Interview mit Profispieler Sascha ‚poldi10‘ Schumacher

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Interview mit Profispieler Sascha ‚poldi10‘ Schumacher

Vom FIFA Fan zum Profi. Auf ein Wort mit einem der besten PlayStation FIFA Spieler Deutschlands!

Sascha Schumacher, 23 Jahre alt, Wohnort Köln. Er spielt FIFA anders als die meisten FIFA Spieler da draußen. Er verdient mit dem Zocken Geld, und das nicht zu knapp. Seit 6 Jahren ist er aktiv im eSport, gewann die PlayStation Masters und wurde Vize-Meister der ESL Pro Series, spielte in unzähligen Städten Deutschlands, aber auch bereits in New York und Las Vegas und nahm auch schon einmal einen Scheck über $ 5.000 mit nach Hause. Er lebt ein gutes Zocker-Leben, genießt unter FIFA Spielern ein sehr hohes Ansehen und bleibt trotzdem bescheiden. Denn auch er weiß, es wird nicht immer so weitergehen.

PlayStation LIGA: Hallo Sascha, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast.

poldi10: Keine Ursache. Immer gerne.

Sag uns, Fortuna Köln oder 1. FC Köln?

Ganz klar der 1. FC! Mein Vater ist schon seit seiner Kindheit leidenschaftlicher FC Fan gewesen und hat mich quasi angesteckt. Die Stimmung im Stadion ist einfach atemberaubend und sowas gibt es nicht überall. Die FC Fans sind einfach verrückt und sind auch bei Misserfolgen immer gut drauf. Das steckt an, auch wenn es die letzten Jahre schwer war. So langsam baut sich aber wieder etwas positves auf und ich sehe dem optimistisch in die Zukunft. COME ON FC!

Gibt es noch andere Vereine mit denen du sympathisierst?

Dortmund finde ich noch sehr gut. Ebenfalls immer eine tolle Stimmung im Stadion und ich mag den explosiven Fußball Stil der Mannschaft. Auch sind super Typen drin wie Neven Subotic, Mats Hummels oder Marco Reus. Ich hoffe sie bekommen wieder die Kurve in der Bundesliga.

Spielst du auch mit Dortmund oder sogar mit dem FC Turniere?

Würde ich gerne. Und bei Turnieren bei denen die Teams alle die gleiche Stärke haben, mache ich das auch.

Mit welchen Teams spielst du?

Eigentlich fast ausschließlich mit Real. Ronaldo und Bale sind einfach zu gut und mit Ramos haben sie einen der besten Verteidiger im Spiel.

Viele spielen mit Real, dabei gibt es so viele anderen gute Mannschaften mit guten Werten. Ist es so enorm wichtig Ronaldo und Bale zu haben?

Schnelle Außenstürmer sind sehr wichtig im Spiel, vorallem für Konter. Ronaldo und Bale sind sehr schnell, aber auch trickreich, schussstark und passsicher. Bei passender Spielweise können solche Außenstürmer ein Schlüssel zum Erfolg sein.

Wie wichtig sind die Skill Moves im Spiel?

Ein paar Skill Moves muss man schon für die Turniere beherrschen. Den Antäuscher verwende ich sehr oft. Der Berbatov Spin und McGeady Spin haben mir schon oft zum Erfolg verholfen. Ich würde nur ungern auf sie verzichten müssen. Ansonsten halte ich mich aber zurück Skill Moves großartig zu nutzen, da bei falscher Nutzung auch schnell ein Ballverlust resultiert. Ich habe lieber länger den Ball, dementsprechend bevorzuge ich eher den Pass als die Einzelaktion.

Auf was muss ich mich als Laie konzentrieren um besser zu werden?

Es gibt jetzt nicht das Erfolgsrezept, aber ein Verständnis für das Spiel zu entwickeln, ist meiner Ansicht nach die Basis. Manche Spielsituationen kommen sehr sehr oft wieder. Sich hierfür die passende Lösung anzutrainieren, kann von enormem Vorteil sein. Ansonsten sollte man versuchen herauszufinden welche Art von Spieler du bist und welche Mannschaft zu dir passt. Lerne anschließend die Spieler dieser Mannschaft gut kennen und nutze ihr Stärken.

