Hands-On mit The Witness für PlayStation 4

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Hands-On mit The Witness für PlayStation 4

Kurz nachdem ich zum allerersten Mal den Begriff „PlayStation 4“ gehört hatte, erreichten mich ein Blogpost, eine Ladung Screenshots und ein Trailer zu einem Spiel namens The Witness, entwickelt vom legendären Spieldesigner Jonathan Blow. Das war meine erste Berührung mit der bevorstehenden neuen Generation der Videospiele.

Meine Begeisterung kann zugegebenerweise von meiner sentimentalen Natur befeuert worden sein (es ist das schließlich erste PS4-Spiel das ich je zu Gesicht bekommen habe). Nachdem ich das Spiel vergangene Woche aber auf einem Event tatsächlich spielen konnte, bin ich sehr erleichter, sagen zu können, dass meine Wertschätzung gerechtfertigt war.

The Witness on PS4

Jonathan Blow half mit seinem Klassiker Braid aus dem Jahr 2008 dabei, die Indie-Entwickler Bewegung in den Fokus des Mainstreams zu bringen. Das Spiel hat die Gehirne von Spielern auf der ganzen Welt verknotet. So sollte man wohl davon ausgehen, dass die Herausforderungen in The Witness eure mentalen Fähigkeiten auf die Probe stellen werden. Dankbarerweise werdet ihr nicht sofort mit den Kopfschmerzen verursachenden harten Nüssen konfrontiert. The Witness ist so konzipiert, dass ihr nach und nach mit neuen Konzepten vertraut gemacht werden und so Schritt für Schritt immer komplexere Rätsel löst.

Dass The Witness so einen willkommenen Ansatz des schrittweisen Fortschritts mit sich bringt, ist besonders deswegen so beeindruckend, weil es ein nicht-lineares Spiel ohne wirkliches Ende ist. Man bekommt keine Richtung vorgegeben nachdem man den ersten Fuß auf die Insel gesetzt hat – man zieht einfach los und entdeckt.

Wenn ihr euch den Debut-Trailer zu The Witness (oben eingebunden) angesehen habt, wisst ihr bereits, dass dieses Spiel ein echter Hingucker ist. Die Gestaltung ist zweckdienlich einfach gehalten. So entsteht eine Welt, die zwar abstrakt aber auch glaubhaft ist. Während ihr über die Insel wandert, trefft ihr auf eine überraschend hohe Anzahl unterschiedlicher Umgebungen: Ihr seht dichte, grüne Bäume und ausgedörrte Wüsten, schaut aber auch über Flüsse um ein herrlich blühendes Feld in der Ferne zu erspähen. Wenn ihr abenteuerlustig seid, klettert ihr vielleicht einen verschneiten Berg hinauf und habt einen wunderbaren Ausblick auf die gesamte Insel unter euch.

Es sollte festgehalten werden, dass ich bei all diesen Erkundungen und all den drastischen Klimaänderungen nicht einmal auf einen Ladebildschirm gestoßen bin. Schaltet The Witness an und verliert euch in seiner einfachen aber wunderschönen, entspannenden aber manchmal zum Wahnsinn treibenden Welt.

The Witness on PS4

Die Steuerung ist in The Witness ganz einfach gehalten: Seht euch mit den verbesserten Analog-Sticks des DualShock 4-Controllers um, haltet L1 oder L2 um zu rennen oder drückt die X-Taste um in den, wie ich ihn genannt habe, „Zieh-Modus“ zu wechseln (mit der Kreis-Taste kommt ihr wieder zurück). In diesem Modus widmet ihr euch den verschlungenen Rätseln des Spiels. Interessanterweise könnt ihr überall und zu jeder Zeit in den „Zieh-Modus“ wechseln. In dem Teil des Spiels, den ich gespielt habe, habe ich nicht einmal eine „Drücke X um das Rätsel zu beginnen“-Nachricht bekommen.

Die Rätsel selbst nehmen meist die Form eines Labyrinths an. Wenn ihr beginnt, zeigt ein kleiner Lichtpuls euch an, wie ihr loslegen sollt. Nachdem ihr einem Pfad gefolgt seid (Bewegungen können mit beiden Analog-Sticks ausgeführt werden), zeigt euch ein andere Licht, wo ihr hinwollt. Am Anfang muss man einfach nur von Punkt A nach Punkt B gelangen. Während man im Spiel fortschreitet, werden die eigentlichen Ziele weniger deutlich aufgezeigt. Irgendwann werdet ihr vielleicht entgeistert auf den Bildschirm starren und euch hilflos und ein wenig frustriert fühlen. Bleibt aber trotzdem dran! Sobald ihr die Lösung versteht, gibt es ein unvergleichliches Gefühl von Klarheit und Erfolg.

The Witness on PS4

Obwohl es weder Musik noch Dialoge gibt, hat man das Sound-Design in The Witness sehr ernst genommen. Das Geräusch der Schritte des Spielers ändert sich abhängig von der Umgebung. Schlamm klingt anders als Gras klingt anders als Schnee klingt anders als Stein und so weiter. Es mag albern klingen, aber ich habe irgendwann ganz besonders auf die Geräusche geachtet um rauszuhören, ob sich eines der Schrittgeräusche wiederholt (Spoiler: Ich habe keine doppelten Geräusche gefunden).

All diese Elemente, die herrlichen Bilder, das intensive Sound-Design und die kluge Rätsel-Lernkurve, formen zusammen einen ambitionierten und doch leicht zugänglichen Nachfolger zu einem der am meisten beachteten Titel in der Indie-Community.

The Witness erscheint in der ersten Hälfte von 2014 für PS4.