Control Resonant im Hands-on: Wie Remedy seinen paranatürlichen Horror-Nachfolger größer und seltsamer macht

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Control Resonant im Hands-on: Wie Remedy seinen paranatürlichen Horror-Nachfolger größer und seltsamer macht

Superkräfte, Dimensionswechsel und ein Katzen-Picknick treffen im PS5-Action-Adventure aufeinander.

„Control“ war erst der Anfang. Die paranatürliche Welt aus Remedy Entertainments Science-Fiction-Action-Adventure-Thriller bekommt mit Control Resonant auf PlayStation 5 eine vollwertige Fortsetzung. Sie lässt die Grenzen des geheimnisvollen „Oldest House“ hinter sich und wagt sich hinaus in eine Welt voller furchterregender Wesen und verwirrender Stadtlandschaften. Mittendrin: ein zu Unrecht inhaftierter Mann mit unglaublichen Fähigkeiten, der einfach nur seine Schwester finden will.

Ich habe das komplette Spiel vor dem Verkaufsstart am 24. September im Hands-on gespielt, um herauszufinden, wie seltsam es in einem verzerrten und zerbrochenen Manhattan wirklich zugeht. Spoiler: „seltsam“ trifft es nicht einmal ansatzweise, und das im bestmöglichen Sinne.

Eine Geschichte, die nachhallt

Ihr kennt „Control“ noch nicht? Keine Sorge, „Resonant“ hat einen praktischen Rückblick-Trailer, der euch auf den neuesten Stand bringt, erzählt aus der Perspektive von Jesse, der Protagonistin des ersten Spiels. Und da ihr jüngerer Bruder diese neue, unbekannte Welt selbst gerade erst entdeckt, ist er der perfekte Vermittler für alle Erklärungen, die ihr braucht, um die Geschichte des Spiels zu verstehen.

Control Resonant behält den surrealen, von Horror geprägten Sci-Fi-Ton des ersten Spiels bei, verstärkt ihn aber mit einer eindringlichen Geschichte über Menschen, die durch die Maschen der Gesellschaft fallen. Das betrifft nicht nur Dylan, sondern auch andere Charaktere, die ausgestoßen oder als unwürdig erachtet wurden. Es ist ein emotionales Thema, das sich in Dylans Beziehung zu Jesse und zu seiner Betreuerin Zoe widerspiegelt. Ihr könnt Dylans schüchterne Persönlichkeit aber auch selbst mitprägen, indem ihr in bestimmten Gesprächen einige seiner Dialogzeilen auswählt.

Tatsächlich gehören die optionalen Mini-Quests zu meinen absoluten Lieblingsaspekten der Story von Control Resonant. Darin kann Dylan mithilfe von Gegenständen aus der Umgebung Szenen nachstellen, die auf Erinnerungen oder Gedanken aus seiner Kindheit basieren. In einem Fall habe ich beispielsweise zwei Katzenfiguren ‚gerettet‘, um daraus einen kleinen Katzen-Picknickplatz nachzubauen, den Dylan früher einmal gezeichnet hatte. Genau solche Momente fangen die Tragik seiner verlorenen Kindheit wunderbar ein.

Der widerwillige Held

Im Gegensatz zur selbstbewussten und entschlossenen Jesse ist Dylan schüchtern und zögerlich, was zum Teil daran liegt, dass er Jahre im Koma und in Haft bei der FBC verbracht hat. Als faszinierendes Gegengewicht geben ihm seine Kräfte aber weitaus mehr Mobilität als seiner älteren Schwester. Das passt, denn er hat mit Manhattan die deutlich größere Umgebung zum Erkunden, voller breiter Straßen, hoher Dächer und sogar schwerkraftverzerrter, an „Inception“ erinnernder Bereiche, in denen sich die Stadt in sich selbst und übereinander gefaltet hat.

