Debatte am Freitag: Held ohne Identität – Wie müssen Videospielcharaktere gestaltet werden?

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Kurz bevor man das Gehirn endgültig auf Wochenend-Betrieb umschalten kann, wollen wir die grauen Zellen noch ein mal für die obligatorische Debatte am Freitag aktivieren. Ganz am Anfang einer jeden Videospielentwicklung, müssen sich die Autoren eines Titels einer vielleicht banalen aber absolut grundsätzlichen Frage stellen: Wer oder was soll der Protagonist in unserem Titel werden?

Als Folge dieser Entscheidung wurden schon legendäre Figuren erschaffen die in der Fangemeinde zu untersterblichen Symbolen geworden sind. Man denke nur an Ikonen wie Lara Croft oder auch Ratchet. Der Spieler schlüpft hier in die Rolle eines völlig vordefinierten Heldens und erlebt eine von den Autoren erdachte Geschichte. Die Helden in solchen Spielen erlauben es dem Zocker, sich mit ihren beeindruckenden Eigenschaften zu identifizieren.

FINAL FANTASY XIII

Offenbar handelt es sich also um ein Erfolgsrezept, wir kennen ja genug tolle und erfolgreiche Figuren. Dem gegenüber stehen aber zum Beispiel europäische Rollenspiele, in denen vorgegebene Charaktere ja fast so etwas wie ein Tabu sind. Dort soll der Spieler Aussehen, Fähigkeiten und Wesen selber bestimmen. Die Devise lautet hier: Der Spieler soll das Spiel nicht erleben, er soll es gestalten.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Fantasie des Spielers wird aktiv gefordert, spielerische Freiheit ist das Stichwort. Und ist es nicht so, dass diese Herangehensweise die Idee hinter den Wurzeln der Videospiele am ehesten verkörpert. Zu einer Zeit, als es so High-End Konsolen wie die PlayStation 3 noch nicht gegeben hat, waren realitätsnahe Grafiken wie heute überhaupt nicht möglich. Der Spieler hat eine Gameplay-Herausforderung vorgesetzt bekommen und war dann gefordert, sich selber die Geschichte dazu zu überlegen.

Aber wird ein Spiel wirklich freier, wenn der Charakter nicht vorgegeben ist. Die Story bleibt davon doch unberührt. Möglicherweise wird von eurer Charakterwahl der Lösungsweg für ein Problem oder der eine oder andere Dialog verändert, manchmal gibt es sogar einen variablen Abspann, aber schon allein aus Platzgründen kann man ja auf einem Spiel nicht sämtliche Möglichkeite der Realität simulieren sondern muss immer einen Rahmen schaffen, in dem der Spieler geführt wird.

Uncharted 2: Among Thieves Screenshot

Wirkliche Freiheit entsteht also vielleicht erst im Spiel selber. So nehme man zum Beispiel Final Fantasy 7. Ein Spiel, in dem wirklich fantastische Figuren und ihre Vorgeschichte komplett vorgegeben werden, welches aber mit einer offenen Weltkarte viele Freiheiten bot, um sein ganz eigenes Abenteuer zu erleben. Nicht zuletzt geht einem Spiel doch auch ein wesentlicher künstlerischer Aspekt verloren, wenn die Zeichnung des Charakters nicht vom Autor vorgegeben wird.

Wie sieht es bei euch aus? Wollt ihr euch mit starken Charakteren durch ein Spiel schlagen, oder stören euch vorgegeben Figuren nur bei der Entfaltung eurer eigenen Fantasie?

Kommentare sind geschlossen.

