Debatte am Freitag: Gehört das Spiel in ein Museum?

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Wir wollen es jetzt liebe Tradition werden lassen, euch hier jeden Freitag ein Forum für bewegende Fragestellungen rund um die Welt der Videospiele zu bieten. Also Forum habt ihr ja immer, aber heute wollen wir mal diskutieren und nicht nur in drei Wörtern irgendwelche Codes gewinnen 🙂 (Das ist jetzt sicher balsam auf die Seelen einiger Leser…).

da-vinci

Heute soll es um einige oft und heftig diskutierte Frage gehen: Können Videospiele Kunst sein? Die Geister scheiden sich daran. Das Problem liegt vermutlich wie in so vielen Diskussionen an den unterschiedlichen Belegungen der Begriffe. Oder einfacher gesagt: Verschiedene Leute haben verschiedene Vorstellungen davon, was Kunst eigentlich ist.

Ist Kunst vielleicht eine kreative Ausdrucksform die dem Selbstzweck dient? Da dürften zumindest einige Videospiele drunter fallen, oder?

Was haltet ihr davon? Muss man Videospiele vielleicht noch mal unterteilen? Große Triple AAA-Titel, die bekannte Elemente in Perfektion umsetzen sind vielleicht weniger Kunst, als ganz neuartige aber unausgereiftere Titel mit viel geringerem kommerziellen Erfolg.

Ich bin gespannt, eure Meinungen dazu zu lesen.

Kommentare sind geschlossen.

14 Kommentare

  • rootsragga70-09

    videogames sind definitiv kunst auch gerade deswegen weil sie aus phantasie und kreativität entspringen…es ist auch mehr als ein comic,ein film oder ein buch,vielmehr alles in einem mit der hauptkomponente das wir die story selbst spielen,eben anders als ein movie dort schauen wir den hauptcharacteren einfach nur zu…..in games stellt sich immer die frage was erleben wir („ich“)als naechstes…gut im buecherlesen zu sein ist nachdem lernen des lesens nicht all zu schwer,wir klappen halt die naechste seite des buches um,im film kommt die naechste szene ohne das wir etwas dafuer tun mueßten,in games mußt du einiges dafuer tun und es dir hart erspielen…ich finde es wird zeit das große staedte in der welt museen fuer unsere leidenschaft eroeffnen,schließlich ist die kunst unserer szene nicht mehr zu leugnen,geschweige den der umsatz in aller welt der ohne hacker und deren fans noch gigantischer waere…wie oft habe ich auch nicht zocker dabei erwischt als ich die sagen hoerte „das sieht aus wie echt….“,ich bin stolz,auch wenn ich manchmal mecker,irgends wie ein teil von diesem ganzen riesen DING zu sein….JA ES IST SOGAR EIN HOHE FORM DER KUNST
    peaceunso

  • Spiele sind visuelle Medien, genau wie es Filme oder platt gesagt Bilder sind, beide sind Kunst. Beim Entwicklungsprozess wird doch aktiv darüber nachgedacht WIE die Spielwelt aussehen soll und WARUM sie so aussehen soll und das ist meiner Meinung nach doch 100% ein künstlerisches Prozess.

    Der Grund warum das Medien und andere Künstler nicht wollen liegt auf der Hand. zum einen sind viele Spiele brutal, eben jene die Bekannt sind. Solche herausragenden Indie Games, die kennt doch kein Mensch. Mein Kunstprofessor war schlicht weg verblüfft als ich ihm Spiel wie Flower, Gridwars oder Echochrome gezeigt habe.
    Mittlerweile setzt er sich auch dafür ein das Spiele als Kunst angesehen sollen. Warum auch nicht, wenn irgendein Foto von einer Random Person aus einem Random Land als Kunst angesehen werden kann, dann sicher auch die schwierige Entwicklungsprozess von Spiele-Designern.
    Anderen Künstler denke ich einfach sehen sich auch bedroht. Schließlich ist ein Spiel wie Final Fantasy XII grafisch einfach sehr schön anzusehen.