Wenn ihr die X-Taste gedrückt haltet, springt Dylan hoch genug, um nach einem Doppelsprung die Spitze einiger der niedrigeren Gebäude der Stadt zu erreichen, und ein Antippen der Ausweichtaste (Kreis-Taste) lässt ihn in der Luft dashen. Drückt ihr Kreis zweimal, dasht Dylan sogar so schnell, dass er eine Spur aus Nachbildern hinter sich lässt. Ganz zu schweigen von den freischaltbaren Fortbewegungsfähigkeiten, die es über die Jesse-Quests gibt, etwa den superpraktischen Greifhaken Reach.

All das ist unverzichtbar, um Begegnungen mit den bizarren Hiss-Wesen zu überleben, die durch die Stadt streifen. Sympathisch macht Dylan aber, dass er trotz seiner enormen Kraft eine kindliche Unbeholfenheit an den Tag legt, die seine Interaktionen erdet. Selbst wenn er seine beeindruckenden Fähigkeiten einsetzt, taumelt er, wankt und fällt nach langen Stürzen sogar ungeschickt um. Ein krasser Gegensatz zu den typischen „Superhelden-Landungen“ in der Drei-Punkt-Haltung, an die wir alle gewöhnt sind.

Kämpfe, die zu eurem Stil passen

Beim Kampf verzeiht Control Resonant keine Fehler. Wie schon beim Vorgänger führt ein ziellos gestürmter Kampf schnell zu einem blutroten Game-Over-Bildschirm. Dylans paranatürliche Fähigkeiten sind viel stärker auf den Nahkampf ausgelegt als die von Jesse. Kämpfe gegen die Hiss finden also oft von Angesicht zu Angesicht statt (sofern sie überhaupt ein Gesicht haben) und verlangen viel Ausweichen sowie schnelle, kraftvolle und präzise Schläge.

Bushaltestellen, verlassene Lastwagen und andere Teile von Manhattan als Deckung zu nutzen, ist ein wichtiger Teil davon, Dylan am Leben zu halten. Entscheidend sind aber seine Offensivfähigkeiten und Kombos. Die dichten und vielseitigen Upgrade-Pfade von Control Resonant für den entwaffnend charismatischen Protagonisten sind zentral für Dylans gesamtes Angriffsrepertoire.

Die erste und zweite Form seiner formwandelnden Aberrant-Waffe lassen sich mit Statuseffekten wie ‚Verbrennen‘ und ‚Infizieren‘ verbessern. Hinzu kommen Perks für kürzere Abklingzeiten und mehr Schaden bei Combo-Finishern. Auch Dylans zusätzliche Kampffähigkeit erweitert eure taktischen Möglichkeiten. Ihr habt die Wahl zwischen einem Schild, einem Sperrfeuer aus Projektilen oder einem Verbündeten aus herumliegendem Schrott. Jede dieser Fähigkeiten erzeugt einen angenehmen Widerstand an den adaptiven Triggern. Das verleiht den Aktionen ein spürbares physisches Gewicht.

Kampffähigkeiten verbrauchen Power, die ihr über Nahkampfangriffe zurückgewinnt. Im Kampf dreht sich also alles um Strategie, Balance und den möglichst häufigen Einsatz von L3, um verkettbare Exekutionen an betäubten Gegnern auszulösen.

Mit standardmäßig sechs primären und sekundären Aberrant zur Auswahl ergeben sich Dutzende Loadout-Kombinationen, mit denen ihr Dylan personalisieren könnt. Freischalten, wechseln und testen lassen sie sich bei einem Besuch im mysteriösen Gap, einem limboartigen Hub, den ihr durch Gedrückthalten der Richtungstasten erreicht. Rechnet man die Auswahlmöglichkeiten in den mehreren Fertigkeitsbäumen hinzu, erweitert Control Resonant die Kampfoptionen des Vorgängers enorm.

Missionen für jeden Spielertyp

Das weitläufige, verdrehte Manhattan steht euch zum Erkunden offen, eine reine Open World ist Control Resonant trotzdem nicht. Zugegeben, es ist eine Abkehr von Jesses Abenteuer in den engen Büroräumen des FBC-Hauptquartiers. Doch das Spiel gibt euch geschickt überschaubare, fokussierte Sandboxes zum Erkunden, unterstützt von einer Vielzahl an Missionszielen. Die reichten von kampfbetonten Aufgaben, etwa ein Gebiet von Hiss zu befreien oder einer vermissten Person nachzuspüren, bis hin zur Mithilfe beim Bau und bei der Reparatur einer Maschine. Bei den passenden Aufgaben war Zoes Funkgeplauder dabei über den Lautsprecher des DualSense Wireless-Controllers zu hören.