Wie lange hat es gedauert bis du gut genug warst die besten Spieler zu schlagen?

Schon eine Weile. 2 Jahre sicher. Als ich zu Team Acer kam, dachte ich ich wäre gut, bis ich dann auf Spieler wie deto traf und sie mir ein neues spielerisches Level gezeigt haben. Es hat etwas gedauert bis ich mich da rangespielt habe und in jedem Fall habe ich hier gelernt, wie wichtig es ist, immer gegen bessere Spieler zu spielen. Nur so lernt man dazu.

Kostet es dich viel Zeit um auf Top Niveau zu kommen?

Am Anfang eines Spiels, ja. Als Progamer sieht man schnell, dass kein FIFA Titel wie der andere ist. Man muss das Spiel daher auch immer wieder von vorne erlernen, sich die Mechaniken genau ansehen und Spielzüge einstudieren. Später gilt es durch Training das Niveau zu halten. Vor größeren Turnieren legt man da schon mal extra Schichten ein.

Wenn du kurz zusammenfassen müsstest, was zum Erfolg führt, wie würde das aussehen?

Die richtige Teamwahl deinem Spielstil entsprechend. Das nötige Spielverständnis und die Geduld auf die passende Spielsituation, sowie die Ruhe am Controller und ein gutes Passspiel.

Du versuchst dich gerade in die EPS Gruppenphase zu spielen. Ist es hart dich in die ESL Pro Series zu spielen?

Als erfahrender Spieler nicht mehr so. Ich bin seit 3 Seasons gesetzt und profitiere so auch vom Seeding. Auch legt man nach einer gewissen Zeit die Nervosität ab. Das hilft in bestimmten Situationen den Überblick zu behalten. Aber es hat schon Kraft und Energie gekostet um dort hinzukommen.

Wie bist du überhaupt zum eSport gekommen?

Eher zufällig als ich mir 2008 den neusten FIFA Teil gekauft hatte. In der Hülle war einen Flyer zum FIFA Interactive World Cup. Der Flyer hat mich angesprochen und ich erkundigte mich anschließend im Internet darüber und ich dachte einfach, dass es spaßig sein könnte bei einem solchen Turnier mal mitzuspielen. Dann gab es einen Cup in der EA Sportsbar und ich bin dann einfach mal hingegangen. Als dann der 2. Platz dabei raussprang, hat das meine Neugier auf weitere Turniere geweckt. Zudem bekam ich im Anschluss des Turniers Anfragen von eSport Clans, die mich wiederum auf die PlayStation LIGA aufmerksam machten.

Und wie lief es dort?

Sehr gut. Ich konnte gleich im ersten Jahr die Masters gewinnen.

Wow! Also von 0 auf 100 in kürzester Zeit. Wusstest du vorher schon dass du so gut warst?

Nicht wirklich und ich war am Anfang auch noch nicht so gut. Die ersten Spiele in der Liga habe ich meistens auch verloren. Aber ich wollte einfach das Spiel lernen und besser werden. Misserfolge haben mich zwar geärgert, aber haben mich nie demotiviert. Der Spaß am Spiel war immer da. Und irgendwann gewann ich immer öfter und war dann selbst etwas über meinen Sieg bei den Masters überrascht.

Jetzt bist du mittendrin im Profi Geschäft. Wie unterscheidet sich das Leben eines professionellen eSportlers von dem eines normalen Zockers?

Der größte Unterschied liegt sicher im Reisen. Manchmal stressig, aber sicher auch als Privileg anzusehen, sind die Fahrten auf Offline Events. Ich war schon in München, Frankfurt, Berlin, Hamburg, Warschau, Madrid, Barcelona, London, aber auch schon in Vancouver, New York oder Las Vegas.

In Las Vegas?

