Interview mit Kikuchi-san, Entwickler von Yakuza 4

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Die Jubelschreie der Community hallen mir heute noch durch die Ohren. Kurz nachdem Sega sich entschieden hatte, auch uns Europäern den Fernost-Kracher Yakuza 3 zu spendieren, folgte die Bestätigung, dass Yakuza 4 ebenfalls bei uns erscheinen wird.

Während man in Japan bereits die vierte Reise mit Kiryu durch das japanische Nachtleben antreten kann, müssen wir noch bis zum Frühjahr kommenden Jahres warten. Um die quälende Wartezeit (die im Leben eines Gamers ja durchaus bekannt ist) zu überbrücken, haben wir uns mit Masayoshi Kikuchi, seineszeichen Entwickler bei Yakuza 4, unterhalten. Kikuchi-San erzählt uns eine Menge über die Charakteristika der Serie und offenbart, dass wir uns auch noch viele weitere Titel in dieser fantastischen Franchise freuen können.

Kikuchi-san

PS-Blog: Hallo Kikuchi-San, schön, dass du etwas Zeit für uns erübrigen konntest. Ihr habt Yakuza 4 aufgeteilt in einige Parts mit dem uns wohlbekannten Protagonisten Kiryu aber auch in einige Teil mit anderen Charakteren. Warum?

Kikuchi-san:Hi. Wir haben das gemacht, um die Dramatik im Gameplay und die Spielbarkeit zu verbessern. Dadurch, dass wir einzigartige Personen, mit anderen Hintergründen als Kiryu, ins Spiel integriert haben, konnten wir Inhalte anbieten, die wir nur mit Kiryu nicht hätten ausdrücken können. In Yakuza 4 sind also alle drei Säulen die diese Franchise ausmachen (Story, Adventure und Kämpfe) viel reichhaltiger.

Für mich als Europäer wirkt Yakuza immer wie ein Zusammenstoß der Kulturen. Es ist definitiv ein rein japanisches Spiel. Wie ist das, wenn ihr eure Spiel der Öffentlichkeit in Japan präsentiert im Kontrast zur Präsentation in Europa? Spricht man da nicht wie über zwei verschiedene Games oder interessieren sich die Communitys hauptsächlich für die gleichen Elemente?

Ich habe das Gefühl, dass das westliche Publikum sich meistens für die gleichen Dinge interessiert wie das Publikum in Japan. Das ist mehr als wir erwartet hätten. So komme ich auch zu dem Glauben, dass die Kernelemente des Spiels weltweit akzeptiert werden würden.

Es ist allerdings so, dass die Umgebungen im Spiel natürlich deutlich von der heutigen japanischen Kultur geprägt sind. Einige halten das also für die Realität währende andere denken, dass es eine interessante und unbekannte Kultur sei.

Setzen wir mal vorraus, dass es wenigstens ein paar Unterschiede in den Wünschen japanischer und europäischer Spieler gibt: Ihr entwickelt ein Spiel für den japanischen Markt und schaut erst danach, ob es in Europa ein Verlangen danach gibt. Dann lokalisiert ihr es für den Westen. Seid ihr nicht ein wenig überrascht, wie enthusiastisch die europäische Yakuza-Community ist?

Ja, das überrascht mich wirklich und es ist auch eines der Dinge, die mich dazu antreiben, die Serie weiter fortzusetzen.

Ihr habt jetzt vier extrem gehaltvolle Geschichten über Kiryu erzählt. Kann es nicht vielleicht sein, dass Kiryu inzwischen genug erlebt hat und es nichts Neues mehr gibt, was man über ihn noch entdecken könnte? Denkt ihr vielleicht daran, die Geschichte der Yakuza-Kriege irgendwann in die nächste Generation zu übertragen?

yakuza_4a

Zuallererst sind wir der Überzeugung, dass es noch viel verstecktes Potential für unseren Charakter Kiryu gibt. Das gleiche gilt für die Welt, Level und Spielbarkeit der Franchise. Ich kann aber sagen, dass wir diese drei neuen Charaktere in Yakuza 4 hinzugefügt haben um dieses Potential des „japanischen Untergrunds“ und von „Kamurochos Nachtleben Bezirk“ noch mehr ausbauen zu können. Das ist ja auch eines der großen Charakteristika der Serie. Ich glaube, diese Serie ist mächtig genug um die Herausforderungen des Game Designs immer wieder erfolgreich anzugehen.

Yakuza wird oft mit der Shenmue-Franchise verglichen, was 1. überhaupt keine Abwertung und 2. nicht sonderlich überraschend ist. Schließlich arbeitet Toshihiro Nagoshi an beiden Serien. Trotzdem: Was, glaubst du, ist das Einzigartige an Yakuza, was hebt es von allen anderen Spielen ab?

Wenn man sich den Titel im globalen Markt ansieht, würde ich sagen, dass die wichtigste Eigenschaft die Ansiedlung in der japanischen Unterwelt ist. In dieser Welt kann man dann folgendes entdecken:

  • Ein intensives Drama, welches versucht das Leben eines Mannes differenziert und vernünftig aufzuzeigen und ihn nicht bloß einen Outlaw sein zu lassen.
  • Reichhaltige Adventures die den Spieler in die Lage versetzen, das Nachtleben in Tokio wirklich zu entdecken.
  • Erfrischende, dynamische Kämpfe, in denen wirklich „gekämpft“, und nicht bloß getötet, wird.

Ich denke, dass sind die Charakteristika im Spiel.