MUBI Update: 3. November 2011

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Diesen Montag haben wir deftig Halloween gefeiert und euch daher eine kleine Liste der in unserer Community beliebtesten Horrorfilme zusammengestellt, die auf MUBI laufen! Hier sind einige der Top-Platzierungen, wobei wir in unserer Videothek noch viele mehr haben:

vampyr

Vampyr (Carl Th. Dreyer, Deutschland/Frankreich)

Unsere Freunde bei The Criterion Collection drücken es immer noch am besten aus: In Vampyr hat der dänische Filmemacher Carl Theodor Dreyer sein außergewöhnliches Händchen für hypnotisierende Stimmungen und karge, beunruhigende Bilder (Johanna von Orléans und Tag der Rache) ausnahmsweise mal im Horror-Genre eingesetzt. Dennoch ist das Ergebnis, das die Geschichte eines vom Okkulten angezogenen Studenten erzählt, der in einem Dorf in der Nähe von Paris von mehreren übernatürlichen Erscheinungen und örtlichen Bösewichten heimgesucht wird, praktisch keinem Genre direkt zuzuordnen. Dafür sorgen eine wahre Fülle atemberaubender Kamera- und Schnittfinessen und ein dicht gewebter Klangteppich, der eine traumartig beängstigende Atmosphäre kreiert. Mit seinem dichten Nebel, den immer wieder auftauchenden Sensen und dem Unheil bringenden Echo stellt Vampyr einen der größten Albträume der Kinogeschichte dar.

Verfügbar in: Vereinigtes Königreich und Irland

repulsion

Ekel (Roman Polanski, Vereinigtes Königreich)

„Auf seinen internationalen Durchbruch mit Das Messer im Wasser ließ Roman Polanski diese kontroverse, bedrückende Geschichte einer Psychose folgen. Catherine Deneuve ist Carol, eine zerbrechliche, gefühlskalte Schönheit, die in ihrer Londoner Wohnung durchdreht, als ihre Schwester in den Urlaub fährt und sie einsam zurücklässt. Schon bald sieht sie sich von Geistern – eingebildet und real – verfolgt und steigert sich in ihrem Wahnsinn zu einer gewaltigen, hysterischen Paranoia. Dank verstörender Details und Polanskis einzigartiger Fähigkeit, klaustrophobisch enge Räume in emotionale Minenfelder zu verwandeln, ist dem Regisseur mit Ekel eine surreale, tief verstörende Reise in die Welt des persönlichen Horrors gelungen, die den Film zu einem der erschütterndsten psychologischen Thriller des Kinos macht.“ —The Criterion Collection

Verfügbar in: Frankreich, Belgien, Niederlande, Irland, Portugal, Spanien, Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, Österreich, Deutschland, Schweiz, Luxemburg

suspiria

Suspiria (Dario Argento, Italien)

Suspiria wird allgemein als der schockierendste und unvergesslichste Horrorfilm der Filmgeschichte angesehen. In dem Film, der von Regisseur Dario Argento als „ein eskalierender, experimenteller Albtraum“ beschrieben wird, spielt Jessica Harper eine junge US-amerikanische Ballettschülerin, die an einer renommierten europäischen Tanzakademie mit einer Reihe bizarrer und grauenerregender Todesfälle konfrontiert wird. Vollgepackt mit bösartiger Gewalt, spektakulären Splatter-Effekten und atemberaubenden Kulissen, ist Suspiria ein Gothic-Meisterwerk von ganz besonders makaberer Machart.

Verfügbar in: Australien, Neuseeland

the house of the devil

The House of the Devil (Ti West, USA)

„Ti Wests langsam schwelender Horrorfilm ist mit gleich mehreren Kult-Schauspielern sowohl der Vergangenheit als auch der Gegenwart besetzt – von Dee Wallace, die in Cujo die Mutter spielt, bis hin zur Mumblecore-Muse Greta Gerwig. Die Grobkörnigkeit des Filmmaterials lässt den Film wirken, als handele es sich um ein Fundstück aus den 80er-Jahren, das in einer Art Slasher-Film-Version einer US-amerikanischen Universitätsstadt entdeckt wurde (die für den Film tatsächlich mit viel Liebe zum Detail nachgestellt wird). West geht es allerdings nicht um nostalgische Lacher oder darum, alte Schinken auf die Leinwand zu bringen, damit sich die Zuschauer an die gute alte Zeit erinnern können. Ihm geht es vielmehr darum, etwas wesentlich Zeitloseres zu erreichen: Er möchte lähmende Angst erzeugen.“ —Time Out New York

Verfügbar in: Dänemark, Finnland, Norwegen

lettherightonein

So finster die Nacht (Tomas Alfredson, Schweden)

