Fumito Ueda über die große E3-Enthüllung von The Last Guardian

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Fumito Ueda über die große E3-Enthüllung von The Last Guardian

Wir fragten den Spiele-Veteranen auf der E3 2015 aus.


Fred Dutton, SCEE:

Es gibt wenige Games, die so viel Leidenschaft und Hingabe unter Spielern auslösen wie jene von Fumito Ueda. Seine zwei PS2-Klassiker Ico und Shadow of the Colossus werden zu Recht für ihre außerordentliche Atmosphäre, sinnvolle Steuerung und mitreißendem Storytelling geliebt. So war es keine Überraschung, dass sein ambitioniertes drittes Spiel, The Last Guardian, mit hingebungsvollem Enthusiasmus begrüßt wurde, als es man 2009 für PS3 ankündigte.

Seither – wie wir zu gut wissen – wurde es ruhig; aber nun hat das Warten fast ein Ende. Die Neuenthüllung für PS4 diese Woche war packend und – vergebt mir meine schamlose Parteilichkeit – eines der Highlights einer vollgepackten E3-Woche, in der es massig große Ankündigungen gab.
24 Stunden nach der großen Enthüllung traf ich Ueda-San, um herauszufinden, wie er die Reaktion auf die News aufgenommen hat, und wie sich das Spiel entwickelt.

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Für die Spieler, die vielleicht noch nicht mit dem Spiel vertraut sind, können Sie mir einen kurzen Überblick geben, was genau The Last Guardian ist?

Fumito Ueda: Ganz kurz, es ist ein Action-Adventure. Die Geschichte handelt von einem jungen Buben, der unter seltsamen Umständen entführt oder gefangen wurde. Es dreht sich um eine Begegnung zwischen dem Buben und dem geheimnisvollen Wesen Trico in altertümlichen Ruinen und die Geschichte über ihre gemeinsame Reise in der Hoffnung, aus ihrer misslichen Lage zu entkommen. Das ist – in aller Kürze – das Spiel, aber wir wollen euch nicht zu viel verraten. Wir wollen, dass die Spieler ihre eigene Erfahrung machen, während sich die Geschichte entfaltet.

Es ist Jahre her, dass wir das letzte Mal News zu dem Spiel bekamen, und es gab so viele Spekulationen zum Titel unter Playstation-Spielern. Wie fühlt es sich an, das Spiel seinen Fans endlich neu vorzustellen?

Fumito Ueda: Ja, es ist einige Jahre her seit unserer letzten Ankündigung. Aus meiner Sicht war es sehr schwer einzuschätzen, wie das Publikum reagieren würde. Ich war mir nicht sicher, ob die Leute sich an den Titel erinnern würden. Zugegeben, ich war ein bisschen nervös, aber nach der Ankündigung sah ich die Reaktion – Jubel – und das zeigte mir, dass die Leute wirklich darauf gewartet hatten und sich über die Enthüllung von The Last Guardian für PS4 freuten. Danach war ich entspannter und einfach nur froh!

Können Sie ein wenig darüber erzählen, wieso das Spiel länger gebraucht hat als erwartet?

Fumito Ueda: Es gab einige Gründe für die Verspätung. Wenn ich mich auf einen beschränken müsste, war es vor allen eine technische Hürde, die wir überwinden mussten. Aber letztlich haben wir sie überwunden und endlich stolz das Spiel für PS4 auf der E3-Pressekonferenz angekündigt.

Hat sich das Spiel verändert seit dem letzten Mal, als wir es sahen?

Fumito Ueda: Bezüglich Geschichte etc. hat sich nichts geändert. Technisch hat sich seit der Migration auf PS4 natürlich einiges getan. Die gesamte Ästhetik, auf die das Team abzielt, ist nicht notwendigerweise „kantig“, aber es ist schon ein sehr spezieller Stil, und die PS4-Hardware hat uns geholfen, dieses Vorhaben umzusetzen.

Einen der Aspekte aus dem gezeigten Material auf der E3-Pressekonferenz fand ich am interessantesten: wie sich der Junge und Trico bewegten. Die Bewegungen des Jungen sind ein wenig ungewöhnlich, aber extrem charmant. Wie haben Sie seine Charakteristika festgelegt?

Fumito Ueda: Als ich das Konzept zu The Last Guardian entwickelte, war ein Aspekt meiner Untersuchungen die Beziehung zwischen Menschen und Tieren; und ich dachte mir, dass ich ein Spiel um das Thema bauen will. Die meisten Menschen haben Beziehungen zu Tieren – sie finden sie süß und leicht eine Bindung zu ihnen. Diese Beziehung war der primäre Fokus. Der Grund für dieses Grundthema war, dass ich möglichst viele Leute ansprechen wollte. Ich hoffe, das Ergebnis ist, dass viele Leute den Jungen, Trico und deren Zusammespiel als charmant empfinden.

Das Material zeigt in erster Linie herausfordernde Umgebungen. Können wir an anderen Stellen im Spiel mit unterschiedlichen Herausforderungen rechnen?

Fumito Ueda: Die Demo, die wir diese Woche zeigten, ist ein Vertikalschnitt des Spiels, und wir entschieden uns ganz bewusst für das Material, um die dynamische Welt zu zeigen. Es gibt jedoch auch ruhigere Momente, die der Junge und Trico zu anderen Zeiten erleben. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Leveldesigns und Herausforderungen, die den Spielern begegnen.

Machen Ihnen Leidenschaft und Erwartungshaltung bezüglich des Spiels Druck, etwas ganz Besonderes abliefern zu müssen?

Fumito Ueda: Ehrlich gesagt bin ich sehr erleichtert, endlich gesagt zu haben: „Hier sind wir wieder“. Ich sah die Reaktion der Menge, die Aufnahme war großartig. Das nährte unsere Motivation, sogar noch härter zu arbeiten, um die Produktion abzuschließen. Die kreative und entwicklungstechnische Sicht hat sich jedoch nicht verändert – wir arbeiten bereits jetzt sehr hart -, sind aber sehr bestärkt durch die Aufmerksamkeit und Liebe, die uns diese Woche zuteil wurde.

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