12 Kommentare

  • Lord_Zocker

    Ich mag vorgegebene Figuren. Der Grund: Dadurch kann eine mega geile Story entstehen und sehr viel Action (denke grad an UNCHARTED). Zudem sehe ich ein Spiel eher wie einen Film. Ich bin eher eine Art Zuschauer, nur das ich es selber Spiele. Ok, schlecht gesagt, aber auch schwer zu erklären. Auf jeden Fall denke ich bei UNCHARTED zum Beispiel nicht ans ballern, klettern oder sonswas. Ich denke die ganze Zeit daran, weshalb ich es einfach mache. Um El Dorado zu finden, Elena zu befreien, etc. Im allgemeinen gibt es auch nur zwei Dinge, die mich in einem Spiel wirklich überzeugen müssen. Ansonsten wird das Spiel nie einer meiner Lieblinge. 1. Eine sehr gute Story. 2. Einen sehr gutem Soundtrack. Der Soundtrack ist für mich fast am Wichtigsten. Bei UNCHARTED stimmen die Punkte. Verknüpft mit brillianten Gameplay ist das Ding wie ein gut spielbarer Film, was nicht möglich wäre, wenn ich die Figur selber gestalten würde.

  • Lord_Zocker

    Das ist bei mir sogar in Call of Duty so! Ich denke nie ans schießen. Nur an den historischen Hintergrund. Ich bin am zweiten Weltkrieg sehr interessiert und das Spiel gibt erstens Fakten (wie Daten) und zweitens zeigt es die Schlachten genauer. Geschichtsunterricht reicht nicht um zu zeigen, was die Soldaten in etwa für Ziele hatten und was die genauen Schlachtdetails waren. Zudem zeigt es die Intensität des Krieges. Ich schaue immer mein Umfeld an und sehe Kammeraden fallen. Dies zeigt gut die Grausamkeit des Krieges, sodass man den Schrecken nachvollziehen kann. CoD 2: Big Red One zeigt es übrigens am Besten. Man ist die ganze Zeit im selben Trupp. Und passt man (so wie ich) bei den Dialogen auf, gehen einem die Charaktere schon ans Herz. Traurig, weil der Beste starb 🙁

  • kommt auf die spiele an bei rpg spiele wäre ich dafür das mann selber sein Charakter erstellen kann auser man wörde ein gott of war rpg machen da wäre es besser man bleibt bei kratos der beste Charakter der spiele welt

  • Die Charaktergestaltung ist sicherlich ein zweischneidiges Schwert und die Entscheidung hängt sicherlich auch von der Geschichte ab, die im Spiel erzählt wird. Dabei ist das Genre noch relativ egal, die Entwicklung der Geschichte selbst ist es, die zählt.

    Ich denke, gerade Final Fantasy 7 ist da ein recht gutes Beispiel, das in gewisser Weise beide Seiten gut zeigt.

    So sehr Clouds Geschichte auch vorgefertigt sein mag, sie hat noch immer Lücken gehabt – ohne die auch die Ableger kaum möglich gewesen wären -, die der Spieler selbst füllen konnte. Auch jetzt noch gibt es Aspekte seines Charakters, die wir nicht kennen und wohl auch nie geklärt werden.

    Ich denke, es ist also ein mehr oder minder grober Rahmen, den die Entwickler bei ihren Figuren legen (müssen). Absolute Freiheit für die Spieler wird es wohl nie geben können. Der Hauptcharakter benötigt immer einen Grund für den Weg, den er zu beschreiten hat. Und er muss diesen Weg gehen, denn immerhin ist es der Inhalt des Spiels.

    Ich persönliche ziehe einen engen Rahmen des Charakters mit diversen Lücken vor. Gerade ein „Cloud Strife“ ist wegen seiner vorgefertigten Geschichte so genial und so „langlebig“.

  • Freiheiten in FF7? Da würde ich aus der RPG doch mehr richtung Oblivion oder Fallout gehen.

    Ich Persönlich mag beides, es muss nur gut umgesetzt sein.

  • ich finde auch die finale fantasy teile sehr gut. habe auch uncharted1&2 gezockt bei filmreifen games ist es besser die Charakter vorzugeben. bei god of war 1-3 z.b. wäre es villeicht nicht so toll wenn man sein eigenen Charakter erstellen könnte, da man sonst villeicht nicht in die geschichte so gut eintauchen könnte. Lasse mich aber gern eines besseren belehren.