    Kunst ist ja auch ein schwammiger Begriff, welcher schlecht gelaunte Künstler kann denn wirklich der Meinung sein, das Spiele keine Kunst sind? Wenn das die Designer lesen…

    My cents…

  • Klar können Spiele Kunst sein. Vereint ein gutes Spiel doch auch eine spannende Story, schöne Grafik und eine passende Musik. Also Kunst…

  • na da so manch einer auch filme als kunst bezeichnet ist das mit spielen sicher nicht anders…zum beispiel die ersten Star Wars filme…wenn ich mit freunden über filme rede kommt zwanksweise immer mal das thema auf oder zitate die vielleicht auch in anderen filmen verwendung nochmal finden da es eben jeder kennt und zwischen kunst und kult passen da auch die klassiker an spielen die einen sofort einfallen wenn man sich eben auch mal wieder mit freunde drüber unterhält….niemand der Final Fantasy 7 zur damaligen zeit gespielt hat wird je die cutzene vergessen wo ne perle in zeitlupe eine treppe runterspringt oder beim ersten RESI wenn hunde durchs fenster springen…und wenn dann noch musik von den grössten ochestern der welt nachgespielt werden wie Final Fantasy oder einen das Metal Gear thema nicht aus den kopf geht ist das auch nahe der kunst eines filmes nur das man eben den spieler noch zusätzlich bei laune halten muss und auch eine gute story braucht…von daher sag ich „spiele sind kunst…nicht alles aber was den einen oder anderen geprägt hat sicherlich“

  • Mann muss zwischen Kunst und krankhafter Fantasie unterscheiden. Ein Manhunt 2 sowie ein MadWorld fällt in dieser Hinsicht nicht unter die Latte Kunst sondern eher unter den zweiten von mir genannten Bereich. Zwar zählt es durchaus dazu, dass man etwas extravagantes produziert, aber nicht unbedingt etwas, was den anderen Menschen im negativen Sinne eine schlechte Erfahrung oder ein unangenehmes Gefühl teilhaben lässt. Da spalten sich aber die Meinungen, denn immerhin kann eine schlechte und unangenehme Erfahrung auch eine äußerst positive Seite haben (Man siehe den Erfolg von Silent Hill und Siren Blood Curse).

    Spiele wie Flower und Limbo sind da schon eher Softwareperlen, die sich über den allgemeinen Durchschnitt herausheben. Es sind unikate Sachen, die in den Gedächtnissen der Menschen hängen bleiben. So wie ein Tetris und ein Mario es vor Jahrzehnten bei uns schaffen konnte.

  • „If Michelangelo were alive today, he would be making games“ – Kareem Ettouny of Media Molecule!

  • Madworld zählt mit seinem Stil GERADE zur Kunst imho (von der Brutalität abgesehen, ist ja nur ein reines Stilmittel).
    Genauso wie Okami zb…

    Little Big Planet ist übrigens der beste Beweis dafür das Spiele Kunst sind, denn da wird man künstlerisch tätig in ungeahntem Maße. Wenn man nur an die viele Asiatischen Level denkt.

  • Ist Musealisierung eine notwendige Bedingung für die Kunsthaftigkeit eines Artefakts? Nun, wenn ja, dann ist die Frage geklärt: http://www.computerspielemuseum.de/

    Ich glaube, wir haben es bei dieser Diskussion mit einem klassischen Scheinproblem zu tun. 😉

  • „Mann muss zwischen Kunst und krankhafter Fantasie unterscheiden.“ (lord_spid)

    Und wer unterscheidet das verbindlich (auch für alle anderen)? Du? Wo sind die Differenzkriterien? Weil die Spielhandlung von „Manhunt 2“ de(ine)m derzeitigen normativen Geschmacksempfinden widerspricht, ist das krankhaft und keine Kunst? Was ist denn das für ein Begriff von „Kranhkeit“? Und wer ist der Kranke? Der/die Programmierer? Die Distributoren? Die Spieler vielleicht?

