The Lost Wild erscheint 2027 auf PS5

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The Lost Wild erscheint 2027 auf PS5

Was es braucht, um Dinosaurier als Tiere und nicht als Monster zu entwerfen.

Hallo, ich bin Gary Napper, Game Director bei Great Ape Games. Es ist großartig, endlich über The Lost Wild sprechen zu können, einem Spiel, in dem ihr nicht gegen Dinosaurier kämpft. Ihr überlebt um sie herum.

The Lost Wild ist Survival Horror, der auf drei Dingen aufbaut, nämlich Beobachtung, Instinkt und Zurückhaltung. Ihr müsst darauf achten, wohin ein Dinosaurier schaut, bevor ihr euch bewegt. Ihr haltet still, wenn etwas an euch vorbeigeht, das größer ist als das Gebäude, hinter dem ihr euch versteckt. Ihr müsst wissen, wann ihr besser nicht rennen solltet. In diesem Beitrag möchte ich über die Designphilosophie dahinter sprechen.

The Lost Wild erscheint 2027 auf PS5

Von Anfang an war es unser Ziel, eine Welt zu erschaffen, in der Dinosaurier nicht als Monster, sondern als glaubwürdige Tiere dargestellt werden. Sie existieren innerhalb der Welt mit ihren ganz eigenen Instinkten, Verhaltensweisen und Trieben. Dieser Perspektivenwechsel verändert eure Rolle als Spieler grundlegend. Ihr seid nicht die dominierende Kraft, der Held oder der Eroberer, sondern ihr seid die Außenseiter, verletzlich und schutzlos, und versucht euch in einer Nahrungskette zurechtzufinden, an deren Spitze ihr nicht länger steht.

Diese Philosophie prägte jede große Designentscheidung und beeinflusste nicht nur das Verhalten der Dinosaurier, sondern auch das Gefühl, an ihrer Seite zu überleben.

Wir betonen die Spannung durch Verletzlichkeit. Ihr seid nicht dafür ausgerüstet, diese Kreaturen zu töten, obwohl ihr Werkzeuge finden könnt, um euch zu verteidigen. Die Erfahrung vermeidet stark spielerische oder Arcade lastige Systeme, die diesen Ton untergraben würden. Es gibt keine übertriebenen Schwachstellen oder vorhersehbare Angriffsmuster, die zum Ausnutzen gedacht sind. Stattdessen hängt das Überleben von Beobachtung, Lernen und Reaktion ab. Wenn Begegnungen stattfinden, müsst ihr ausweichen, euch verstecken, Ablenkungen schaffen und die Umgebung nutzen, um zu entkommen.

Ihr werdet ermutigt, genau zu studieren, wie sich ein Dinosaurier bewegt, wie er auf Geräusche reagiert und wie er den Raum einnimmt. Ihr beobachtet, ob ein Allosaurus euch entdecken wird oder das Interesse verliert, wenn ihr nur still genug bleibt. Die Angst entsteht nicht nur durch die reine Bedrohung, sondern vor allem durch die Ungewissheit, da jede sich entwickelnde Begegnung zu einem extrem angespannten Katz und Maus Spiel um euer Leben führt. Gleichzeitig wollen wir ein Gefühl von Ehrfurcht und Respekt wecken. Das sind keine Bösewichte, sondern es sind Tiere, die sich genau so verhalten, wie sie es tun sollten. Das erzeugt eine weitaus komplexere emotionale Reaktion, die echte Angst mit purer Faszination vermischt.

Die Umgebungen in The Lost Wild sind dicht, klaustrophobisch und unerbittlich, gespickt mit verlassenen Gebäuden, die tief in einer überwucherten Wildnis eingebettet sind. Das ist keine weitläufige Safari, sondern ein Ort, an dem die Sicht stark eingeschränkt ist, die Wege unklar sind und die Landschaft selbst euch die Orientierung rauben kann. Dadurch erzeugen wir das Gefühl, sich wirklich verirrt zu haben, sowohl physisch als auch psychologisch.

