
Silent Hill: Townfall erscheint heute für PS5 - der perfekte Anlass für einen Blick zurück auf über 25 Jahre Nebel, Angst und Symbolik.
Die legendäre Silent Hill Survival-Horror-Reihe aus dem Hause Konami sorgte 1999 erstmals für gepflegten Nervenkitzel auf PlayStation und ist bis heute vor allem für ihre psychologische statt jumpscare-getriebene Angst bekannt. Mit Silent Hill: Townfall von Entwickler Screen Burn Interactive bekommt die Reihe ihren bislang persönlichsten Auftritt, denn erstmals erlebt ihr ein komplettes Silent-Hill-Abenteuer durchgehend aus der Ego-Perspektive. Der perfekte Grund, noch einmal durch den Nebel zu blicken, der die Reihe seit über zwei Jahrzehnten umgibt, bevor ihr euch selbst auf den Weg nach St. Amelia macht.
Der Nebel senkt sich: Die PlayStation-Ära
Alles beginnt 1999 auf PlayStation, wo Harry Mason nach einem Autounfall seine Adoptivtochter Cheryl aus den Augen verliert und sie in der titelgebenden, in dichten Nebel gehüllten amerikanischen Kleinstadt sucht. Was er findet, ist ein Kult, der eine Gottheit wiederbeleben will, und eine Wahrheit über Cheryls Herkunft, die das Fundament der gesamten Reihe legt. Silent Hill setzt von Anfang an auf tastende Erkundung statt auf Ballerorgien, denn ihr habt nur eine Taschenlampe, ein knisterndes Radio als Frühwarnsystem und selten mehr Munition, als ihr gerade braucht.

2001 folgt mit Silent Hill 2 für PS2 der Titel, an dem sich die Reihe bis heute misst. James Sunderland erhält einen Brief seiner verstorbenen Frau Mary, die ihn in ihrem „besonderen Ort“ erwartet, und macht sich auf den Weg dorthin. Was als Trauerarbeit beginnt, kippt in eine der bekanntesten Studien über Schuld in der Videospielgeschichte, verkörpert durch den Pyramid Head, der James nie zufällig verfolgt. 2003 schickt Silent Hill 3 mit der jungen Heather Mason eine direkte Fortsetzung des ersten Teils nach, in der sich die Kultgeschichte um Cheryl schließt. Mit Silent Hill 4: The Room endet 2004 die Ära des ursprünglichen Entwicklerteams Team Silent, denn Protagonist Henry Townshend findet sich in seiner eigenen, plötzlich verriegelten Wohnung gefangen und muss durch ein Guckloch in andere, ebenso beklemmende Räume hindurch agieren. Wer bei Townfalls Ego-Perspektive an einen Bruch mit der Tradition der Reihe denkt, kennt The Room noch nicht, denn auch dort blickt ihr in Innenräumen bereits aus den eigenen Augen.


Zwischen Prequel, Neuerfindung und Regenguss
Nach dem Ausstieg von Team Silent übernehmen wechselnde Studios die Reihe. Silent Hill: Origins erzählt 2007 als Prequel zum ersten Teil die Geschichte des Truckers Travis Grady. Es war zugleich der erste Serienteil, der außerhalb Japans entwickelt wurde. Silent Hill: Homecoming schickt 2008 mit dem Soldaten Alex Shepherd erstmals einen erfahrenen Kämpfer statt eines Durchschnittsmenschen in die Handlung, was unter Fans bis heute diskutiert wird. Silent Hill: Shattered Memories erfindet 2009 die Ursprungsgeschichte um Harry und Cheryl komplett neu, verzichtet vollständig auf Kämpfe und lässt die Spielwelt sich an euer Verhalten in Therapiesitzungen anpassen. Mit Silent Hill: Downpour kehrt die Reihe 2012 zur PS3 zurück, wo der entflohene Häftling Murphy Pendleton nach einem Unfall seines Gefangenentransports in der Stadt strandet und sich zwischen Kampf und Flucht entscheiden muss, während ein moralisches System eure Entscheidungen mitschreibt.