Praktischerweise könnt ihr eure Missionen auch priorisieren. So hatte ich nicht nur die Wahl, die Hauptgeschichte voranzutreiben, sondern konnte mich auch auf die Suche nach Jesse konzentrieren oder mich Nebengeschichten widmen. In jeder Zone gibt es sogar Spielautomaten freizuschalten, bei denen zeitlich begrenzte Herausforderungen Dylans Fähigkeiten belohnen.

Die Offenheit schmälert auch die Horror- und Thriller-Elemente nicht, die den ersten Teil so unvergesslich gemacht haben. Es gibt jede Menge verstörende und gruselige Momente, die den DualSense Wireless-Controller manchmal sogar heftig zum Vibrieren bringen: von halluzinatorischen Jump-Scare-Visionen und plötzlichen, dröhnenden Ankündigungen von „The Board“ bis hin zu realitätsverzerrenden Taxis und der bodenerschütternden Ankunft missgestalteter Gegner, die mich meine Entscheidungen noch einmal überdenken ließ. Ach ja, wo ich gerade dabei bin …

Die Resonants sind zutiefst beunruhigend

„Control“ ist bekannt für seine vom Brutalismus inspirierte Architektur und sein unvergessliches Art-Design, das sich hier fortsetzt. Herrlich seltsam wird es aber mit den Resonants, den oft kolossalen und einschüchternden Bosskämpfen. Der erste war das Gesicht einer riesigen Porzellanpuppe, das mit Taxis und Stahlträgern auf Dylan einprügelte, und danach wurde es nur noch unvorhersehbarer. Eine andere Konfrontation überraschte mich völlig, weil sie überhaupt kein klassischer Bosskampf war. Ich verrate hier nichts, aber ihr werdet es erkennen, wenn ihr es seht.

Ein Must-Play für PS5

In Control Resonant gibt es so viel zu entdecken, dass eure Welt wie die von Dylan ständig auf den Kopf gestellt und herausgefordert wird, und ihr werdet jeden Moment davon genießen. Macht euch bereit für eines der surrealsten Abenteuer des Jahres 2026, wenn es am 24. September für PS5 erscheint.

Häufig gestellte Fragen

Control Resonant erscheint am 24. September für PS5. Der Autor hat das komplette Spiel bereits vor dem Verkaufsstart im Hands-on gespielt.

Der Protagonist ist Dylan, der jüngere Bruder von Jesse aus dem ersten Control. Er wurde zu Unrecht beim FBC inhaftiert und will einfach nur seine Schwester finden.

Nein, das ist nicht nötig. Control Resonant enthält einen praktischen Rückblick-Trailer aus Jesses Perspektive, der neue Spieler auf den neuesten Stand bringt, und Dylan selbst dient als Vermittler für alle nötigen Erklärungen.

Dylans paranatürliche Fähigkeiten sind viel stärker auf den Nahkampf ausgelegt als die von Jesse. Kämpfe gegen die Hiss finden deshalb oft von Angesicht zu Angesicht statt und verlangen viel Ausweichen sowie schnelle, kraftvolle und präzise Schläge.

Die Resonants sind die oft kolossalen und einschüchternden Bosskämpfe des Spiels. Der erste Resonant war das Gesicht einer riesigen Porzellanpuppe, die mit Taxis und Stahlträgern auf Dylan einprügelte, und danach wurde es nur noch unvorhersehbarer.

Der Gap ist ein mysteriöser, limboartiger Hub, den man durch Gedrückthalten der Richtungstasten erreicht. Dort lassen sich Dylans Loadout-Kombinationen aus primären und sekundären Aberrant-Waffen freischalten, wechseln und testen.

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