Eine musikalische Reise in die Welt von Journey

1 1

Wir haben neue Nachrichten über das sehnsüchtig erwartete Journey! Ihr lest hier ein paar Zeilen von Austin Wintory, dem Komponisten des Spiels. Viel Spaß! 🙂

Eines der für mich schwierigsten Aspekte, über meine Arbeit an Journey zu reden, ist die Tatsache, dass das Spiel Journey — auf Deutsch: Reise — heisst. Das Konzept einer Metamorphose, einem emotionalem Bogen, ist eine der Kern-Konzepte des Spiels, das beinhaltet auch die Musik. Wie ihr euch denken könnt, gibt es in dem Spiel die ein oder andere (unbeabsichtigte) Anspielung auf den Titel. Das Video, welches ihr hier sehen werdet, gibt euch schon mal einen Einblick in unsere Machenschaften und wie viel Spass wir dabei hatten, Journey zu erschaffen.

Eine große Inspiration für Journey war die Heldenreise von Joseph Campbell. Da erwarten die Leute meist einen sehr majestätischen Soundtrack aber ich hatte da eine etwas andere Vorstellung. Obwohl es ein paar große Momente gibt, würde ich das Spiel doch als sehr intim bezeichnen. Das Orchester im Video ist das Macedonia Radio Symphonic Orchestra, wondervoll von Oleg Kontradenko dirigiert, in der Mazedonischen Hauptstadt von Skopje.

Ich habe mich gemeinsam mit dem Musik-Team und Randall Lowe von Santa Monica Studio im San Diego Studio von Sony verschanzt und in Echtzeit zum Orchester eingeklinkt. Auch das Team von thatgamecompany in Los Angeles hat sich via Skype dazu gesellt, sowie unsere Produzentin Kellee Santiago, die zu der Zeit in Virginia war, als auch Produzent Robin Hunicke sowie Lead Designer Jenova Chen, die gerade in Shanghai waren um auf der GDC China eine Präsentation zu halten. Das war eine Session, die des 21. Jahrhunderts würdig war, ein globales Spinnennetz quasi! Zusätzlich zum Orchester hatte ich auch das Vergnügen mit ein paar großartigen Solisten zu arbeiten, wie zum Beispiel die Cellistin Tina Guo, eine gute Freundin von mir. Ihre Performances brachten die Noten die ich komponiert habe erst wahrhaftig zum Leben.

Journey for PS3 (PSN)

Es ist ziemlich ironisch, dass wir einerseits mit so viel High-Tech hantieren, andererseits aber kaum etwas davon in der Musik wiedergespiegelt wird; sie ist rein emotional. Das ist auch das, was für mich Journey zu so etwas besonderem macht. Das Spiel ist nicht künstlich gestreckt, ja fast wie ein Gedicht.

Es gibt eine berühmte Anekdote über das erste Mal, als Steven Spielberg seinem langjährigen Komponisten John Williams Schindlers Liste zeigte: Als der Film zu Ende war, fragte Spielberg „Na, was denkst du?“, woraufhin Williams sagte: „Steven, du brauchst einen besseren Komponisten als mich für diesen Film.“ Spielberg darauf: „Ich weiß, aber die sind alle tot.“
Dies ist auch wie ich über Journey denke, vor allem seitdem ich eine Gelegenheit hatte zu erfahren, was für ein besonderes Spiel da auf uns zukommt. Der großte Vorteil den ich auf meiner Seite hatte war Zeit: Ich hatte fast 3 Jahre Zeit gehabt. Alles was mir an Inspiration fehlte habe ich durch viel Arbeit wieder Wett gemacht — das hoffe ich zumindest. Es kam so weit, dass Journey alle meine anderen Arbeiten ebenfalls beeinflusst hat. Im April 2011 schrieb ich ein winziges Cello Konzert für Tina („Woven Variations“, siehe den Link, den ich unten beigefügt habe) welche wir gemeinsam in Los Angeles vorgeführt haben. Das Stück stammt zwar nicht aus Journey, ist aber eine Extrapolation, eine Expedition mit dem Material um komplett neue Orte damit zu bereisen.

Dies ging noch weiter, als ich im darauffolgenden Sommer ein Konzert der LA Master Chorale dirigierte, wo ich ein einstündiges Stück auf der Basis der Heldenreise zusammengestellt habe, Teils aus ihrem Repertoire und Teils aus meinen Stücken aus Journey, die als „Klebstoff“ herhielten. Da die Arbeit an Journey aktiv weiter ging, konnte ich durch diese Erfahrungen weiter am Soundtrack schrauben. Es entwickelte sich dadurch ein sehr interessanter Prozess, bei dem meine Nebenbeschäftigungen anfingen, sich auf mein Hauptprojekt auszuwirken, als säßen sie gemeinsam bei Tisch und führten einen Dialog. Anstatt einem Roten Faden gab es mehre Stränge.

Journey

Ich liebe es, über jegliche Musikrichtungen zu schreiben und genauso gibt es kein Spiele-Genre, welches ich nicht gerne Spiele. Doch gäbe es ein alternatives Universum, in dem Journey nicht existieren würde, und man würde mich bitten, was mein ultimatives Traumspiel wäre (zum Spielen und zum Komponieren), würde die Beschreibung wohl auf Journey zutreffen. Wundervoller Weise leben wir aber in einer Realität, in der Journey durchaus existiert. Ich bin immer wieder erstaunt, was thatgamecompany und Santa Monica Studios auf die Beine stellen und ich fühle mich sehr glücklich, dass ich an ihrer Reise (hehe) mitkommen darf. Seht ihr was ich meine?

Hört euch hier „Woven Varations“ an.

Kommentare sind geschlossen.

1 Kommentar

1 Autorenantwort

  • Ich gehe mal davon aus, den Text hat Austin Wintory verfasst? 🙂 Ich freu mich schon wahnsinnig auf das Spiel! Und die Musik war in flOw schon so schön, ich denke Austin macht auch nen tollen Soundtrack für Journey. Hoffentlich ist der Winter bald vorbei 😀

    • Roland Fauster

      Ja, das ist richtig.

      Sollten wir vielleicht mal dazuschreiben… 🙂