Wie das Team hinter dem PS4-Dodge ‚em up Lost Orbit das Sterben lohnenswert macht

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Wie das Team hinter dem PS4-Dodge ‚em up Lost Orbit das Sterben lohnenswert macht

PixelNAUTS bespricht Design-Grundsätze ihres neuen Spiels, das am 12. Mai erscheint


Chris Iacobucci, PixelNAUTS:

Während wir an unserem rasanten PS4-Actionspiel Lost Orbit arbeiteten, wurden wir mit zwei scheinbar gegensätzlichen Ideen konfrontiert. Wir wollten ein einsames, unbarmherziges Universum schaffen, in dem die Reise eines dem Untergang geweihten Astronauten stattfindet. Zur selben Zeit wollten wir als Designer jedoch unterhalten und unsere Spieler mit Sound-Mechaniken und positivem Feedback belohnen. Die Spieler sollten Spaß haben.

Diese zwei verschiedenen Ansätze von Lost Orbit in Einklang zu bringen, war herausfordernd. Wie kann ein Spieler ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit verspüren und dennoch Spaß am Spiel haben? Die Lösung war ein verdrehter, schwarzer Humor, wo Tragödie und Komödie in Design, Erzählung und im Angesicht des Todes miteinander verschmelzen.

Den Tod entwerfen

Es ist eine Gratwanderung, wenn die Spieler gefordert, aber nicht frustriert werden sollen. In Lost Orbit, so stellte sich heraus, ist der Spaß am größten, wenn es schnell gespielt wird. Die Möglichkeit, durch die Levels zu fetzen, macht süchtig, und das wird durch nützliche Upgrades verstärkt.

Wir entdeckten, dass durch einen hochgedrehten Schwierigkeitsgrad die gefühlte Geschwindigkeit weiter ansteigt. Harrison ist wenig mehr als ein fragiler Beutel an Organen. Spieler werden das nur allzu schnell entdecken, wenn sie einen Fehler machen. Da der Tod sofort eintritt, ist es umso belohnender, wenn ein Level dann endlich fehlerlos durchquert wurde. Jeder Fehler könnte zum Verhängnis werden und jeder Moment ist unglaublich intensiv, da man weiß, was auf dem Spiel steht.

Geschwindigkeit und Einsatz verlangen euren Reflexen alles ab. Oft habt ihr nicht mal die Zeit zu schreien, bevor ihr an einem Asteroiden zerschellt; hier spürt man den verrückten Humor sehr deutlich.

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Den Tod erzählen

Gute Designer wollen Spieler in ihre kreative Welt ziehen, ohne sie mit endlosen Cutscenes und Hintergrundgeschichten zu langweilen. Das Universum von Lost Orbit verbindet wunderschöne Umgebungen mit der Hoffnunglosigkeit, im Weltraum verschollen zu sein. Es wäre leicht gewesen, einen durchgehend monotonen dunklen Anstrich zu bieten; aber allzu oft enden Spiele, die sich selbst zu ernst nehmen, als ein einziger großer Witz.

Max Payne, Total Recall (Starship Troopers, Robocop…), Road Runner und Monty Python meisterten die Kunst, dunkle Themen mit lustigen Elementen zu vermengen. Wir wollten das Gleiche schaffen.

In Lost Orbit erwartet niemand, dass ihr lebt. Lichtjahre entfernt von überall, ohne Ausrüstung, Unterstützung, Essen, ohne herkömmliches Badezimmer, seid ihr verloren. Sogar euer Sidekick Atley, eine Alien-Sonde, erinnert euch regelmäßig daran.

Verzweifelt zu beweisen, dass ihr talentiert genug seid, es zu schaffen, macht ihr weiter. Wenn eine kurze, heftige Explosion eure Geschichte und Ziele abrupt beendet, werdet ihr euch ein Lachen nicht verkneifen können. Es holt euch auf den Boden der Tatsachen zurück: Ihr hattet von Anfang an kaum eine Chance.

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Den Tod darstellen

Als wir entschieden, dass Lost Orbit ein herausforderndes Spiel mit Insta-Death werden sollte, erkannten wir die Notwendigkeit, das Sterben unterhaltsam zu gestalten; ansonsten hätten wir uns wohl auf tonnenweise Rechnungen über zerstörte Gamepads und HD-TVs einstellen müssen.

Die Inspiration für die visuellen Effekte stammt aus Quellen wie Army of Darkness, Looney Toons und Itchy and Scratchy. Harrison besitzt unter seinem Raumanzug nicht nur ein Skelett, sondern all seine wichtigsten Organe, die sich auf dem Bildschirm verteilen, wenn sie getroffen wurden. Zusätzlich ist er mit so viel Blut versehen, dass ihr eine deutliche Spur hinterlasst, wenn ihr auf einen Asteroiden knallt.

Es gibt Dutzende spezielle Todessequenzen, die wir einbauten, um das Ableben stets unterhaltsam zu gestalten und ohne euch zu frustrieren. „Gute Frustration“ nennen wir das. Und es ist immerhin ein kleiner Trost, dass ihr bei eurem Tod eine ordentliche Sauerei veranstalten könnt.

Letzten Endes ist die Zerbrechlichkeit eures Lebens in Lost Orbit nicht nur ein erhöhtes Risiko und steigert gefühlt die Geschwindigkeit, sondern erzeugt viele, gut getimte Lacher auf eure Kosten. Es ist eine seltsame Art, die Frustration eines herausfordernden Spiels aufzuweichen, aber es funktioniert in unserem Fall. Machmal kann sogar der Tod eine Belohnung sein; falls nicht für euch, jedenfalls für die Leute, die daneben sitzen und lachen.

Lost Orbit wird am 12. Mai 2015 auf PS4 veröffentlicht. Wir hoffen, ihr werdet unser morbides kleines Spiel genießen.

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