Die Leute hinter PlayStation

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Ben Andac

Fred Dutton vom EU PlayStation.Blog stellt euch jeden Samstag eine wichtige Person von Sony PlayStation vor und gewährt euch damit einen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens. Los geht es mit Ben Andac, Producer von SCEE.

Im PlayStation Blog erfahrt ihr jede Menge über die Entwickler eurer Spiele, sie schreiben hier als Gastautoren und werden interviewt. Auch wenn die Entwickler vielleicht den Kern dessen bilden, was PlayStation am Laufen hält, gibt es noch viele andere Unterstützer, die alle zusammenarbeiten, um euch die Spiele zu bringen, die ihr so liebt.

Ich rede von den Genies, die die wunderbaren Cover gestalten, von den Videospezialisten, die aufsehenerregende Trailer erschaffen, von den Producern, die sich ein Bein ausreißen, damit die Projekte gut über die Bühne gehen, ich rede von all den klugen Köpfen, die eure Spiele in zig verschiedene Sprachen übersetzen, und von noch vielen Leuten mehr.

Ich werde nun also in den nächsten paar Monaten jeden Samstag den Scheinwerfer auf einen dieser stillen Helden richten und herausfinden, was genau diese Leute eigentlich machen. Vielleicht kommen dabei auch ein paar heiße Tipps für diejenigen unter euch heraus, die gerne in der Spielindustrie arbeiten möchten. Und auch ganz allgemein möchte ich euch zeigen, was hier bei PlayStation hinter der Bühne so alles passiert.

Den Anfang macht der stets überschwängliche Ben Andac, der hier in der Zentrale von SCEE als Producer arbeitet und zwar in der „Strategic Content„-Abteilung – die auf jeden Fall mehr Sex-Appeal hat, als man im ersten Moment denken könnte. Leg los, Ben …

Wann und warum bist du zu PlayStation gekommen?

Ben: Ursprünglich bin ich im Jahr 2007 bei der PS3-Veröffentlichung zu PlayStation gekommen. Nach einigen glücklichen Jahren ging ich nach Asien und verbesserte dort meine Sprachkenntnisse, bevor ich dann im letzten Jahr wieder zu PlayStation zurückkehrte (übrigens mit einer neuen Vorliebe für Reisbranntwein und Bubble Tea). Und zurückgekehrt bin ich eben wegen PlayStation.

Was genau machst du bei SCEE?

Ben: Meine Bezeichnung ist wohl „Super-Producer“, das sagt ja schon alles, oder? Meine Wurzeln liegen in der Entwicklung, als Spiel- und Leveldesigner, und von diesen Erfahrungen konnte ich sehr profitieren. Für die Entwicklung benötigt man eine Reihe von technischen und manchmal auch etwas schwammigen Fähigkeiten. Man braucht Kommunikationskompetenzen und muss gut darin sein, Probleme zu lösen. Diese Dinge führten mich schließlich in die Beratungstätigkeit und dann in meine jetzige Rolle, in der ich vor allem als Vermittler für andere Entwickler fungiere, die mit PlayStation zusammenarbeiten wollen.

Der andere Hauptaspekt meiner Arbeit ist, auf Game Jams, Indie-Treffen oder Veranstaltungen wie die PAX zu gehen, um dort mit Entwicklern zu sprechen und herauszufinden, was sie mögen und was nicht, was sie umsetzen möchten und wie ich ihnen die Zusammenarbeit mit PlayStation in Gegenwart und Zukunft erleichtern kann. Meine Arbeit kann dabei einerseits sehr konkret sein; ich kann den Entwicklern etwa beim Game-Design helfen. Andererseits kann ich ihnen auch die manchmal schrecklich klingenden rechtlichen und tatsächlichen Abläufe erklären. Und ich koche Tee für sie.

Was ist das Beste an deinem Job?

Ben: Das Glück, das ich empfinde, wenn ich Entwicklern dabei helfen konnte, ihre Ideen herauszubringen und sie vielen Menschen zugänglich zu machen. Außerdem sind es die Leute, mit denen ich arbeite – #baus, Shahid, Lorenzo, Spencer und viele andere, die ich gar nicht alle aufzählen kann. Warte, ich will noch Pippa für diese tolle finnische Schokolade danken, nach der ich gefragt hatte, und Lisa und Nainan für das beste Weihnachtsgeschenk der Welt.

