MUBI Update: 13. Oktober 2011

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beyond enchantment

Es gibt einige wirklich interessante neue Filme auf der MUBI-Plattform! Wir sind mit der in San Francisco ansässigen Organisation Canyon Cinema, einem der weltweit bedeutendsten Vertriebe für Experimental- und Avantgardefilme, eine dauerhafte Partnerschaft eingegangen, die wir mit der Zeit weiter ausbauen werden. Da die meisten Filme unserem Publikum wahrscheinlich nicht bekannt sind, liefern wir euch zunächst einige Informationen zu den Filmemachern.

Filme von Gary Adlestein:

Gary Adlestein ist seit 1974 Macher kurzer Experimentalfilme und -videos. Sein erster Film, Reading 1974, den er als Co-Regisseur drehte, war ein preisgekrönter Dokumentarfilm in Spielfilmlänge, ein Porträt seiner Heimatstadt Reading, Pennsylvania. Über Jahre drehte er zunächst im 16-mm- und dann im Super-8-Format lyrische Kurzfilme, wobei er sich von den Werken von Storm DeHirsch und Tom Chomont inspirieren ließ. Später wechselte er wie viele andere unabhängige Filmemacher zum Video, einem Medium, das wesentlich günstiger war und somit besser zur Idee der wahren Unabhängigkeit passte. Adlesteins Werke wurden national und international bei Festivals und nationalen Medienkunstveranstaltungen gezeigt (z. B. Millennium Film Workshop, LA Filmforum, Pacific Film Archives, Chicago Filmmakers). Einige seiner Filme und Videos waren in der Ausstellung „Big as Life: An American History of 8mm Films“ (1982-2001) im Museum of Modern Art (MoMA) zu sehen. Im Jahr 1975 war er einer der Mitbegründer von Berks Filmmakers, das damals wie heute Experimentalfilme zeigt. Er lehrt Film und Poesie am Albright College in Reading.

Filme von Kate McCabe:

Kate McCabe lebt in der Nähe von Joshua Tree, Kalifornien, wo sie das Kunstkollektiv Kidnap Yourself gründete. Sie graduierte an der University of the Arts und erwarb an der Kunsthochschule Cal Arts, unter dem innovativen Jules Engel, ihren Master of Fine Arts (MFA) in Experimental Animation. McCabes Werke, für die sie auch Auszeichnungen erhielt, werden seit 1995 weltweit bei Filmfestivals und in Galerien gezeigt. Ihre Filme erforschen oft Themen wie das Zelebrieren der Schönheit im Alltag und die Enthüllung der Grauzone zwischen Tagtraum und Realität. McCabe vereint Live-Action-Fotografie und Animation zu Hybrid-Animationen. Hierzu bedient sie sich Techniken der Zeitmanipulation in Kamera und optischem Druck. Zu ihren aktuellen Werken gehören Bilder, Fotografien, fiktive Kurzgeschichten und Kunstbücher. Ihr jüngstes Werk ist der Comic „Mojave Weather Diaries“. McCabe hat als Gastdozentin Film an der CalArts und der UC San Diego unterrichtet.

Filme von Gregg Biermann:

„Meinen Werken liegt die Avantgarde-Tradition des Films als visuelle Kunst zugrunde. Ich glaube, dass Künstler, die vom Geist des historischen Avantgardefilms inspiriert sind, durch den Einsatz neuer Technologien auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen können. Die Entwicklung neuer Hilfsmittel hat oft innovative ästhetische Entwicklungen in Kunst und Musik veranlasst. Aus diesem Grund befasse ich mich mit neuen Technologien, um weites Neuland zu erobern, das kleinen Filmemachern, die an der Erkundung der Form interessiert sind, nicht mehr zur Verfügung steht. Die meisten meiner Werke, die ihre Wurzeln in der digitalen Technologie haben, wären zu früheren Zeiten nicht entstanden. Die Bedeutung der digitalen Technologie für den Film liegt in der Möglichkeit zu kopieren, zu ändern, zu maskieren, zu schneiden, zu überblenden, zu wandeln, zu reflektieren, zu übertragen und neu auszurichten.“

Filme von Larry Jordan:

Lawrence Jordan, als Einzelgänger in der Welt des avantgardistischen US-Films bekannt, spielte in der Kunstszene San Franciscos in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren eine wichtige Rolle. Jordan drehte mehr als fünfzig Experimentalfilme, darunter einige fantastische Filmanimationen aus zu Collagen zusammengefügten Ausschnitten viktorianischer Gravuren. Die Animationen zeigen traumhafte Bilder von Landschaftscollagen in einem filmischen Reich der Transformation und des Freiform-Symbolismus. Jordan ist bestrebt, in die tiefen Strukturen und Jungschen Konnotationen der mythologischen Bilder seiner Filme einzutauchen. Sein alchemistischer Ansatz zur bildlichen Darstellung erschafft, was er das „Theater des Geistes, das man konstruiert“ nennt. „Das ist die Unterwelt … das Reich der Vorstellung. Man braucht einen Ort, um mit Bildern zu arbeiten.“ (Duncan McKenna, Semina Culture: Wallace Berman & His Circle).