Die Rückkehr: Remake, Spin-off und ein neuer Blickwinkel
Nach Jahren der Funkstille meldet sich Silent Hill ab 2024 gleich mehrfach zurück, und ihr bekommt seither fast jährlich neuen Stoff zum Fürchten. Das polnische Studio Bloober Team legt 2024 mit einem Remake von Silent Hill 2 für PS5 nach, für das Original-Komponist Akira Yamaoka erneut den Soundtrack schreibt. Im selben Jahr konntet ihr euch mit Silent Hill: The Short Message durch ein kurzes, kostenloses Kapitel spielen, in dem Anita in der fiktiven deutschen Stadt Kettenstadt ihrer verstorbenen Freundin Maya nachspürt, ebenfalls durchgehend aus der Ego-Perspektive. 2025 folgt mit Silent Hill f ein Spin-off, das euch erstmals ins ländliche Japan der 1960er-Jahre führte: Die Highschool-Schülerin Hinako Shimizu kämpft in der fiktiven Stadt Ebisugaoka gegen Kreaturen, die eng mit japanischer Folklore verwoben sind, geschrieben vom Visual-Novel-Autor Ryukishi07.
Und nun, 2026, kehrt die Reihe mit Silent Hill: Townfall auf vertrauteres erzählerisches Terrain zurück, wählt dabei aber die radikalste Perspektivänderung ihrer Geschichte. Ihr übernehmt die Rolle von Simon Ordell, der in die fiktive schottische Insel- und Küstenstadt St. Amelia gerufen wird, um dort „etwas in Ordnung zu bringen“, wie es der offizielle Trailer formuliert, und einen Ort vorfindet, der unter dichtem Nebel liegt und alles andere als verlassen ist. Statt eines Radios trägt Simon ein tragbares CRTV bei sich, das ihr mit L1 vor euch haltet, um die Position naher Gegner auf einem kleinen Bildschirm zu sehen, während euer DualSense-Controller bei einer Annäherung haptisch anschlägt. Die Kreistaste lässt euch hinter Zäunen und geparkten Autos in Deckung gehen, mit R1 späht ihr um Ecken, und wenn Verstecken keine Option mehr ist, bleibt euch nur die Flucht durch enge Gänge, in denen euch die Ego-Perspektive genau das Sichtfeld nimmt, das ihr in den Third-Person-Teilen der Reihe noch hattet.


Genau diese eingeschränkte Sicht ist der Kern dessen, was Townfall von seinen Vorgängern unterscheidet und was es für euch als Spielende so unbequem macht. Wo James Sunderland oder Heather Mason den Nebel noch aus einiger Distanz beobachten konnten, klebt er bei Simon Ordell direkt vor der eigenen Nase, und ein Geräusch von der Seite lässt sich nicht mehr wegdrehen, sondern sorgt für reichlich Nervenkitzel.
Häufige Fragen zu Silent Hill und Townfall
Silent Hill: Townfall ist ein Survival-Horror-Spiel von Entwickler Screen Burn Interactive, ko-veröffentlicht von Konami Digital Entertainment und Annapurna Interactive, das am 24. September 2026 für PS5 erscheint. Es ist der erste Hauptteil der Reihe, der komplett aus der Ego-Perspektive gespielt wird.
Seit dem ersten Teil 1999 sind auf PlayStation-Plattformen unter anderem Silent Hill 2 und 3, Silent Hill 4: The Room, Origins, Homecoming, Downpour, das Silent-Hill-2-Remake, Silent Hill: The Short Message, Silent Hill f und nun Townfall erschienen.
Nein. Townfall erzählt mit Simon Ordell in der neuen Stadt St. Amelia eine eigenständige Geschichte. Wiederkehrende Motive der Reihe wie der Nebel, die Symbolik und die psychologische statt actionlastige Ausrichtung bleiben aber erhalten.
Teilweise. Silent Hill 4: The Room ließ euch 2004 Innenräume aus der Ego-Perspektive erkunden, und Silent Hill: The Short Message von 2024 wurde komplett so erlebt. Townfall ist aber der erste vollständige Hauptteil, der diese Perspektive durchgängig nutzt.
Mit welchem Silent Hill-Teil habt ihr euch zum ersten Mal auf PlayStation gefürchtet? Verratet es uns in den Kommentaren.









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