand, die wir aus dem Archiv extrahiert hatten.

Da waren Audio-Dateien, aus denen die „Lodger-Sprache“ entstanden ist – die unverständliche Sprache des Lodgers, des Hauptcharakters des Spiels. Da waren Bilder und Textdateien, die uns erkennen ließen, dass das Spiel in einer einsamen Hütte im Wald spielt.

Zu guter Letzt verlieh die Tatsache, dass wir ein Spiel anhand eines Archivs von einer anonymen Quelle entwickelten, Knock Knock sein zentrales Motiv: die Angst vor dem Unbekannten.

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Wir hatten – und haben immer noch – ein wenig Angst vor dem, was wir getan haben, wisst ihr?! Selbst diejenigen unter uns, die sich sicher waren, dass es sich um nichts mehr als einen Jux handelte. Warum ist das überhaupt wichtig? Ob die Hütte nun in einem echten Wald steht oder in der Vorstellungswelt einer höchst eigenartigen Person – in der Welt der Ideen ist sie trotzdem real. Und die Welt der Ideen war so real für uns, dass wir eine Notiz fanden, auf der stand „Ihr habt jemanden vergessen“, als wir später in einen Wald gingen, um einige der Belohnungen für die Kickstarter-Unterstützer zu erfüllen (eines unserer Versprechen für die erfolgreiche Kickstarter-Kampagne für Knock Knock war, einen Baum für die Unterstützer zu pflanzen).

Die Ängste des Lodgers entspringen seiner eigenen Engstirnigkeit. Sie nehmen die Gestalt sogenannter Gäste an, die seine Hütte besuchen und ein gruseliges Versteckspiel (oder Vexierspiel?) mit ihm beginnen. Das Einzige, was der Lodger zum Gewinnen tun muss, ist, bis zur Dämmerung zu überleben. Ist das wahr? Oder soll er die Regeln brechen, die er mit seinem eigenen ängstlichen Verstand aufgestellt hat? Was, wenn alles nur albtraumhafter Schabernack ist? Wie auch immer die richtige Antwort lautet – wir haben unser Bestes gegeben, es subtil rüberzubringen. Die Hütte selbst ist gemütlich, und der Wald, den ihr von Zeit zu Zeit erkunden müsst, ist sehr malerisch.

Was also stimmt mit diesem Ort nicht?

Die Ängste der meisten Menschen lassen sich auf die Tatsache reduzieren, dass wir das Fremde und das Unbekannte fürchten. Wir fürchten die Dunkelheit, weil sich etwas darin verbergen könnte; wir geben uns unterschiedlichsten Xenophobien hin, weil es in dieser Welt eine Menge Dinge gibt, die wir einfach nicht verstehen.

Ein Zombie mit einem Hackebeil mag höllisch furchterregend sein – vor allem, wenn man eher schmächtig ist und sich nicht selbst verteidigen kann. Aber wir glauben, dass eine unerklärliche Kreatur, die seltsame Dinge tut, noch viel unheimlicher ist. Sie muss nicht einmal notwendigerweise eine Bedrohung darstellen, aber Gott weiß, wie sie überhaupt ihre Form behält?! So funktionieren Körper ganz und gar nicht!

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Zusammen mit der Tatsache, dass mit dem Protagonisten, der der Haupt-Spielcharakter ist, möglicherweise ein böses Spiel getrieben wird (oder auch nicht), empfindet dies die unzusammenhängende Stimmung des Archivs ziemlich gut nach. Und damit klopfen wir uns nicht nur selbst auf die Schultern: Nach der Veröffentlichung des Spiels hat uns der unheimliche Absender noch einmal kontaktiert und erklärt, dass wir abgesehen von ein paar Fehlern das Wesentliche genau richtig gemacht hätten. Knock Knock ist ein gebündeltes Chaos, das als direkter Widerspruch zu der Annahme dienen soll, dass alles in der Welt Sinn ergeben muss: Zahlreiche Systeme innerhalb des Spiels (von denen einige von unserem zwielichtigen Wohltäter anscheinend ohne bestimmten Grund angeregt wurden) überlappen und erzeugen eine sich ständig weiter entwickelnde Situation, die den Spieler nicht zur Ruhe kommen lässt.

Aber es ist unvermeidlich, dass man im Chaos ein System erkennen wird. So funktioniert der menschliche Verstand einfach – einschließlich des Verstandes unseres armen Protagonisten. Vielleicht geht es genau darum.

Und, ähm, das ist besser als nichts. Wenn ihr in die Dunkelheit starrt, ist alles besser als nichts – selbst ein Doppelgänger von euch, der euch blindlings zurück anstarrt. (Das ist natürlich keine zufällige Metapher, sondern etwas, dem ihr in Knock Knock begegnen könnt.)

Heutzutage ist das Horror-Genre extrem robust – und wer auch immer der Urheber der E-Mail war, wir sind mehr als glücklich, dass jemand (oder etwas) uns eine Anregung gegeben und gleichzeitig auch höllische Angst eingejagt hat. Jetzt hoffen wir, dass der schwarze Kasten, der Knock Knock ist, seinen Zweck weiter erfüllt.

Welcher auch immer das sein wird.

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Kommentare sind geschlossen.

3 Kommentare

  • fastflowdaman

    tldr, und man hat dabei überhaupt nichts übers Spiel erfahren, einfach nur verwirrend. Art-Style schaut recht interessant aus. mal schauen

    • UncleBAZINGA

      tl, but still read it 😉
      Stimme dir aber zu, ziemlich geschrieben das Ganze und vom Spiel(ablauf) habe ich immer noch keine Vorstellung. Artstyle (Tim Burton-esque) sagt mir aber auch zu!

  • SonataAntarctica

    Ich habe das Spiel auf dem Tablet gezockt und war recht angetan und hätte es mir auch für die PS4 geholt aber der Preis ist wie bei vielen Indietiteln einfach zu hoch.