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Der Mann hinter der Maske: Arkham City Interview

Das bekannte Videospielmagazin “Edge” hat das Titelthema seiner aktuellsten Ausgabe (die übrigens auch auf der gamescom ausliegt) dem dunklen Ritter gewidmet. Bereits in der Einleitung zum Magazin stößt der Leser auf eine bemerkenswerte Feststellung: Batman besitzt wirklich alles, was es zu einer perfekten Videospielfigur braucht.

All die Gadgets, der dunkle Mythos, die menschliche Verletzlichkeit gepaart mit der unmenschlichen Kampfkraft – andere Spieldesigner zerbrechen sich über Jahre hinweg ihren Kopf, um diese Elemente zu entwickeln.

Trotzdem hat es bis zum Jahr 2009 gedauert, bevor es jemand geschafft hat, ein würdiges Videospiel mit der Fledermaus auf den Markt zu bringen. Arkham Asylum war nicht bloß ein strahlendes Beispiel dafür, wie gut Lizenz-Arbeiten sein können, es hat eine völlig neue Perspektive darauf eröffnet, wie man Superhelden in Videospiele zu integrieren hat.

Dementsprechend groß sind Erwartungen und Vorfreude an/auf das Sequel Arkham City. Wir haben uns auf der gamescom mit Dax Ginn, Marketing Game Manager bei den Rocksteady Studios getroffen, um uns über den kommenden Hit zu unterhalten.

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Was können die Fans im aktuellen Arkham City-Built sehen?

Auf der E3 und der San Diego Comic-Con haben wir einige der Story- und Nebenmissionen aus dem Singleplayer gezeigt. Hier auf der gamescom wollten wir den dritten großen Teil des Spiels demonstrieren: Den Challenge Mode. Wir haben Combat- und Predator Challenge Maps mitgebracht und zeigen sie alle in 3D.

Wir haben so viel Arbeit in diesen Bereich gesteckt, konnten es bisher aber noch niemanden zeigen. Es ist gerade sehr aufregend für uns.

Wie verwendet ihr den Challenge Mode in diesem Sequel?

Man muss ihn sich wie ein Dojo vorstellen, in dem ihr eure Fähigkeiten verbessern könnt. Bei all seiner Atmosphäre und emotionaler Intensität war Arkham Asylum doch eine sehr lineare, auf einen Bereich konzentrierte Erfahrung. Bei Arkham City wollen wir dem Spieler mehr Freiheit geben. Deswegen kann man zu jeder Zeit sehr viele Entscheidungen treffen. Für uns ist die Herausforderung dabei, dass wir die Schwierigkeitskurve nicht so gut steuern können wie noch im ersten Spiel. Wenn man also zu irgendeinem Zeitpunkt im Spiel denkt, dass man einfach hoffnungslos unterlegen ist, kann man auf den Challenge Maps an seinen Fähigkeiten arbeiten.

Wie es bisher aussieht, wird Catwoman eine zentrale Rolle im Spiel einnehmen und Robin soll im Challenge Mode auftreten. Was ist die Essenz dieser beiden Charaktere in der Rocksteady-Version?

Die “Rocksteady-Version” ist ein sehr guter Ausdruck, weil wir sehr viel kreative Freiheit für die Gestaltung des “Arkham Versum” (so nennen wir es) bekommen haben. Man muss sich nur mal ansehen, was wir mit dem Pinguin gemacht haben – Das Monokel funktioniert im 21. Jahrhundert nicht mehr wirklich, also haben wir ihm einfach eine Bierflasche ins Gesicht geschlagen. So gehen wir an das Charakter Design heran: Grob und böse und mit einer jederzeit fast schon greifbaren Gefahr in der Spielwelt.

Catwomans Design wurde von der feindlichen Atmosphäre in Arkham City inspiriert. Ihr Catsuit hat einen militärischen Touch. Wenn man genau hinsieht, erkennt man ein leichtes schwarz-graues Camouflage-Muster. So kann man sie nur schwer in den Schatten erkennen.

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Weil Robin nur auf den Challenge Maps erscheint, wollen wir ihn in eine Richtung lenken, die bisher noch nicht gesehen wurde. Um in unsere Welt zu passen, muss er hart knallhart sein und Fähigkeiten besitzen die nahe an Batmans Potential heranlagen. Deswegen besitzt er Bogen und Schild, er ist ein Spezialist für Explosionen und besitzt ein Gadget mit dem er Bomben in der Umgebung identifizieren kann. Robin ist ein komplexer Charakter der sich sehr von Batman unterscheidet – wir haben ihm also nicht einfach nur einen neuen Look verpasst.

Wie konnte das Rocksteady-Team so ein umfangreiches Wissen über die Charaktere und das Universum von Batman aufbauen?

Die enge Zusammenarbeit mit den DC Comics ist da sehr hilfreich. Sie sind die Herrscher in diesem Universum und wir haben sie zu jedem Aspekt des Spiels befragt weil wir sichergehen wollten, dass jede neue Idee dabei hilft, noch besser dieses Gefühl zu vermitteln, Batman zu sein.

Das Alter-Ego ist ein großer Teil eines jeden Superhelden. Trotzdem habt ihr noch nie damit gearbeitet. Warum habt ihr euch gegen Bruce Wayne entschieden?

Weil es ein Batman-Spiel ist. Er ist mächtig und sehr ambitioniert, aber man vergisst niemals, dass er auch sterblich ist. Das ist so eine fruchtbare Grundlage die wir in Arkham City noch tiefer erforschen werden. So werden wir auch tiefer in den Mann hinter der Maske einsteigen indem wir zum Beispiel Charaktere wie Hugo Strange nutzen, der Batmans wahre Identität kennt, sowie Talia al Ghul, die eine romantische Beziehung mit ihm hat. Durch diese Charaktere lernen wir seine verletzliche Seite kennen. Unser Ziel war es aber immer, ein Action-Spiel zu erschaffen, nicht einen Business Simulator. Wenn man mal darüber nachdenkt, was man tun würde während man Bruce Wayne spielt, wäre das im Vergleich nicht sehr aufregend.

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Meine Lieblingsstellen in Arkham Asylum waren immer die, in denen das Spiel plötzlich ganz bizarr wurde, wie die Szene in der Leichenhalle oder die Scarecrow-Level. Wie wollt ihr die Spieler dieses Mal überraschen? Sie erwarten jetzt ja solche Stellen.

Das ist eine wirklich harte Herausforderung. Ich kann hier leider nicht ganz ehrlich sein weil wir sichergehen wollen, dass die Überraschung erhalten bleibt. Es gibt Momente im Spiel, die dafür da sind um den Spieler zu überraschen und … es ist wirklich schwer, diese Frage zu beantworten… die Spieler werden es zu schätzen wissen. Diese Momente haben im ersten Spiel so gut funktioniert und wir verstehen absolut, dass es jetzt eine Erwartungshaltung gibt. Wir haben viel darüber nachgedacht, was die Spieler jetzt wohl erwarten. Danach haben wir uns überlegt, wir wie dem noch einen Schritt voraus sein können.

2 Kommentare
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1

Ich kann es wirklich nicht mehr abwarten! Habe es auf der Gamescom angespielt und es sieht unglaublich aus!!!

2

oh man die nächsten monate werden teuer

ps. liebe grüsse an bienchen

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