Der schwedische Filmemacher Tomas Alfredson verwebt ihn diesem Film Freundschaft, Ablehnung und Treue zu einem verstörenden und dunklen und doch poetischen und unerwartet zärtlichen Bild der Jugend. So finster die Nacht basiert auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von John Ajvide Lindqvist. Dem zwölfjährigen Oskar fällt es schwer, in der Schule Anschluss zu finden. Und nachts ist er aufgrund der Berufstätigkeit seiner Mutter auf sich allein gestellt. Doch eines Nachts begegnet er der geheimnisvollen Eli, mit der sich kurz darauf eine unschuldige Liebesbeziehung entwickelt, die ihm hilft, sich gegen seine Peiniger zu behaupten. Dabei kommt er jedoch auch Elis dunklem Geheimnis auf die Spur und begreift, welche Rolle sie bei einigen grauenvollen Ereignissen in der Stadt spielt. Zusammen müssen sie Eli helfen, wegzugehen und zu leben oder zu bleiben und zu sterben.

Verfügbar in: Italien, Portugal, Spanien, Schweiz

survivalofthedead

Survival of the Dead (George A. Romero, USA)

„In einer Welt, in der die Toten auferstehen, um die Lebenden heimzusuchen, führt der skrupellose Soldat Crocket (Alan Van Sprang) eine Gruppe ehemaliger Militärsoldaten aus dem Chaos. Auf ihrer Suche nach einem Ort, an dem man „vor dem ganzen Mist sicher ist“, treffen sie auf den verbannten Patriarchen Patrick O’Flynn (leidenschaftlich gespielt von Kenneth Welsh), der ihnen das Paradies auf Erden in Form des Angel- und Farm-Betriebs Plum Island verspricht. Als die Männer ankommen, erwartet sie vor allem ein seit Generationen andauernder Zwist zwischen O’Flynns Familie und dem gegnerischen Clan der Muldoons. Bald stellt sich heraus, dass Patrick von der Insel verbannt wurde, weil er der Überzeugung war, dass nur ein toter Zombie ein guter Zombie ist. Die Muldoons hingegen denken, dass man betroffene Familienmitglieder nicht einfach aufgeben sollte – deshalb kümmern sie sich um ihre untote Sippschaft, bis ein Heilmittel gefunden wird. Aber ihr Wunsch nach Ruhe auf dem Hof hat seltsame Züge angenommen: Die Untoten sind in ihren Häusern angekettet und ein normaler Alltag wird vorgetäuscht – mit blutigen Konsequenzen. Ein verzweifelter Kampf ums Überleben wird zeigen, ob die Lebenden und die Toten gemeinsam existieren können.

Diese apokalyptische Thematik hat George A. Romero seit langer Zeit beschäftigt – zur großen Freude seiner unzähligen Fans. Jetzt erzählt er die Geschichte von Crocket, einem Nebencharakter seines letzten Films „Diary of the Dead“, um ein Weltuntergangsszenario darzustellen. Im letzten Film hatten Crocket und seine Miliz einen kurzen Auftritt, bei dem sie sich die Vorräte des Helden schnappten. In Crockets weiterer Reise macht Romero etwas, das die meisten Horror-Regisseure in den letzten Jahren vergessen haben: Er nutzt das Genre, um gesellschaftliche Probleme anzusprechen. Als Filmemacher mit einem gesellschaftlichen Bewusstsein erschafft Romero eine Welt, in der er mit menschlichen Bedingungen kämpft und gleichzeitig auf innovative Weise torkelnde Menschenfleischfresser auslöscht.

George A. Romeros Survival of the Dead ist zusätzlich ein knallharter Umsturz des Westerns. Man könnte den Film als eine Reflexion von William Wylers Weites Land sehen, in der sich trotzige Clans bekämpfen, während weitaus größere Probleme herrschen. Wir müssen uns nur die heutigen Schlagzeilen anschauen, um derartige Beispiele zu finden und zu verstehen, warum dadurch wichtigere Probleme nicht gelöst werden können.

Aber keine Angst: Romero hat es sich dennoch zur Aufgabe gemacht, seinen Zuschauer grauenhafte und makabere Bilder zu liefern – und trotzdem eine blutige, kleine Parabel zu erzählen. Auf wessen Seite werdet ihr euch schlagen? Die der Toten oder die der Lebenden?“ – Toronto International Film Festival

Verfügbar in: Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden

Kommentare sind geschlossen.

1 Kommentar

  • pixelshinobi

    Was soll das? Da lese ich mir mit Interesse die Beschreibungen für 6 !!! Filme durch, um dann auf erst auf den zweiten Blick zu sehen, dass davon nur 1 !!! in Deutschland verfügbar ist.
    Selbst wenn ich jetzt noch AT, CH und LU dazu zähle, sind es gerade mal 2 !!! verfügbare Filme. Warum?

    Dann doch besser gar keine News. Denn diese lesen sich wie: „Ja, soviele Filme gibt es. Die könnt ihr Nutzer aber nicht sehen. Ha, Pech gehabt.“ Und später wird wieder geheult, weil keiner Angebote wie MUBI nutzt, weil alle Filmegucker „raubkopieren“.

    Ich verstehe es nicht.