Ja. Dort fand das $ 400.000 Turnier von Virgin Gaming statt. Ich konnte mich online qualifizieren und mein Clan war daraufhin bereit mir die Reise zu bezahlen. Ich war insgesamt 5 Tage dort und konnte mir auch etwas die Stadt anschauen. War schon cool.

Und Vancouver? In die EA Zentrale?

Ja. Nach Vancouver wurde ich von EA eingeladen. Wir durften den nächsten FIFA Titel schon vorab anspielen und konnten die Entwickler des Spiels kennenlernen. Wir spielten auch einmal Fußball gegen sie auf dem dortigen Firmen Fußballplatz. War ebenfalls ein tolles Erlebnis!

Du hast erwähnt, dein Clan hat dir den Trip nach Las Vegas bezahlt. Wie wichtig ist es in einem Clan zu sein?

Als Einzelspieler sicher nicht ganz so wichtig wie als Team, aber durchaus sehr von Vorteil, da der Clan einem bei organisatorischen Dingen immer unterstützt und selbst auch Werbung für einen macht. Auch lernt man andere Spieler gut kennen und kann mit ihnen trainieren. Zudem bekommt man etwas Gehalt, bzw. eine Aufwandsentschädigung. Im Gegenzug wirbt man für den Clan und trägt das Trikot auf Events, was viel besser aussieht als mit seinem normalen T-Shirt auf Events zu spielen. Macht einfach etwas mehr her. Unterm Strich bin ich sehr happy darüber für Team Acer auflaufen zu dürfen.

Kennst du deutsche Spieler die vom Zocken auf der PlayStation leben können?

Nein, nicht in FIFA. Man kann schon ordentliche Preisgelder verdienen, der Clan zahlt einem wie gesagt etwas und die Hardware die man so erspielt, lässt sich auch sehen. Aber bis man soweit ist um die Preise und Preisgelder zu erspielen, dauert es seine Zeit. Aber wenn man soweit ist, ist es schon ein sehr sehr guter Nebenverdienst. Und es macht natürlich Spaß und man kommt, wie schon erwähnt, viel rum.

Würdest du FIFA auch dann spielen, nur dem eSports wegen, wenn es dir keinen Spaß machen würde?

Wenn ich richtig gut wäre und Preigelder erspielen könnte, dann wahrscheinlich ja. Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass man auf absolutem Top Niveau spielen kann, wenn einem das Game keinen Spaß machen würde.

Was steht bei dir als nächstes an?

Jetzt dann am Mittwoch steht der letzte EPS Quali Cup an. Am Donnerstag dann der ESL Go4 Cup auf PC und am Sonntag dann der Go4 Cup auf PlayStation. Sollte jemand Interesse haben, mir bei meinen Matches zuschauen zu wollen, ich werde diese auf Twitch streamen.

Vielen Dank Sascha für das Interview! Und viel Erfolg bei den kommenden Turnieren!

Ich habe zu danken. Auch möchte ich mich bei der ESL und EA für ihren Einsatz im eSport danken. Macht weiter so!


Sascha ‚poldi10‘ Schumacher

Webseite: www.aceresport.com/en/poldi10
Facebook: www.facebook.com/poldi10HD
Twitch: www.twitch.tv/poldi10_hd

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Kommentare sind geschlossen.

1 Kommentar

  • Ich muss gerade echt lachen. Sich ein Profispieler nennen aber fast nur mit Real Madrid spielen. Das Team ist in FIFA seit 2 Jahren so overpowert das man kaum eine Chance hat wenn der Real Madrid Benutzer die Grundlagen des Fussballs kennt. James Rodrigez 86 Wertung, viel zu stark. Der ist auch nie so schnell wie im spiel. Pepe in der Wm extrem schlecht gespielt. Bei weitem kein Spieler der eine 80er Wertung oder mehr hat. Kopfbälle nach ecken köpf er meist immer rein ohne das man etwas tun muss.

    Selbst ich als Casual Spieler wette und gehe sicher davon aus das ich locker mit ihm mithalten kann wenn er keine Noob Teams mehr nimmt und wie ich ein X beliebiges 4 Sterne Team Spielt.