Welcher Moment bei SCEE war für dich am herausragendsten

Ben: Bis jetzt: beim Launch von PlayStation 4 dabei zu sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich später meinen Enkelkindern so oft davon erzählen werde wie eine Platte, die einen Sprung hat, bis sie mich dann ins Heim stecken wollen.

Welches ist das letzte Spiel, das du gespielt hast, und welches wird dein nächstes sein?

Ben: Zurzeit spiele ich OlliOlli. Das Nächste ist [ZENSIERT] … wollte sagen, TxK. Ehrlich gesagt, gibt es dieses Jahr viele Spiele, auf die ich mich schon freue: Velocity 2X, Broken Age, Samurai Gunn, Hotline Miami 2, Infamous: Second Son, Road Not Taken, Transistor, Galak-Z. Außerdem alles, woran Naughty Dog, The Fullbright Company und Jon Mak als nächstes arbeiten (Sound Shapes ist wahrscheinlich mein absolutes Lieblingsspiel für Vita!), Metal Gear Solid V, No Man’s Sky und persönlich freue ich mich ganz besonders auf Hyper Light Drifter. Einmal intravenös, bitte.

Jetzt werde ich gefeuert, oder?

Port1

Welchen Tipp kannst du jemandem geben, der auch gerne in die Spieleindustrie einsteigen möchte?

Ben: Ein paar Sachen. Erstens, und das ist für jede Branche wichtig, egal in welcher ihr arbeiten wollt: Seid freundlich! Die meisten Unternehmen sind ziemlich klein und die Leute werden sich daran erinnern, wenn ihr blöd ankommt; die Videospielbranche ist da nicht anders.

Zweitens: Habt Geduld und versucht, nicht gleich durchzudrehen, wenn etwas nicht funktioniert oder nicht so läuft, wie ihr es euch vorstellt. Manchmal muss man einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Also, statt euch den Kopf über jede Einzelheit auf eurem Lebenslauf zu zerbrechen (obwohl ihr schon darauf achten solltet, dass ihr keine Rechtschreibfehler in eurem CV oder Motivationsschreiben habt!), solltet ihr euch entspannen, hart arbeiten, euch selbst verbessern und eure Arbeit gut machen. Egal, welche Rolle ihr spielt, in welchem Umfeld oder mit welchen Leuten ihr arbeitet – die richtigen Leute werden es bemerken, wenn ihr gute Arbeit leistet, und die Möglichkeiten werden sich euch zeigen.

Besonders in der Spielbranche hängt alles davon ab, was ihr tun wollt, denn es gibt viele verschiedene Felder, in denen man sich spezialisieren kann – Grafikkunst, Programmieren oder Design. Aber wenn ihr Entwickler werden wollt, ist es am besten, wenn ihr euch mit Programmiersprachen auseinandersetzt (C++, Lua, C#) und lernt, wie man mit Tools für die Spielentwicklung umgeht; manche kann man kostenlos erhalten (zum Beispiel Unity, GameMaker und PhyreEngine). Ihr braucht kein Coding Wizard zu werden (kleine Abschweifung: hört mal bei Idle Thumbs rein!); es dauert nur ein paar Monate, bis man ein paar Sachen aufgeschnappt hat und ihr eure eigenen Spiele machen könnt – es ist wirklich faszinierend!

Wenn ihr an der Produktion interessiert seid, braucht ihr im Prinzip nur ein Organisationstalent sein; und ihr solltet multitaskingfähig und mitfühlend sein. Außerdem kann es nicht schaden, ein paar Kurse in Projektmanagement zu belegen und agile Produktion/Entwicklungsmethoden, wie zum Beispiel Scrum, kennenzulernen.

Das wird jetzt alles ein bisschen viel; wir können das Ganze gerne in den Kommentaren fortsetzen. Danke fürs Lesen! Tschüss!
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