    Die Abqualifizierung von Artefakten als krankhafte Auswüchse gab es meines Erachtens schon zu oft in der Kulturgeschichte. Etwa bei der Romanlektüre im 18. Jahrhundert oder beim Kino zu Beginn des 20. Jahrhunderts oder (krasser) der Lektüre von Heinrich Heine u. a. im Deutschland der späten 1930er Jahre. Die Literatur Franz Kafkas (die damals natürlich auch als „krankhaft“ und „entartet“ galt) scheint übrigens tatsächlich zu einem nicht unerheblichen Teil deshalb geschrieben worden zu sein, weil der Autor massive psychische Probleme hatte. Trotzdem scheint sie – sozusagen als „Ausdruck von Krankh(aftigk)eit“ – irgendwie doch unter den Begriff „Kunst“ zu fallen. Wie stehst du dazu? Ist Kafkas Literatur krankhaft und Kunst?

  • Teil 2 (weil in einem Text zu lang):

    Ich halte überhaupt nichts davon, Kunst ex negativo zu definieren, indem man erst mal festlegt, was „nicht Kunst“ ist. Das führt nur zu Zensur (aus Geschmacks- oder ideologischen Gründen). Ich trete eher für einen grundsätzlichen, „diskursiven“ Begriff von Kunst ein: Kunst ist alles Kultürliche, über das als Kunst gesprochen wird. Insofern wir hier also über die Frage, ob Videospiele Kunst sind, diskutieren, haben wir die Frage (für mich) damit schon beantwortet.

  • Für mich sind Videspiele im Prinzip die ausdruckstärkste Form der erzählenden Kunst. Sie kombinieren die visuelle/akkustische Stärke des Films, die erzählerische Stärke des Buchs und die Interaktivät zwischen Spiel und Spieler. Final Fantasy und Kingdom Hearts sind nur meiner Meinung nach 2 Beispiele für ganz große Erzählkunst, die es schaffen, die Herzen der Spieler zu berühren und zum Nachdenken über die Welt anregen.

    JRPGs sind meiner Meinung nach die Königsdiziplin der Spiele, weil sie am stärksten storytechnisch geprägt sind und sich oft mit philosopischen Themen befassen. Ich gehe sogar so weit, dass ich japanische Spiele in Summe höher einschätze als amerikanische, weil diese viel stärker versuchen, eine stimmige Story einzubauen. Spiele mit reinem Gameplay-Fokus(Sport, Fighter, reine Online-Games/Shooter/Sandbox) sehe ich mehr als Spiele mit geringem künstlerischen Wert, weil sie keine Themen behandeln, sondern einfach Spaß machen sollen.

  • Die Metal Gear Solid-Reihe ist definitiv Kunst!!!!

  • da kann ich mich maxrenn und AlphaChris nur anschließe !!! Und es gibt ja bereits mehr als nur ein VideoSpiele Museum !! Und ich denke das nicht danach gefragt werden sollte ob VideoSpiele kunst sind , sondern wann sie in der Allgemeinhalt als Kunst anerkannt werden !

    Die Weisheit wird im Tod unsterblich,
    Die Dummheit nicht. die ist nur erblich.

    MFG maisoel 🙂

  • für mich sind ein paar Spiele ganz klar Kunst,egal ob schlecht oder perfekt man muss nur wissen wie man für sich Kunst definiert.Für mich ist es Kunst,wenn ein Game mich mit seiner Story,seinem Gameplay und dem Suchtfaktor anspricht.Genau wie Games die noch lange Zeit nach Releasedate gespielt werden.Absolute Museum Titel sind u.a. die MUSTHAVE Spiele wie GTA,Battlefield,MK,genau wie Tetris,Mario etc. in der Zeit wo alles angefangen hat,die unvergessen bleiben für das Videogame-Genre.