  • @lord_zocker
    ich finde persönlich Uncharted auch sehr geil nur was mich beim 2er n bisschen stört is die zu kurze Story, aber sonst is das Spiel einfach Klasse.

    nun zum Thema:
    grade bei Spielen wie Uncharted find ich das man mit einem oder mehreren vorgegebenen Charakteren durch spiel zu kämpfen, besser als wenn ich mir die Story überlegen müsste (in der Art von Multiple Choice). Ich persönlich spiele diese Spiele als Zeitvertreib oder einfach um abzuschalten und nicht um meine Fantasie oder Persönlichkeit zu entfalten.

  • Also ich muss ehrlich sagen, cool das ihr FF VII erwähnt habt^^. Is ein must play, aufjedenfall. Wers nich spielen konnte, weil zu jung, Sony hats im PSN soweit ich weiß ;).

    Also ich mag vorgegebene Charaktere. Es fällt einem leichter, sich in die personen hinein zuversetzen. Bei selbstkreierten Charakteren ist das (ich beziehe das auf mich) nicht so möglich, denn es spielen ja faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel „Hab ich es geschafft meinen Chara nach meinem wunsch zu Designen“ und so weiter. Es ist auch frustrierend, wenn man das aussehen in etwa weiß, aber es nicht hinbekommt. So dann hat man das aussehen, aber der Charakter ist garnicht wie du o.O, na toll.

    Also ausgenommen Dragon Age, denn das Spiel war der hammer, bin ich eher fan von vorgefertigten Charas. Reinversetzen fällt, denke ich, leichter, als Selbsteinschätzung ;). Außerdem, man kann immer kreativ sein. Zum Beispiel: „Was fühlt der Chara“ und solche dinge.

    Naja das wars von mir xD

    M.f.G.
    joegoku

  • rootsragga70-09

    der charakter von puppets ist mir relativ latte…mag zwar wenn rumgejoked wird,mir ist eher am wichtigsten was die puppet drauf hat…bei vanquish ist mir egal wer es ist,mir gefaellt die demo so gut weil die puppet schnell und wendig ist und dadurch fever aufkommt…spiele hauptsächlich um die k.i. auszutestesten und irgendwo nen game zu finden welches halt evtl nicht zu schaffen ist…

  • Also ick finde es sehr toll das FF7 angesprochen wurde es ist es und bleibt ein hammer game das ist mal meine meinung dazu
    um auf das thema zu kommen es ist schon was tolles charaktere zu erstellen und ick finde es passt auch nur zu gewissen spielen wie z.B Oblivin oder Demon’s Souls bei den anderen spielen wie z.B FF7 -13 o. god of war das sind spiele mit einer helden figur und geschichte und da passt es viel besser eine vorgestellte figur o charakter zu haben

    was ick mehr bevorzuge ist eine helden figur man kann sich gut rein versehtzen und man kann die geschichte des charakters verfolgen obwohl ick es nicht schlecht finde seine charakter selber zu erstellen aber bei manchen spielen passt das nicht

  • Also mir ist beides Recht. In Spielen, wo man mit vielen Leuten online Spielt, sollte man sich schon einen eigenen Charakter erstellen können (z.B. Skate). In Spielen wie Uncharted stört es mich, weil Nate einfach ein cooler Typ ist^^

  • whitetiger40

    Charaktere die vorgegeben sind üben einen gewissen reiz aus. Meistens erkennt man erst später wie sie sind und sind auch gerne mal für eine Überraschung gut. Ähnlich bei Cloud aus FF VII.
    Selstberstellte Charaktere finde ich eher problematisch, oft sind solche Spiele damit verbunden, dass sie sehr langwierig sind. Und diese schier unendlichen Möglichkeiten sind zwar toll, aber was hat man davon, wenn darunter dann am Ende die Geschichte leidet.
    Dann gehen gerne mal eigentlich gute Dialoge in einem langweiligen Monolog unter.
    Da gibt es sicher auch gute Spiele, aber ein klarer Grundrahmen sollte schon für die Figuren da sein. Ein paar Details kann man gerne den Zockern selbst überlassen, aber nicht alles.