Dragon’s Dogma Developer Blogs #9: Wie entstand die Musik zu Dragon’s Dogma?

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Wir würden euch nicht ins Wochenende schicken, ohne euch mit der aktuellen Ausgabe der Dragon’s Dogma Developer Blogs zu beglücken. Heute schreibt für euch Tadayoshi Makino, der Komponist des mit Spannung erwarteten Titels.

Viel Spaß!

Hallo! Mein Name ist Tadayoshi Makino. In diesem Beitrag möchte ich mir als Hauptkomponist etwas Zeit nehmen, über verschiedene Aspekte bezüglich der Musik zu sprechen. Ich wäre begeistert, wenn ihr diesen Beitrag bis zum Ende durchlest.

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Als wir mit der Arbeit an der Musik angefangen haben, hatte ich nur eine vage Vorstellung davon, wie das Spiel am Ende aussehen würde. Wir haben auf Schlüsselwörter, zeitliche Hintergründe, Skulpturen und Bilder der Charakter und Monster aufgebaut, die im Spiel erscheinen sollten. Das war im Herbst 2009.

Ich bewundere die Komponisten Howard Shore und James Horner – aber ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass wir bei Dragon’s Dogma nicht unbedingt durchgängig mit einem großen Orchester am besten fahren würden, wie sie es wohl täten. Ich war selbst an der Monster Hunter-Reihe beteiligt und mir wurde klar, dass ich verschiedene Elemente wie majestätische Orchester und kleinere, kulturelle Ensemble verbinden wollte.

Da es sich bei Dragon’s Dogma um einen brandneuen Titel handelt, hatten wir am Ende viel mehr Ideen für die Musik als ursprünglich gedacht.

Der Producer schlug vor, eine Mischung verschiedener Musikrichtungen wie etwa Jazz einzusetzen, um die Welt neu zu interpretieren; der Director wollte Hardrock, um die Action zu betonen – und ich wollte der Musik mit einem Orchester und kulturellen Instrumenten einen majestätischen Klang verleihen.

Wir wählten schließlich eine abwechslungsreichere Zielrichtung für die Musik. Alle Richtungen sollten aber unbedingt Frische ausdrücken. Niemand konnte die Frage beantworten, was am besten zu diesem Spiel passen würde. Also haben wir alles Mögliche ausprobiert. Es war eine große Herausforderung.

Erst nahmen wir alle Ideen und machten Tonspuren daraus, die wir uns beim Spielen anhörten und mit denen wir testweise Promo-Videos erstellten, um zu sehen, wie sich der Ausdruck der Bilder mit den verschiedenen Tonspuren änderte.
Dann holten wir Meinungen von den Leuten im Soundteam ein und vermischten die unterschiedlichen Stilrichtungen – das Verhältnis zwischen dem majestätischen, vollen Orchester, dem Chor, den einzigartigen kulturellen Instrumenten und der rohen Kraft des Hardrock wurde angepasst.

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Der Producer hörte sich die Titelmelodie an und wir bekamen die Zustimmung, mit unserer einmaligen Mischung der verschiedenen Elemente fortzufahren. So entstand die Musik zu Dragon’s Dogma.

Das wichtigste Konzept, das wir umsetzen wollten, war das einer internationalen Gemeinschaftsarbeit.

Wir engagierten Inon Zur und Rei Kondoh für Komposition. Beide sind unglaublich brillante Komponisten und für den musikalischen Ausdruck in Dragon’s Dogma tauschten sie Ideen aus und schrieben Stücke, die die Originalität der verschiedenen Situationen unterstrichen, die sie begleiten sollten. Die Komposition verlief reibungslos und sie inspirierten sich gegenseitig.

Das Orchester mit mehr als 100 Musikern und der Chor wurde in Sofia, Bulgarien, aufgezeichnet – die Orchestrierung stammt von Jonne Valtonen und Roger Wanamo aus Finnland unter der Leitung von Thomas Becker. Da wir darum gebeten hatten, dass diese wunderbare Orchestrierung dem Bild treu bleiben sollte, das hinter der Originalmusik stand, waren Thomas und Roger bei den Aufnahmen dabei. Ich bin ihnen unendlich dankbar für ihre tolle Arbeit.

Wir entschieden uns für Bulgarien, weil wir nicht den Powersound wollten, den man aus Hollywood erwartet, sondern mehr europäische Wärme im Klang und in der Atmosphäre.

Das Ergebnis war genau wie erwartet. Ehrlich gesagt war es sogar noch großartiger, als wir erwartet hatten.

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Wir entschieden uns für Aubrey Ashburn als Sängerin für die Titelmelodie und nahmen in 2 Sessions in LA auf. Ihre Stimme ist emotional und attraktiv, was für den Song sehr wichtig war. Obwohl sie unheimlich beschäftigt ist, war sie so freundlich, unser Engagement anzunehmen. Beim ersten Mal führten wir aus der Ferne Regie, während sie in LA war, beim zweiten Mal waren wir mit im Studio. Sie hat den Song wirklich verstanden und konnte ihn so ganz außergewöhnlich singen, sodass wir die meiste Zeit bei der Aufnahme damit verbringen konnten, uns darauf zu konzentrieren, wie wir dem Song einen besonderen Ausdruck verleihen könnten.

Für unsere Rock-Session wählten wir Tenyu Nakamura (Gitarre) und Tatsuya Suzuki (Schlagzeug) und nahmen in Japan auf.

Weil wir das Meiste live aufnahmen, konnten wir einen Ausdruck erreichen, der am Computer niemals möglich gewesen wäre. Eine besonders große Rolle spielte dabei das 5.1-Surroundmixing, das uns Kenji Nakai in LA lieferte. Er kam sogar mit nach Bulgarien und arbeitete dort als unser Aufnahmeingenieur.

Damit haben wir nur einen kleinen Teil davon erläutert, was wir zur Musik von Dragon’s Dogma sagen könnten. Aber wenn wir auf alles eingehen wollten, wären wir noch die ganze Nacht hier, also freut euch auf das nächste Mal!

Ich hoffe, euch gefallen Dragon’s Dogma und die Musik, die diese Welt so lebendig macht!