FuturLabs Velocity – Die Geschichte des Soundtracks

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Bei den FuturLabs ist man gerade sehr glücklich. Vor einige Zeit hat man den PSN-Titel Velocity veröffentlicht und sowohl Presse als auch Fans waren begeistert.

Über all den positive Zuspruch haben sich die Entwickler so sehr gefreut, dass sie euch jetzt mit einem sehr interessanten Post tiefer in die Hintergründe des Spiels einführen.

Halle Leute!

Unser neues Spiel „Velocity“ ist nun schon seit ein paar Wochen draußen, und wir freuen uns riesig darüber, wie gut es bisher aufgenommen wurde. Die vielen 9/10-Bewertungen – einschließlich derer von Edge Magazine und IGN – waren zwar die offensichtlichen Highlights, aber auch der Soundtrack des Spiels wurde oft erwähnt. Daher möchte ich euch heute erzählen, wie der Soundtrack von Velocity überhaupt zustande gekommen ist und warum es im Leben so wichtig ist, das, woran man glaubt, niemals aufzugeben.

MUSIK

Als ich noch klein war (7 oder 8), habe ich oft auf dem Klavier geklimpert. Ich konnte zwar keine Noten lesen, dafür aber einzelne Melodien spielen, wenn ich sie ein zuvor ein paar Mal gehört hatte. Diese habe ich dann geübt und geübt, bis ich sie wirklich draufhatte. Ich habe einen Großteil meiner Jugend damit verbracht, mit Spielzeugkeyboards herumzuspielen und kleine Songs zu schreiben, die ich dann anderen vorgespielt habe.

Auf dem Gymnasium habe ich dann meine Musiklehrerin damit in den Wahnsinn getrieben, dass ich immer nur die erste praktische Übung perfektionieren wollte, während sie versuchte, uns eine ganze Reihe verschiedener Übungen beizubringen. Als sie meinen Eltern sagte, dass ich den Musikunterricht störe, wurde ich unsicher, was meine Musik angeht. Und nachdem ich zu dem Schluss gekommen war, dass ich einfach kein musikalisches Talent habe, hörte ich auf, Musik zu machen.

SPIELE

Stattdessen entwickelte ich eine große Begeisterung für Videospiele, die dazu führte, dass ich praktisch meine gesamte Freizeit in einer Spielhalle in der Nähe verbrachte. Während der letzten Monate in der Schule fragte mich jemand, was ich machen wolle, wenn ich die Schule verlasse. Ich hatte keine Ahnung, aber in einem Moment tiefster Aufrichtigkeit antwortete ich: „Spiele machen“. Leider wurde mir daraufhin gesagt, dass ich keine Spiele machen könne, da ich schlecht in Mathe sei.

Gutgläubig, wie ich bin, schätzte ich die Meinung dieser Leute mehr als meine eigene. Und als ich die Schule verließ, hatte ich wirklich keine Ahnung, was ich machen sollte. Ich folgte einem Freund auf die Kunsthochschule und verbrachte meine Zeit dort damit, „Kunstwerke“ zu schaffen, die musikalisch inspiriert waren oder zumindest mit Musik zu tun hatten.

Während eines Gesprächs für meinen Abschluss in Kunst sah sich der Prüfer meine Mappe an und fragte mich, ob ich ein Instrument spiele. Ich verneinte. Er entgegnete: „Sollten Sie aber.“ Da wurde mir klar, dass ich meine große Leidenschaft nur wegen des Kommentars eines Lehrers fast zehn Jahre lang vernachlässigt hatte. Mit der ersten Auszahlung meines Studienkredits kaufte ich ein billiges Keyboard und fing wieder zu spielen an.

Ich tauchte komplett in die Musik ein und verbrachte die drei Jahre meines Master-Studiums damit, keine Kunst zu erschaffen, sondern zu lernen, wie man Musik produziert. Ich schrieb ein paar Songs und spielte sie live in den Bars und Clubs der Universität. Das hat echt Spaß gemacht! Und wenn ich Arbeiten abgeben musste, habe ich einfach „Sound Art“-Videos und interaktive Installationen erstellt, die die Wünsche meiner Dozenten und meine eigenen Vorstellungen halbwegs in Einklang brachten. Während meiner letzten Ausstellung sagte mein Dozent, dass meine Arbeit mehr einem Spiel als einem Kunstwerk gleiche.

HUCH!

Und schon wieder musste ich erkennen, dass ich eine meiner Leidenschaften nur wegen einer unbedachten Anmerkung vernachlässigt hatte. Da die Musikbranche als Arbeitsmarkt damals jedoch zunehmend unsicher wurde, beschloss ich, mir selbst das Programmieren von Flash-Spielen beizubringen.

In den folgenden Jahren arbeitete ich nur noch in meiner Freizeit daran, mich in der Musikproduktion weiterzubilden, und arrangierte dabei ungefähr sieben verschiedene Versionen eines bestimmten Stücks, das ich während meines Studiums komponiert hatte. Ich war von dem Stück förmlich besessen und habe trotz der konsequent ablehnenden Haltung eines guten Freundes darin immer ein großes Potenzial gesehen.

FuturLab - quarpinhanger

VELOCITY

Im Jahre 2010 standen wir kurz vor der Fertigstellung unseres ersten Spiels „Coconut Dodge“. Ich habe damals einen Mix des Songs produziert, der wie der Soundtrack eines Weltraum-Shooters im Retro-Stil klang und mit dem ich (und auch besagter Freund!) endlich zufrieden war. Da das Arrangement mit seinen aufbauenden Melodien und Akkorden stark nach Heldentum klingt, fand ich, dass es perfekt zu einem Spiel passt, in dem unter anderem Menschen zu retten sind!

Ich wusste, dass meine Fähigkeiten als Musikproduzent für kommerziell anspruchsvolle Veröffentlichungen nicht ausreichen würden, also habe ich das Arrangement zusammen mit einigen anderen, an den ich gearbeitet hatte, an Joris de Man geschickt, der die Musik für Killzone komponiert hat, und ihn gefragt, ob er bereit wäre, die Stücke zu einem „Indie“-Budget zu bearbeiten. Zu meiner großen Überraschung willigte er ein. Das Ergebnis unserer Zusammenarbeit ist ein Soundtrack, mit dem wir beide sehr zufrieden sind. Das war eine der bisher spannendsten und befriedigendsten kreativen Erfahrungen meiner bisherigen Karriere.

Das Arrangement findet sich jetzt auch in allen „Critical Urgency“ („Hohe Dringlichkeit“)-Levels von Velocity:

Velocity ist also der erste berufliche Erfolg, auf den ich wirklich stolz bin. Angesichts der Tatsache, dass ich schon 33 Jahre alt bin, ist das ziemlich deprimierend!

Ich hatte mich von Selbstzweifeln zurückhalten lassen, die daher kamen, dass Lehrer und Freunde mir gesagt hatten, dass ich nicht gut genug sei. Von diesem Problem sind viele kreative Menschen betroffen. Also, glaubt mir ruhig, wenn ich euch sage, dass ihr niemals aufgeben solltet, woran ihr glaubt. Ihr werdet es schaffen!

FuturLab - cheering

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