Das Storytelling in The Lost Wild ist so konzipiert, dass es von euch entdeckt wird, anstatt euch aufgezwungen zu werden. Wir streben ein kinoreifes Maß an Immersion an, aber ohne euch durch plumpe Erklärungen oder aufdringliche Elemente der Benutzeroberfläche aus dem Erlebnis zu reißen. Die Erzählung ist bodenständig und persönlich und entfaltet sich durch Erkundung, Interaktion und Beobachtung.

Während Saskia die Gegend erkundet, beginnt sie, Spuren dessen aufzudecken, was auf der Insel passiert ist und warum sie überhaupt verlassen wurde. Sie entdeckt verlassene Orte, subtile Details in der Umgebung und sieht Spuren einer fragmentierten menschlichen Präsenz. Notizbücher. Hastig zurückgelassene Mahlzeiten. Weggeworfene Ausweise. Nicht alles wird dabei direkt erklärt. Wir glauben fest daran, dass es eine Stärke ist, Lücken zu lassen und euch die Möglichkeit zu geben, das Gefundene selbst zu interpretieren und zu hinterfragen. Dieser Ansatz schafft eine tiefere und nachhaltigere Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Meine Erfahrung bei der Arbeit an Alien Isolation hat unvermeidlich geprägt, wie ich an das Horror Design herangehe, und ist definitiv eine Linse, durch die ich das Design dieses Spiels betrachte. Eine der wichtigsten Lektionen aus diesem Projekt war die enorme Bedeutung der Zurückhaltung, also wann man Kreaturen zeigt, um eurer Fantasie den nötigen Raum zu geben, die eigentliche Arbeit zu erledigen, und die Welt sowie die Systeme atmen zu lassen.

In Alien Isolation war die Kreatur nicht nur wegen dem furchteinflößend, was sie tun konnte, sondern vor allem wegen dem, was die Spieler sich vorstellten, was sie tun würde. Das Gefühl der Vorfreude und der Angst baute sich tief im Unbekannten auf. Das gleiche Prinzip gilt hier in vielerlei Hinsicht. Indem wir Dinosaurier als systemische und unvorhersehbare Einheiten und nicht als geskriptete Ereignisse behandeln, schaffen wir eine dynamischere und persönlichere Form des Horrors. Der Unterschied hierbei ist nicht nur, dass ihr euch nicht wehren könnt, sondern dass ihr das Gefühl habt, dass ihr es auch gar nicht tun solltet. Ihr müsst den Respekt vor den Dinosauriern als lebenden Kreaturen bewahren, während ihr versucht, in einer gemeinsamen Welt mit ihnen zu überleben.

Ganz allgemein denke ich, dass es einen wachsenden Appetit auf Erfahrungen gibt, die sich von der typischen Machtfantasie abwenden. Horror wird weitaus effektiver, wenn ihr euch schutzlos fühlt, wenn die Kontrolle begrenzt ist und wenn der Erfolg absolut ungewiss ist. The Lost Wild stützt sich genau auf diesen Ansatz und bietet eine Erfahrung, bei der das Überleben niemals garantiert ist und Dominanz niemals vorausgesetzt wird.

Letztendlich geht es in The Lost Wild darum, euch in eine Welt zu versetzen, die sich bodenständig, real, gleichgültig und lebendig anfühlt, und euch dann aufzufordern, sich darin nicht als heldenhafter Krieger, sondern als etwas viel Zerbrechlicheres, aber Nachvollziehbares zu bewegen. Wenn ich dort wäre, was würde ich tun.

Auf diese Weise hoffen wir, eine Art von Angst zu erzeugen, die sich völlig anders anfühlt. Es ist nicht nur die Angst, gejagt oder angegriffen zu werden, sondern das tiefere Unbehagen, wenn man erkennt, dass man nicht länger die Kontrolle hat. Ihr werdet von etwas beobachtet, verfolgt und verstanden, das euch nicht hasst, es aber auch gar nicht muss.

Wir glauben, dass in dem Raum zwischen purer Angst und echtem Verständnis etwas wirklich Unvergessliches entstehen kann.

The Lost Wild erscheint 2027 auf PS5 und kann ab heute auf die Wunschliste gesetzt werden.

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